Ach ja, die ProWein

25. März 2010

…gab’s ja auch noch. Zwei Tage, zwei Hallen – mehr war nicht drin. Trotz gro?er Beschr?nkung auf die vermeintlichen Highlights und ungewohnt viel Disziplin (Ausspucken, Wegleeren, ab zum n?chsten…). Einige echte H?hepunkte waren so wenigstens kaum zu verfehlen. Die Wiederentdeckung gro?er Gr?ner Veltliner (z.B. von Hirtzberger) und die Bekanntschaft mir bislang unbekannter Gro?er Gew?chse (Rieslinge von Clemens Busch…) z?hlen da ganz sicher dazu. Vor allem aber auch die spontane und intensive Freundschaft zu einem Schweizer Schwergewicht, das sich aber leider kaum drum scheren d?rfte und meine Wege h?chstwahrscheinlich nicht mehr kreuzen wird: Gantenbein Chardonnay, 97 Punkte, bester trockener Wei?wein an den ich mich in meinem Weintrinkerleben ?berhaupt erinnern kann.

Pers?nliche ProWein-Premiere und nicht mal ann?hernd die H?lfte dessen erlebt und mitgemacht, was eigentlich geplant war. Dennoch, das was war, war schon was. Auch die Stadt abends zu erleben: D?sseldorf fest im Griff tausender ProWein-Besucher, die einfach nicht genug bekommen … 🙂

Tag 4 – Zur?ck in Mendoza

17. März 2010

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Es gibt auch Weinorte mit einem idyllischen Ortskern. Jedenfalls gilt das f?r den westlichen Teil von Luján de Cuyo, der sich durch besonders viele B?ume, Restaurants und Bars auszeichnet. Und in dem es sich auch besonders h?bsch ?bernachten l?sst – in unserem Fall ganz in der N?he des schon bekannten Weinguts Clos de Chacras.

Nicht ganz so nah liegt das Weingut Terrazas de Los Andes (http://www.terrazasdelosandes.com), das uns im Gegensatz zu Norton gerne empfing und auch wieder ganz spontan eine F?hrung mit Degustation f?r uns drei Ausl?nder zusammengestellt hat. Auch hier wieder eine Menge unterirdischer Betontanks, temperaturkontrollierter Edelstahltanks und Barriquef?sser, die Betonung der Handarbeit bei der Lese und des Terroirs. Hoch hinaus geht es f?r manche Rebsorten. Der Malbec w?chst in Lagen von ca. 1070m H?he, der Merlot bei etwa 1150m und der Chardonnay gar bei 1200m ?ber dem Meeresspiegel. Eine Fassprobe wurde mit einem fertigen Wein verglichen, eine Werkstatt f?r Barriquef?sser besucht und auch bei der Degustation im Besucherraum ging man ungew?hnliche Wege. Beim Herausfinden der typischen Aromen der Weine konnte man sich mit den entsprechenden Aromafl?schen helfen lassen.

Einer der besten und teuersten Weine des Weinguts ist der Afincado, der aber nicht ganz zu ?berzeugen wusste:

Afincado Single Vineyard, Cabernet Sauvignon 2005
Auf 980 m gewachsen, 100% frz. Eiche, 2,7 – 3 t / Hektar
buttrig,komplex, wenig Frucht, gr?nes Holz, Lakritz, Kakao, Pflaume, Liebst?ckl, pfeffrig, etwas penetrante Milchs?urenote, 89 P.

