Wein aus Georgien – eine lohnende Erfahrung

28. Juni 2020

Hierzulande noch weitgehend unbekannt sind Weine aus Georgien, obwohl dieses Land eine sehr alte Weinbautradition hat. Schon vor 6000 Jahren hat man dort Wein in Tonamphoren, den sogenannten Qvevri, ausgebaut. Auch heute macht man das zum Teil noch so und die Ergebnisse sind absolut spannend, wie der weinblogger bei einer kleinen Verkostung der Weine des Weinguts Chelti aus der Region Kachetien feststellen durfte. Die beiden Rotweine sind aus der Rebsorte Saperavi, die kraftvolle, farbintensive Weine hervorbringt und der Wei?e aus Mtsvane und Rkatsiteli, der h?ufigsten und ?ltesten Wei?weinsorte des Landes. Georgischer Wein – ein Thema, das eine n?here Besch?ftigung lohnt (N?heres unter https://wein-organisation.de)

Chelti, White, 2018
hellfarben, dezent florale Noten, Honigmelone, Birne, ein Hauch Karamell und Zimt, s?uremild, trotzdem mit sch?ner Frische und Harmonie, 86 Punkte

Chelti, Saperavi, 2018
beeindruckende Farbtiefe, Pflaumenmus, Holunder, Sauerkirschnoten, Granatapfel, sch?ne Saftigkeit und W?rze, gute Balance, 89 Punkte
 
Chelti, Saperavi of Qvevri, 2017
tiefdunkel, dunkle Beerenfr?chte, v.a. Brombeere, Heidelbeere, Holunder, auch etwas Pflaumenkompott, Kirscharomen, dazu feine Lakritznoten, etwas Zimt und braune Butter, Leder, druckvoll und lang, 91 Punkte
 

Gelungene Integration: Cabernet und mehr aus der Toskana

16. Juni 2020

In der Toskana kann nicht nur der heimische Sangiovese viel Spa? bereiten, sondern auch Weine, die vom Cabernet Sauvignon dominiert sind. Ist im Fall von Polizianos Le Stanze Merlot der Partner, ist beim Loto neben dem Cabernet Sauvignon au?erdem Petit Verdot dabei. Beim Sada findet sich der Cabernet Franc anstelle des Merlot. Eine Rebsortenzusammensetzung, die klassischerweise f?r das Bordelais pr?gend ist, aber auch in Mittelitalien hervorragend funktionieren kann. Das gilt besonders f?r den ersten Wein, der in dieser kleinen Runde verkostet wurde:

Poliziano, Toskana, Le Stanze 2007
etwas Paprika, Waldbeeren, Kaffee, dazu frisch gemahlener gr?ner Pfeffer, samtig, mit einem straffen Ger?st, Kraft und L?nge, 93+ Punkte

Fattoria Carpoli, Toskana, Sada, 2006
Tabak, Leder, Pflaumenmus, balsamisch, etwas gezehrt wirkend, deutliche Reife, dominantes Tannin, 90 Punkte

Villa Santo Stefano, Toskana, Loto, 2008
Blaubeeren, gr?ner Paprika, Leder, aber zun?chst auch etwas nasse Pappe; kraftvoll, daf?r Abstriche bei Komplexit?t und Finesse, 90 Punkte

Sp?tburgunderland Deutschland 2. Akt

30. Mai 2020

Auf zwei Beinen steht es sich bekanntlich leichter als auf einem. Deshalb hier Teil zwei der deutschen Sp?tburgunderserie aus dem vorletzten Jahrzehnt:

Meyer-N?kel, Ahr, Sp?tburgunder S trocken 2003
deutlich gereift, Pflaumenmus, etwas S??kirsche, ein Hauch Menthol, samtig, dezente S?ure, 90 Punkte

Weingut Knab, Baden, Sp?tburgunder Auslese trocken Endinger Engelsberg 2003 
 kr?ftig rotbeerig, Kirsche, Marzipan, Rosenton, etwas Rharbarber, braune Butter, m?chtig+saftig, wenig S?ure, 91 Punkte

Franz Keller, Baden, Sp?tburgunder Selection A 2005
Toffee, erdig, zun?chst auch etwas r?big, samtig, aber etwas zu s??lich, 88 Punkte

Deutzerhof, Ahr, Sp?tburgunder Mayschosser M?nchberg 2005
extraktreich, kr?utrig, gleichzeitig fleischig, aber auch schon merklich gereift, mit Kakaonote und nussiger Anmutung, 92 Punkte

Knipser, Pfalz, Sp?tburgunder Auslese trocken Kirschgarten 2003
intensiv rotfruchtig, v.a. Himbeere und S??kirsche, gleichzeitig rauchig und leicht blutig, auch etwas Pflaumenmus, kraftvoll und ungeheuer animierend bei perfekter Balance und Eleganz, fast noch jugendlich wirkend, 97 Punkte

Duijn, Baden, Pinot Noir SD 2005
sofort pr?sent: rote Waldbeeren, W?rze, etwas Leder; einerserseits etwas wild, andererseits auch geschliffen wirkend, feine S?ure, saftig, 95 Punkte