100 Punkte sind f?r diesen Ausnahme-Brunello keine Seltenheit und auch der 2004er wurde von der internationalen Weinkritik exzellent bewertet. Und auf einmal war dieser Wein im Glas und die Spannung entsprechend hoch. Auch hier zeigt sich: Wie bei allen Weinen auf absolutem Top-Niveau sollte man sich beim Verkosten Zeit lassen, dann wird die Belohnung umso gr??er. Gut, dass es nach dem ersten noch ein zweites und ein drittes Glas davon gab. Mehr Brunello geht nicht. Vermutlich.
Casanova di Neri, Brunello di Montalcino Cerretalto 2004 balsamisch-rauchig, ?therische Eukalyptusnoten, Holunder, Lakritz, etwas Bitterschokolade, feines, ungemein seidiges Tannin, lebhafte S?ure, sehr dicht, geschliffen und gro?artig balanciert, 98 Punkte
Barolo-Weine verlangen dem geneigten Konsumenten schon eine gewisse Geduld ab, will er seine Rotweinsch?tze dann genie?en, wenn sie auf dem H?hepunkt sind. Die Nebbiolotraube sorgt in den ersten Jahren oft f?r eher verschlossene Weine, die zun?chst von Gerbstoffen und S?ure gepr?gt sind, deren au?erordentliche Komplexit?t mit zunehmender Reife aber immer mehr in den Vordergrund r?ckt. Strenge Regeln die klar definierten Herkunftsgemeinden, Mengenbeschr?nkung und lange Lagerzeit betreffend sorgen f?r hohe Qualit?tsstandards im Barolo-Anbaugebiet – wenn dann Weine aus Einzellagen und der ersten Dekade des Jahrtausends zusammenkommen, l?sst das einiges erwarten. V?llig zu Recht:
Domenico Clerico, Barolo Pajana 2009 r?staromatisch, Veilchen, etwas Leder, Kakaobohne, kr?ftige S?ure, klar, pr?zise, schlank, 95 Punkte
Elio Altare, Barolo Arborina 2005 pr?sente W?rze, viel Kirsche, auch Schokolade, Veilchen, doldenbl?tige Nase, f?llig mit reifem Tannin, 94 Punkte
Comm. G. B. Burlotto, Barolo Acclivi 2010 blaubeerig, samtig-buttrig, Toffee, fruchtbrausige Anmutung, etwas vegetabil und rauchspeckig, 92 Punkte
Rocche Costamagna, Barolo Rocche dell’Annunziata 2006 dunkelbeerig, wacholder?therisch, Trockenfr?chte, leicht brotig, druckvoll und frisch, 95 Punkte
Fontanafredda, Barolo Riserva 2004 lik?rig-rotbeerige Anmutung, etwas Rosmarin, weich und s??w?rzig, eher rustikal, 92 Punkte
Elvio Cogno, Barolo Riserva Vigna Elena 2005 rotbeerig und kr?utrig, etwas Lakritz, mineralisch-salzig, geschliffen und balanciert, 95 Punkte
Bartolo Mascarello, Barolo 2003 kaffeer?stig, Zwetschgenkompott, eingelegte Fr?chte, etwas balsamisch, Reifearomatik, 93 Punkte
Fontanafredda, Barolo La Rosa, 2010 dunkelbeerig, Lorbeer, ?therisch, frisch und komplex, sch?ne Balance, druckvoller Nachhall, 97 Punkte
ohne Wertung, aber keinesfalls zu verschweigen: Marcarini, Barolo ChinataVino Aromatizzato Barolo mit Chinarinde und anderen Kr?utern als Digestif, gelungener Schlusspunkt
Das von einem britischen Brauer gegr?ndete Weingut Yalumba hat viel Tradition, sind die ersten Reben doch schon 1849 gepflanzt worden. Tats?chlich gilt es als das ?lteste in Familienbesitz befindliche Weingut Australiens. Im s?daustralischen Barossa Valley gelegen produziert Yalumba dort, aber auch in anderen Regionen wie Coonawarra, auf 500 Hektar Rot- und Wei?weine, wovon Cabernet Sauvignon den gr??ten Anteil ausmacht. Eine Besonderheit ist die Lese bei Nacht, also bei k?hleren Temperaturen, um so unter anderem zu verhindern, dass der Traubenmost Gefahr l?uft viel zu fr?h anzug?ren – ein Faktor, der sicherlich zu den exzellenten Qualit?ten beitr?gt. Zwei Vertreter aus den 1990ern standen auf der Tagesordnung:
Yalumba, Barossa, The Signature Cabernet Sauvignon und Shiraz 1996 R?staromen, Paprika, blutige W?rze, gute Konzentration, dabei mit einer gewissen Strenge und Straffheit, gute L?nge, 94 Punkte
Yalumba, Coonawarra, The Menzies Cabernet Sauvignon 1998 blaubeerig, gr?ne Walnuss, auch etwas vegetabil mit unsauberen Noten, schnapsige Fr?chte, wirkt leider etwas oxidiert und mostig, l?sst aber erahnen, was dieser Wein in Bestform tats?chlich k?nnte…