Nachdem es bei Navarro Correas dasselbe Problem f?r uns gab wie bei Norton, entschlossen wir uns f?r den etwas weiteren Weg nach Maipu, zu Familia Zuccardi. Dieser gro?e Erzeuger (http://www.familiazuccardi.com) bot eine der fachkundigsten F?hrungen, die wir je erlebt hatten. HighTech (z.B. Horizontalfermentation in italienischen Rotationstanks) wurde genauso gezeigt wie die Vorrichtungen f?r Handarbeit (manuelles Aussortieren der einzelnen Trauben f?r die Spitzenqualit?ten). Ein Drittel der Lagen werden ?kologisch bewirtschaftet, bei den Wei?weinen wird teilweise mit Spontanverg?rung gearbeitet und mit f?r S?damerika sehr exotischen Sorten experimentiert, wie z.B Nero d`Avola, Grenache, Mourvèdre, Touriga Nacional, Arinarnoa…

Zu probieren gab es nat?rlich auch was, u.a.

Malamado, Malbec Fortificado
Portweinstil mit 19%, Feige, dunkle Fr?chte, Zimt, viel Volumen und L?nge, 90 P.

Santa Julia Viognier 2008
Maischeg?rung mit Reinzuchthefen
, tropische und reife Fr?chte, Zitrus, 88+

Im originellen Shop des Hauses entsprechend eingedeckt ging es dann auch schon wieder zur?ck in die Capital Federal, nach Buenos Aires.
Aber auch dort ist Wein das bevorzugte Getr?nk…

Tag 3 – Auf die andere Andenseite ins Valle Central

16. März 2010

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Nicht gerade ein Tagesausflug, aber mit etwas mehr Zeit absolut lohnend: ein Besuch des Valle Central mit der Hauptstadt Santiago de Chile. Vor allem, weil man das gr??te Weingut Chiles, Concha y Toro in Pirque, nur ein paar Kilometer ?stlich Santiagos, besuchen kann. Die 72 Millonen Liter verkauften Weins (2008), die das Weingut zu den 10 gr??ten der Welt z?hlen l?sst, werden allerdings nur zu einem kleinen Teil an diesem Standort produziert. Hier gibt es, neben einem sehr ausgedehnten Park und den historischen Villen, einige sch?ne Barriquekeller zu sehen und eine computergesteuert tr?pfchenbew?sserte Jungweinanlage. Ein hoher technischer Standard ist hier, wie so oft, ganz selbstverst?ndlich.

Das Premium-Besucherpaket kostet stolze 35 US$ und beinhaltet neben einer ausf?hrlichen F?hrung eine Verkostung von 4 ausgezeichneten Weinen:

Marqués de Casa Concha, Merlot 2007
lang, dicht, dunkelbeerig, Bitterschokolade, Kaffee,
frz. Eiche, 91 P.

Marqués de Casa Concha,Carmenère 2007
Erdbeere, Himbeere, weicher trotz merklicher Gerbstoffe, Kaffee, 89 Punkte

Marqués de Casa Concha, Shiraz 2007
Pfeffer, Minze, Eukalyptus, elegant, 89 Punkte

Marqués de Casa Concha,Cabernet Sauvignon 2007
Pflaume, Holunder, Leder, Lakritz, 90 Punkte

Interessant ist auch das ganze touristische Treiben. So sind st?ndig verschiedene Besuchergruppen in verschiedenen Tourkategorien mit ihren F?hrern in unterschiedlichen Sprachen unterwegs. Kein Wunder, dass sich manchmal Wartezeiten vor dem Degustationsgeb?ude bilden und die Zeit f?r Fragen und Proben limitiert ist. Im Restaurant und dem Au?enbereich spielt das zum Gl?ck dann keine Rolle mehr. Aber auch hier: Wine matters!

Amelia, Chardonnay 2007: expressiv, Mango, etwas grobschl?chtig, Barrique, langer Abgang, 88 Punkte

Terrunyo, Sauvignon Blanc 2008: etwas Stachelbeere, recht grasig, 87 Punkte

Beinahe unn?tig zu erw?hnen, dass hier in einem ziemlich gro?en Shop nicht nur die Bed?rfnisse nach Wein befriedigt werden. Auch Literatur, Bekleidung jeglicher Art und sonstige Merchandising-Artikel buhlen um die Aufmerksamkeit der Besucher. Einige Stunden kann man f?r Concha y Toro also schon einplanen.