Burgunder zum Rutsch

4. Januar 2015

Der Heilige des Tages gab die Order aus, und so wurden einige ?ltere deutsche Burgunder aus dem Keller gezaubert. Ob Papst Silvester I. seine Freude an diesen Weinen gehabt h?tte, ist nat?rlich reine Spekulation. Die Genussrunde, die sich an seinem Namenstag zusammenfand, hatte es jedenfalls mit einer nicht durchg?nigig ?berzeugenden Kollektion zu tun, was bei manchen hochgehandelten Namen schon eine kleine Entt?uschung war. Los ging es jedenfalls b?renstark:

Karl H. Johner, Wei?er Burgunder „SJ“ 2000
gold- bis bernsteinfarben, frisch, gelbfruchtig, Zitrus, Tannennadelw?rze, etwas Honig, feine S?ure und elegantes Holz, 93 Punkte

Ziereisen, Pinot Noir „Jaspis“ Alte Reben 2004
dunkelfarbig, kr?ftig-stoffig, Teer, Graphit, Lakritz, rauchig, dezent beerig, etwas seifig, gute Balance, 90 Punkte

Knab, Sp?tburgunder *** Endinger Engelsberg 2002
burgunderfruchtig-rotbeerig, etwas Graphit, sch?ne W?rze, ausgewogene S?ure, 91 Punkte

Karl H. Johner, Blauer Sp?tburgunder „SJ“ 2000
hellfruchtig, frisch, gute Konzentration, leichte Bitternote, im Abgang etwas spitz, 89 Punkte

Sch?n gepasst h?tte au?erdem, wenn denn aufgund eines Flaschenfehlers nicht ungenie?bar, ein 2003er Philippi Sp?tburgunder „R“ vom Weingut Koehler-Ruprecht.

?berzeugen konnte dann allerdings der frisch degorgierte Winzersekt von Rainer Schnaitmann, Evoé! Blanc de Noirs 2011 (Pinot Noir und Pinot Meunier) mit Frucht, Rassigkeit und Eleganz (92 Punkte).

Ein paar Lemberger Spitzen

31. Dezember 2014

Hervorragende Qualit?ten beim Lemberger sind l?ngst keine ?berraschung mehr, auch nicht, dass die h?herwertigen w?rttembergischen Vertreter dieser Sorte ausgezeichnet reifen k?nnen.  Umso mehr Grund also, sich diese Erkenntnis immer wieder aufs Neue zu erarbeiten. Interessant ist dabei ?brigens, dass der erst k?rzlich besprochene Lemberger aus dem Hause Kuntz sich auch bei einer renommierten VdP-Konkurrenz an die Spitze stellen kann:

Graf Neipperg, Schwaigerner Ruthe Lemberger 2005
ansprechende Mandel- und Pflaumenaromen, entwickelt aber mit der Zeit etwas animalische und krautige Noten, eher leichtgewichtig, 87 Punkte

Heid, Fellbacher Goldberg Lemberger *** 2005
Brombeerfrucht, Graphit, feste Tannine bei sch?ner Fleischigkeit, hat noch eine merkliche, aber nicht zu dominante S?ure im Abgang, 90 Punkte

Kuntz, Lemberger 2007
blaubeerig, medizinal, etwas Mandel, Zigarrenkiste, leicht rauchige W?rze, f?llig, gute L?nge am Gaumen, 92 Punkte

Aldinger, Fellbacher L?mmler Lemberger *** 2005
Cassis, S??kirsche, ein Hauch Wacholder und Tr?ffel, weiche Tannine, viel Volumen und L?nge, 92 Punkte

Kraftpakete der Extraklasse – Syrah aus dem S?den Frankreichs

14. Dezember 2014

Ein exklusives Vergn?gen versprachen drei Weine, die lange wie ein Schatz geh?tet wurden. So leicht dieser auch zu heben war, so m?chtig war doch der Eindruck, den er hinterlie?:

Clos des Truffiers, Coteaux du Languedoc 2003
kr?ftige W?rze, Veilchen in der Nase, Backpflaumen, Marzipan, Johannisbeerlaub, Teer, weiche, fast buttrige Geschmeidigkeit, unglaublich langes Finale, 97 Punkte

Domaine Auguste Clape, Cornas 2001
sch?ne F?lle, strengbeerig, erdig-maskulin, Kakaobohne, Ovomaltine, etwas gr?n-gem?sig, 89 Punkte

Domaine de Cascavel, Les Nayes, Côtes du Ventoux 2004
rotbeerig, Tabak, viel gez?gelte Kraft und zupackende, aber hervorragend eingebundene S?ure, langer Nachhall, 93 Punkte