Cab vom Kap

10. März 2018

Mancher Z?gling aus ?bersee war fr?her ja mal auf der Blaubeer- oder einer ?hnlichen Schule und hatte dort ziemlich viel Fruchtlehre genossen. Mit etwas Reife und Lebenserfahrung zeigt sich dann aber doch manchmal, dass zu Jugendzeiten auch noch andere Samenk?rner gelegt wurden, die sich im Alter – mal mehr, mal weniger -  als stabile Pfl?nzchen erweisen. So auch beim k?rzlich vorgelegten Cabernet Sauvignon aus Stellenbosch, S?dafrika:

Laibach, Stellenbosch, Friedrich Laibach 1999
rauchig, speckig, Leder, etwas Brombeermarmelade, Paprika, Fruchtdruck, gut ausbalanciert und dicht, 93 Punkte

Vergelegen, Stellenbosch, Cabernet Sauvignon 1998
f?llig und weich, Blaubeere und gr?ner Paprika, feine Zimt- und Gew?rznoten, 91 Punkte

 

Zeit f?r Bordeaux: 1994er im Vergleich

12. Februar 2018

Oft als mittelm??ig bezeichnet, ist 1994 im Bordelais zweifellos ein Jahrgang, der mit einem hei?en Sommer und einer verregneten Lesezeit einige Herausforderungen an die Arbeit des Winzers stellte. Lange Zeit verschlossenene Weine waren keine Seltenheit. Doch nun, nach 24 Jahren, sollte ein genaueres Bild m?glich sein, als es die Kritiker im Brustton der ?berzeugung schon nach den allerersten Stichproben von sich gaben:

Château Pontet-Canet, Pauillac, 1994
Tabak, Blaubeeren, Leder, wirkt sehr frisch, 91 Punkte

Château Haut-Brion, Pessac-Leognan, 1994
S??kirsche, zimtige W?rze, dezent mediterran-kr?utrig, etwas Wacholder, gute Harmonie, 93 Punkte

Château Smith Haut Lafite, Pessac-Leognan, 1994
Graphit, etwas Paprika, Kaffee, leichte Sch?rfe und etwas gr?n wirkend, gez?gelte Kraft, ordentliche Dichte, 91 Punkte

Château Sociando-Mallet, Haut-Medoc, 1994
Sauerkirsche, Nelke, etwas Animalik, wirkt streng, harte Tannine, 88 Punkte

Château Léoville Las Cases, Saint-Julien, 1994
Kirsch, Wacholder, Karamell, Tabakbl?tter, etwas Teer und Himbeer, komplex, geschmeidig und ausgewogen, 95 Punkte

Château Pichon-Longueville-Baron, Pauillac, 1994
Mandelaromatik, dezente Kr?utrigkeit, in der Nase Lik?rnote, geschliffen, harmonisch, ohne ausgepr?gt vielschichtig zu sein, 92 Punkte

 

 

Fr?hburgunder aus W?rttemberg

1. Februar 2018

Zwar f?hrt der Fr?hburgunder ein Nischendasein im Schatten des gro?en Bruders Sp?tburgunder, doch immer mehr Winzer erkennen das Potenzial dieser zwischenzeitlich in Deutschland fast ausgestorbenen Sorte. In W?rttemberg wird diese wenig ertragreiche Sorte auch gerne Clevner genannt und f?hrt teilweise zu beachtlichen Ergebnissen:

Schnaitmann, W?rttemberg, Fr?hburgunder Simonroth 2011
etwas Teer, schwarzer Pfeffer, Lakritz, rotbeerig, Karamell, Wacholder, saftig, charaktervoll mit runden Tanninen, 91 Punkte

B?chner, W?rttemberg, Fr?hburgunder 480 NN 2009
cremige Textur, speckig, etwas Erdbeere, rund und recht glatt, 89 Punkte

Staatsweingut W?rttemberg, Clevner Hades 2007
schwarze Johannisbeere, Butter, stoffig, kr?ftige S?ure als Gegengewicht, insgesamt stimmig, 90 Punkte