Stichprobe Piemont

6. Januar 2026

Wer neuen Platz im Keller braucht, muss manchmal auch in ein Schatzkästchen greifen. Dass auch dort nicht alles glänzt, was danach aussieht, ist eine Binsenweisheit. Doch zumindest die ersten beiden Weine brachten einen schönen Glanz in die Hütte, der beim dritten Vertreter aus dem Piemont jedoch schon deutlich verblasst war.

Corino, Piemont, Barolo 2003
gute Reife, Sauerkirsche, dunkles Fruchtgummi, etwas Eukalyptus und Rosmarin, fester Körper, straff bis ins Finale, stimmig, 94 Punkte

Parusso, Piemont, Barolo 2004
Blaubeere und Cassis, dezent rosenduftig, Marzipan, leichte Milchsäurenote, kräutrig, ausgewogen, 94 Punkte

Ca‘ del Baio, Piemont, Barbaresco Pora 2009
der jüngste Vertreter der Reihe ist am schlechtesten gereift, wirkt gezehrt und ist über dem Höhepunkt, o.P.

Kurztrip durch Spanien

28. Dezember 2025

Wie so oft zum Jahresende steigt die Lust auf Besonderes. Passend zur Jahreszeit gab es mal wieder gut gereifte Rotweine. Die vielversprechenden Vertreter aus fünf verschiedenen Weinregionen Spaniens konnten jedoch nur zum Teil überzeugen.

Mas Alta, Priorat, La Creu Alta 2007
blaubeerig, würzig, rosinig, etwas Teer, samtig, rundes Tannin und schöne Eleganz, 95 Punkte

Familia Castano, Yecla, Casa de la Cera 2014
Pflaumenmus, kräutrig, Berberitze, ziemlich glatt, mit leichter Schärfe, 92 Punkte

Roda, Rioja, Reserva 2003
speckig, etwas Minze, dunkles Fruchtgummi, Frische, elegant, straff und lang, 94 Punkte

Descendientes de J. Palacios, Bierzo, Villa de Corullon 2011
Kirsche und Brombeere, Pfeffernoten, Dörrpflaumen, Datteln, kantiger Charakter, 93 Punkte

Remelluri, Rioja, Granja Remelluri Gran Reserva 2012
süßwürzig, Veilchen, etwas Holunderfrucht, ätherisch und füllig, aber ohne große Harmonie, 92 Punkte

Alejandro Fernandez, Ribera del Duero, Pesquera Millenium Reserva 2008
dunkelbeerig, Graphit, erinnert etwas an frische Hopfendolden, fester Körper, 94 Punkte

Europäer in Neuseeland

13. Dezember 2025

Ziemlich genau am anderen Ende der Welt begegnen einem gar nicht so wenige Weine, die als klassisch für die alte Welt gelten – und deren Erzeuger aus eben jener alten Welt stammen. Im Fall der verkosteten Pinot Noirs sogar überwiegend aus der deutschsprachigen Welt: Hans Herzog und Georg Fromm (Schweiz) im Norden der Südinsel, Karl-Heinz Johner und Kai Schubert (Deutschland) sowie Wim Julicher (Niederlande) gegenüber im Süden der Nordinsel. Kein Wunder, sind die klimatischen Verhältnisse den mitteleuropäischen doch ziemlich vergleichbar:

Hans Family Estate, Marlborough, Pinot Noir 2010
feine Röstaromen, Rosmarin, Veilchen, kräftige Säure, eher leichtgewichtig und rustikal, 91 Punkte

Fromm Winery, Marlborough, Pinot Noir Clayvin Vineyard 2010
Dörrobst, dunkelbeerig, etwas Nelke und Wacholder, geräucherte Paprika, weich, samtig, eher flach, 91 Punkte

Schubert Wines, Wairarapa, Pinot Noir ‚Block B‘ 2010
schöne Röstaromen, Dörrpflaumen, kräutrig und ledrig, eingebundene Menthol- und Wacholdernote, dezent rotbeerig, dabei geschliffen, präzise und elegant, 95 Punkte

Julicher Estate, Wairarapa, Pinot Noir 2010
viel Himbeere und Pflaume, recht süßwürzig, füllig, aber weniger vielschichtig, 91 Punkte

Johner Estate, Wairarapa, Pinot Noir Reserve 2010
rote Johannisbeeren, Röstaromen, grüne Noten, etwas vegetabil, dabei schöne Fülle am Gaumen und mit langem Abgang, 93 Punkte