Der Rhône entlang

18. Januar 2020

Von Cornas ?ber Châteauneuf-du-Pape bis an die Côtes de Provence reichte eine kleine Weinwanderung die Rhône abw?rts Richtung Mittelmeer, die praktischerweise am Wohnzimmertisch stattfand. Drei Jahrg?nge aus der mittlerweile vorletzten Dekade sorgten dort f?r eher heterogene Geschmackserlebnisse:

Tardieu-Laurent, Cornas, Coteaux 2007
w?rzig, kr?utrig, etwas Holunder, Lakritz und Graphit, mit Frische und Schmelz bei k?hler Eleganz, sehr gute Harmonie, 95 Punkte

Domaine Roger Perrin,Châteauneuf-du-Pape 2004
warme Aromatik, Schokolade, Kirsche, blutig, Ingwernote, aber auch gr?nspargelig-vegetabil, 89 Punkte

Domaine Richeaume, Côtes de Provence, Cuvée Columelle 2005
Paprika und Karamell, Tabak und schwarzer Pfeffer, druckvoll und samtig zugleich, 95 Punkte

Weltuntergang mal wieder

26. Dezember 2019

Zum 8. Mal schon wurde dem traditionell im Dezember stattfindenden Weltuntergang mit einer au?ergew?hnlichen Weinprobe in gespannter Runde der geb?hrende Respekt gezollt. Sechs gereifte Spanier aus drei der interessantesten Weinbauregionen des Landes versprachen dramatisches Plaisir und boten dann auch gro?es Apokalypse-Kino, allerdings ohne die ganz besonderen Knalleffekte:

Bodegas Vizcarra, Ribera del Duero, „Celia“, 2004
Zwetschge, Kirsche, rotfruchtig, etwas Pfeffer, druckvoll, fleischig, leicht brandig, 93 Punkte

Mas Doix, Priorat, „Doix“, 2007
sch?ne R?staromen, gr?ne Walnussschale, Schokolade, etwas Eukalyptus und Wacholder, 94 Punkte

Bodegas Muga,  Rioja, „Torre Muga“,  2005
Leder, blutig, etwas animalisch, Pflaumenmus, vegetabile Noten, gute Dichte, 93 Punkte

Alejandro Fernandez, Ribera del Duero, Tinto Pesquera, Reserva Especial, 2003
w?rzig, Lakritz, Tabak, Graphit und etwas Lorbeer, F?lle, Konzentration, gute Balance und Pr?zision, 95 Punkte

Granja Remelluri, Rioja, Gran Reserva, 2005
Teer und Lakritz, R?staromen, samtiges Tannin, straff im Abgang, 94 Punkte

Cims de Porrera, Priorat, „Classic“, 2007
Brombeere, Zedernholz, etwas Lakritz, mit Bitternote, vermutlich keine optimale Flasche – 91 Punkte

Kapitales aus der Kapitale der Rotweine

12. Dezember 2019

Die Weinregion Burgenland ist ja neben ihren S?ssweinen vor allem f?r ihre erstklassigen Rotweine bekannt, die sowohl im Hinterland als auch in Sichtweite des Neusiedlersees gedeihen. Dennoch sind die hier beschriebenen Topweine (alles Cuvees aus heimischen Sorten wie Blaufr?nkisch, Zweigelt oder Sankt Laurent mit jenen aus dem Bordelais, bei dieser Probe ausschliesslich mit Merlot) ausnahmsweise auf der Gemarkung einer einzigen, unweit des Nordufers gelegenen Gemeinde gediehen: Gols. Ein Weinort mit kapitaler Bedeutung f?r das gesamte Anbaugebiet.

Anita und Hans Nittnaus, „Comondor“ (ME/BF/ZW) 2006
Teer, etwas animalisch, geschliffen und seidig, feine S?ure, aber wenig L?nge, 90 Punkte

Claus Preisinger, „Paradigma“ (ZW/BF/ME) 2006
Kakao, Kaffee, Pflaume, mediterran-kr?utrig, v.a. Thymian, kieselmineralisch, dezente Himbeernote, rund, 92 Punkte

Judith Beck, „Judith“ (BF/SL/ME) 2006
R?staromen, Graphit, Heidelbeere, etwas animalisch und wild, mit sch?ner Frische, dabei weich und ?ppig, 93 Punkte

Renner, Altenberg (ME/BF) 2006
dunkelbeerig, etwas Leder, Kirsche, ein Hauch Minze und Pfeffer, sch?ne Harmonie, gez?gelte Kraft und L?nge, 95 Punkte

Gernot und Heike Heinrich, Gabarinza (ZW/BF/ME) 2006
r?staromatisch, in der Nase ein Hauch Marzipan, dann Hagebutte, Blaubeere, schwarzer Tee, feine S?ure, Tiefe, Kraft und Geschmeidigkeit, 95 Punkte