Craft-Biere aus W?rttemberg

24. Juni 2015

Nicht nur die Weinwelt unterliegt Trends, auch beim Thema Bier besinnen sich die Erzeuger immer mehr auf Qualit?t und Charakter. Neue Produkte in meist kleiner Auflage, die sich durch einen individuellen Geschmack von oft uniformen Fernsehbieren abgrenzen, werden h?ufig als Craft-Biere bezeichnet. Viele der Brauereien experimentieren mit speziellen Malzkombinationen und Hefen um ungew?hnliche und eigenst?ndige Aromen zu schaffen – innerhalb des deutschen Reinheitsgebots, teilweise aber auch au?erhalb. Einige au?ergew?hnliche Craft-Biere aus W?rttemberg gab es k?rzlich zu verkosten.

„Heubacher Strong Ale“, Hirschbrauerei Heubach, 6,5%
das oberg?rige, dunkle Starkbier mit seiner Mahagonifarbe hat eine kr?utrig-malzige Note, ist samtig und schlank und hat eine feine Bittere im Abgang, 87 Punkte

„Heubacher Chocolate Bock“, Hirschbrauerei Heubach, 7,0%
eine Bockbierspezialit?t, die 6 Wochen auf ganzen Kakaobohnen reifte. Filigran, mit Kakaonote, aber auch Heu und etwas Minze, 88 Punkte

„H?rkules“, Brauerei Clemens H?rle, Leutkirch, 7,5%
s?mtliche Zutaten stammen aus der Gemarkung Leutkirch;  Zitrus, Tee- und Karamellaromen, klare, frische und trinkanimierende Stilistik, 90 Punkte

„14“ Green Label, Hirsch-Brauerei Honer Wurmlingen, 7,5%
Bockbier aus drei verschiedenen Aromahopfen. Erinnert etwas an schweizer Kr?uterzucker, Waldmeister, auch Mandarine, eher d?nn, 87 Punkte

„13“ Silver Label, Hirsch-Brauerei Honer Wurmlingen, 9%
das flaschengereifte Weizenbock ?berzeugt durch seine Stoffigkeit bei gleichzeitiger Frische; feine Zitrus- und Aprikosennoten, 92 Punkte

„Ambrosius“ Abtei-Bier 2011, Alpirsbacher Klosterbr?u Glauner, 7,7%
weich im Antrunk, Blockmalz, feine Hopfennote, merkliche Bittere bei ordentlicher L?nge, 88 Punkte

„Alb-Bourbon“ 2013, Brauhaus Zollernalb Albstadt-Ebingen, 7,7%
ein 7 – 9 Monate in frisch entleerten Bourbonf?ssern gereifter Doppelbock an dem sich die Geister schieden. Deutliche Karamellt?ne, auch etwas gelbfruchtig, perlig-zitronig, dabei mit einer unerwarteten Kapernnote, 89 Punkte

Toskanas Weinelite Teil 3 – viel mehr als nur Solaia

7. Juni 2015

Nach zwei Top-Degustationen der toskanischen Rotweinelite stand nun eine dritte Testreihe des Jahrgangs 1995 an: Weine aus dem Landesinnneren modernen Zuschnitts ganz oder ?berwiegend aus Cabernet Sauvignon.

Marchesi de`Frescobaldi „Mormoreto“ 1995
in der Nase reichhaltiger als am Gaumen, braune Butter, Leder, Rumschokolade, Blut und Paprika, 90 Punkte

Azienda Agricola Poliziano „Le Stanze“ 1995
Lakritz, Holunder, sch?ne Mineralit?t, dabei fleischig mit runden Tanninen, 92 Punkte

Fattoria Villa Cafaggio „Cortaccio“ 1995
beerenfruchtig, v.a. Heidelbeere, Sanddorn, Tabak, dezente Kr?utrigkeit, Karamell, sehr elegant und stimmig, kraftvoller und f?lliger Stoff, dabei seidiges Tannin, 95 Punkte

Isole e Olena „Collezione de Marchi“ 1995
Backpflaumen, Leder, rosa Pfeffer, feine W?rze, reifer Paprika, ausgewogen, 92 Punkte

Tenuta Col d`Orcia „Olmaia“ 1995
extrem dicht, Teer, Liebst?ckl, Kaffee, Pfeffer, Wacholder, hervorragende L?nge, 94 Punkte

Marchesi Antinori „Solaia“ 1995
der teuerste Wein war auch der schw?chste: bei aller Wucht auch Noten von Meerrettich und Kartoffeln, ziemlich vegetabil bis in den Abgang, etwas Pappe, wirkt recht hart, 87 Punkte

10 Jahre Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy® Der Versuch einer Bilanz

28. Mai 2015

Ein Gastbeitrag von Matthias Schwerdtle

10 Jahre Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy®, das hei?t unz?hlige probierte Weine in der Preiskategorie bis 10 ?uro, darunter viel Mittelma?, Geheimtipps, die keine waren, sogenannte Expertenempfehlungen, die sich als Rohrkrepierer erwiesen, aber auch die eine oder andere positive ?berraschung. War die K?rrnerarbeit der Vorproben aber erst einmal verrichtet und die Spreu vom Weizen getrennt, buhlten, je nach Jahr, 8 bis 10 Weine in den jeweiligen Finals um die Gunst einer illustren Jury, die den jeweiligen Sieger k?ren durfte. Insgesamt 91 Weine hatten sich f?r die zehn Endrunden qualifiziert, und davon stellten folgende L?nder folgende Anzahl an Teilnehmern:

1. Spanien: 23
2. Italien: 21
3. Chile: 14

4. Argentinien und Frankreich: je 12
6. Australien, Deutschland und S?dafrika: je 2
9. Griechenland, Portugal und U.S.A.: je 1

30 Weine erreichten im Lauf der Jahre einen Schnitt von hervorragenden 87 Punkten oder mehr, sie kamen aus:

1. Spanien: 11
2. Argentinien und Chile: je 5
4. Italien: 4
5. Australien und Frankreich: je 2
7. Deutschland: 1

Die Siegerweine verteilten sich folgenderma?en:

1. Spanien: 5
2. Argentinien: 2
3. Australien, Chile und Italien: je 1

Auff?llig ist, dass Spanien in jeder Kategorie f?hrend ist. Dies mag sicher auch den pers?nlichen Vorlieben der Tester geschuldet sein, relativiert sich aber durch die Tatsache, dass sich die Zusammensetzung der Jury in den Finalrunden von Jahr zu Jahr ?nderte. Dass spanische Rotweine diesen Wettbewerb dominieren, ist also alles andere als ein Zufall. An zweiter Stelle im Nationenranking folgen (auf Augenh?he) Argentinien, Chile sowie Italien. Etwas ?berraschend kommt Frankreich erst an f?nfter Position ins Ziel, eine Platzierung, die dem Selbstverst?ndnis der Grande Nation sicher nicht entspricht. Dass aber auch in anderen L?ndern hervorragende Weine in der relevanten Preiskategorie gemacht werden, beweist nicht zuletzt der Sieg eines australischen Weines bei der f?nften Auflage der Trophy!