Das linke Ufer der Gironde sorgt bekanntlich für kraftvolle, oftmals als maskulin titulierte Weine, die vom Cabernet Sauvignon dominiert sind, wohingegen auf der rechten Seite eher zugänglichere, feinere Weine überwiegend aus Merlot gewonnen werden. So weit die gängige und stark vereinfachte Charakterisierung der wichtigsten Weinstile im Bordelais. Dichte und Eleganz hingegen sind keineswegs das Privileg einer der beiden Seiten sondern zeichnen die besten Weine im ganzen Gebiet aus. Auch jenseits der weltberühmten großen Namen. Auf die folgenden fünf Vertreter des linken Ufers traf das allemal zu:
Château Sociando-Mallet, Haut-Medoc 1996 Leder, pflaumig-würzig, rotbeerig, dezente, feine Süße und viel Charme, Eleganz und schöne Harmonie, 96 Punkte
Château Smith-Haut Lafitte, Pessac-Leognan 1996 schöne Röstaromen, Noten von Kaffee und Paprika, etwas strenger und muskulöser mit guter Länge, 96 Punkte
Château Haut Batailley, Pauillac 2009 Heidelbeeren, Nussschokolade, Orangenzesten und leichte Milchsäurenote, auch etwas Zwetschgenkompott, geschliffenes Tannin, 96 Punkte
Château Grand-Puy-Lacoste, Pauillac 1996 dunkle Beerenfrucht, kräutrig, Weißdorn, auch etwas blutig; schön stoffig und rund, dabei noch frisch wirkend, 98 Punkte
Château d’Armailhac, Pauillac 2005 Wacholder und Beerenfrüchte, viel Kraft und Konzentration, blutig, zupackend und fleischig, 96 Punkte
Einige Namen, die in den letzten Jahren regelmäßig auf dieser Liste erschienen sind, fehlen dieses Jahr leider. Nicht, weil sie der weinblogger ausgelassen hätte, sondern weil sie es, nebst anderen großartigen Erzeugern, vorzogen, dieses Jahr die ProWein zu meiden. Aber hier soll es nicht um den zunehmenden Bedeutungsverlust der Messe gehen, sondern um großartige Weine. Mit Rücksicht auf die Lesbarkeit der folgenden Liste gibt es hier nur Weine mit einer Wertung von 95 und mehr Punkten. Weltklasse eben:
Alljährlich, bevor die ProWein ihre Tore öffnet, lockt die Falstaff Big Bottle Party ab Samstagnachmittag nach Düsseldorf. Insbesondere das Tasting vor Partybeginn ist lohnenswert, ist doch da schon eine große Zahl internationaler, vor allem italienischer, Spitzenbetriebe anwesend. Probiert wurden dieses Jahr fast ausschließlich Rotweine: