Dolce Vita beim Jubil?um

11. Mai 2015

Ein Gastbeitrag von Matthias Schwerdtle

Wer h?tte das bei der ersten Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy®” gedacht, dass die aus einer Laune heraus entstandene Veranstaltung, in der die besten noch k?uflich zu erwerbenden Rotweine unter 10 ?uro gek?rt werden, in diesem Jahr bereits ihre zehnte Auflage feiern durfte? Wie es sich f?r ein Jubil?um geh?rt, pr?sentierten sich die Weine, die sich bei intensiven Vorproben f?r das Finale qualifiziert hatten, in Bestform. Dabei konnte nach einem ?u?erst spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins Italien jubeln, denn zum ersten Mal durfte es den Sieger stellen, namentlich den Primitivo di Manduria „Sangaetano“ von der Cantine Due Palme. Erfreulich aus deutscher Sicht: der dritte Platz von Fritz Wa?mer mit einer ungew?hnlichen, aber sehr gelungenen Rebsortenkombination aus Pinot Noir und Syrah.

Die im Finale vertretenen Weine waren (in Klammern die Durchschnittsbewertungen der Juroren):

  1. 2013er Primitivo di Manduria „Sangaetano“, 14%
    Cantine Due Palme (87,67 Punkte)

  2. 2011er Crianza, 14.5%
    Bodega y Vińedos Solabal (87,61 Punkte)

  3. 2012er Pinot & Syrah, 13.5%
    Weingut Fritz Wa?mer (87,06 Punkte)

  4. 2012er Carmenere „Estate Series“, 13.5%
    Vińa Errázuriz (86,94 Punkte)

  5. 2010er Carmenere Reserve „nudo“, 14%
    Vińa La Ronciere (86,17 Punkte)

  6. 2013er Rosso di Montepulciano, 13.5%
    Azienda Agricola Poliziano (85,94 Punkte)

  7. 2012er Nero d`Avola, 14.5%
    Morgante (85,78 Punkte)

  8. 2013er Cabernet Sauvignon „Casillero del Diablo Reserva Privada“,14%
    Vińa Concha y Toro (85,67 Punkte)

  9. 2009er Blaye Côtes de Bordeaux, 14%
    Château La Raz Caman (85,50 Punkte)

  10. 2010er Crianza „Finca La Emperatriz“, 14%
    Bodegas La Emperatriz (84,61 Punkte)

Eine echte Rarit?t

3. Mai 2015

Gialdi, trentasei Ticino Merlot 2003Weine aus der Schweiz sind im Ausland oft nur schwer zu finden. Im Besonderen gilt das f?r einen Wein, der auch unter Weinkennern in Deutschland nahezu unbekannt ist, obwohl er durch seine Qualit?t (und vor allem seinen Preis) ein deutliches Ausrufezeichen setzt. Grund genug, diesen au?ergew?hnlichen Wein aus dem Tessin einmal n?her unter die Lupe zu nehmen:

Gialdi, trentasei Ticino Merlot 2003
36 Monate in franz?sischen Barriques gereift; sehr dunkel und undurchdringlich, klare und komplexe Aromatik: Schokolade mit hohem Kakaoanteil, Pflaumenmus, Brombeere, viel Nelke, deutliche Lakritznote und etwas frisches Brot. Bei aller Wucht im Bukett am Gaumen doch schlank und elegant, w?rzig, allerdings auch mit deutlichen Reifenoten. 92 Punkte

Reifes aus Sizilien

5. April 2015

Vor dem Vergleich einiger Vertreter der sizilianischen Rotweinspezialit?t Nero d’Avola gab es eine angenehme ?berraschung. Der Tasca d’Almerita Chardonnay 1995 hatte aufgrund seines Alters eigentlich keinen Anlass f?r besondere Hoffnungen gegeben, war dann aber doch ein sehr angenehmer Auftakt: buttrig, ohne ?ppig-ausladend zu sein, Karamell und etwas getrocknete Aprikose und eine eher dezente Honignote – 89 Punkte.

Das Hauptprogramm:

Cusumano, sŕgana, Nero d’Avola 2003
rote Johannisbeere, etwas blutig, vor allem in der zweiten H?lfte deutliche, aber feine S?ure, 88 Punkte

Morgante, Don Antonio, Nero d’Avola 2003
f?llig und fleischig, etwas Graphit, Kraft und L?nge, leichtes, aber kleidsames Bitterl im Abgang, 90 Punkte

Firriato, Harmonium, Nero d’Avola 2003
deutliche Reifet?ne, Kakao und Karamellnoten, recht leichtgewichtig, S?ure?bergewicht, 86 Punkte

Il Cantante, Nero d’Avola 2003
klar strukturiert, etwas senfsaatig, sehr schlank, merkliche S?ure im Abgang, 87 Punkte