Es muss nicht immer Pauillac sein

29. Februar 2020
Es wurde mal wieder Zeit f?r Bordeaux! Und zwar f?r Cabernet Sauvignon-dominierten Bordeaux! Dabei richten sich die Augen vieler Weinfreunde als Erstes auf Pauillac, denn dieser Ort steht dank der drei als Premier Cru Classé eingestuften Weing?ter von Weltgeltung, namentlich Château Lafite Rothschild, Château Latour und Château Mouton Rothschild, wie kein anderer daf?r. Dass es auch in den beiden benachbarten Appellationen Saint-Julien und Saint-Estčphe hervorragende Vertreter solcher Weine gibt, ist zwar keine neue Erkenntnis, jedoch sollte der ambitionierte Genie?er diese Tatsache von Zeit zu Zeit ?berpr?fen. So wie bei dieser eindrucksvollen Verkostung:
 
Château Beychevelle, Saint-Julien 1986
Graphit, ledrig, etwas vegetabil-senfig, maskulin herb, gr?nes Tannin, 88 Punkte
 
Château Ducru-Beaucaillou, Saint-Julien 1995
Kaffeer?stnoten, Zwetschge, rote Johannisbeere, Kraft und Balance, feines Tannin, geschliffen, 95 Punkte
 
Château Meyney, Saint-Estčphe 1998
etwas Minze, Wacholder, Himbeer und Paprika, schwarzer Pfeffer, rund, ohne langes Finale, 92 Punkte
 
Château Lafon-Rochet, Saint-Estčphe 1996
Piment, Graphit, Kirsche, feine W?rze (Liebst?ckel, Waldboden), auch etwas Menthol, frisch und elegant, 95 Punkte
 
Château Léoville Barton, Saint-Julien 1995
blutig, dunkelbeerig, v.a. Holunder, feine Pfeffernote, geschmeidig, f?llig, viel Eleganz, 97 Punkte
 
Château Cos d’Estournel, Saint-Estčphe 1995
Veilchen, Heidelbeere, Kaffee, Karamell, kr?utrig, tolle R?staromen, etwas Mandel und Paprika, sch?ne F?lle, geschliffen, elegant, 98 Punkte

Rot gl?nzt der See an seinen Ufern

16. Februar 2020

Die Ortschaft Gols nord?stlich des Neusiedlersees erwies sich j?ngst in einer Verkostung roter burgenl?ndischer Cuvées in puncto Qualit?t als echte Metropole von Weltrang. Dass es rund um besagten See eine Reihe weiterer strahlender Wein-Glanzlichter gibt, ist das nicht ganz ?berraschende Ergebnis der aktuellen Degustation:

Hans Igler, „Ab Ericio“ (ME, BF, ZW) 2006
w?rzig, rotbeerig, blutig, etwas Piment und Wacholder, samtig und dicht, ganz leicht oxidativ, 92 Punkte

Kollwentz R?merhof, „Steinzeiler“ (BF, CS, ZW) 2006
gr?ner Paprika, Aromen von schwarzem Pfeffer und Holunder, auch etwas Leder, sehr gute Balance und Kraft, 95 Punkte

Feiler-Artinger, „Solitaire“ (BF, CS, ME) 2006
Bitterschokolade, schwarzer Tee, kr?utrig, dann mit gr?nen, strengen Noten, zeigt zunehmend seine stets gez?gelte Kraft, 92 Punkte

Josef P?ckl, „Admiral“ (ZW, ME, CS) 2006
dunkelbeeriger Auftakt mit rotem Pfeffer und Wacholder, auch ein wenig animalisch, gleitet gegen Schluss bei etwas Druckverlust leicht ins Bittere ab, 91 Punkte

Tesch, „Titan“ (BF, ME, CS) 2007
?berraschend burgundische Noten in der Nase, Lorbeer, kr?ftiges Aroma gr?ner Paprika, Tabak, modern-blaue Anmutung, fleischig und dezent buttrig, 93 Punkte

Was im S?den so geht: Drei Stichproben beim Rapport

31. Januar 2020

Aus den Rebsorten Syrah und Grenache in Verbindung mit Mourvčdre oder Carignan entstehen im S?den Frankreichs viele gro?artige Weine. Diesmal wurden einige Vertreter abseits der Ufer der Rhône vorgeladen, die  mit einem durchg?ngig hohen Qualit?tsniveau zu gefallen wussten:

Prieuré Saint-Jean de Bébian, Côteaux du Languedoc, Grand Vin du Languedoc 2001
blutig, w?rzig, Pflaumenmus, brotig, m?rbes Tannin, gute Balance und Eleganz, 94 Punkte

Bernard Pueyo & Michel Tardieu, Castelmaure, Corbičres, „3“, 2007
mit Carignan statt Mourvčdre als 3. Sorte, lik?rig-s??holzig, Schokonote, Waldhimbeere und Rauchton, feines Tannin, aber ohne gro?en Nachdruck, 91 Punkte

Canet Valette, Saint-Chinian, Maghani 2008
pflaumig-teerig, Leder, etwas animalisch, zunehmend rotbeerig, gro?e Dichte und Konzentration, feine, animierende S?ure, 93 Punkte