2001er in Hochform

27. Oktober 2024

Die vergangenen gut zwei Jahrzehnte haben diese beiden roten Topgew?chse bestens ?berstanden, ohne dass ihnen das Alter auch nur im mindesten zugesetzt h?tte:

Manincor, S?dtirol, Castel Campan 2001
Die Top-Cuv?e des Hauses besteht aus Merlot und Cabernet Franc, ?beraus komplex, Pflaume, Sauerkirsche, Veilchen, Wacholder, kr?utrig, herbe Frische, aber auch sch?n saftig, dicht mit sehr guter L?nge, 96 Punkte

Domaine Courbis, Rh?ne, Cornas La Sabarotte 2001
Syrah mit roten Beerenfr?chten, S??holz in der Nase, Waldboden, wilde W?rze, auch etwas brotig, zwar streng, aber auch geschliffen, sch?ne L?nge, 93 Punkte

Ein letzter Tanz mit W?rde

22. Oktober 2024

Zweifellos eine besondere Gelegenheit: Ein einst stolzer Weinkeller durfte ein letztes Mal aufbl?hen, bevor er sich endg?ltig aufl?ste. Drei letzte, w?rdevoll gealterte Rotweine kamen in kleiner Runde auf den Tisch, der selbstredend Passendes aus der feinen K?che dazu bot. Das konnte sicherlich ?ber eine m?glicherweise aufkommende Wehmut ein wenig hinweghelfen – und auch dar?ber, dass der ideale Trinkzeitpunkt zum Teil wohl schon verstrichen war. Sei`s drum, genussvoll war es trotzdem:

Clos du Val, Kalifornien, Merlot Napa Valley 1983
verhalten, aber durchaus komplex: Graphit, etwas Zigarrenkiste, kr?uterw?rzig, Baisernote, mittlerer K?rper, gut balanciert, 92 Punkte

Vignerons des St. Tropez, C?tes de Provence, La Dame des Bois 1993
Leder, Brombeere, etwas Lakritz, warme Aromatik, immer noch mit straffem, festen K?rper, 92 Punkte

Comte de Malet Roquefort, Saint-Emilion, Clos La Gaffeli?re 1991
etwas Zedernholzduft, ziemlich vegetabil, mit Senfton, trotz einiger Kraft eher stumpf, wenig harmonisch, 87 Punkte

Von der Sonne verw?hnt

29. September 2024

… sei badischer Wein, so ein bekannter Werbespruch. Der Zusammenhang zwischen Sonne und Traubenreife ist evident, aber f?r Trinkfreude bedarf es mehr als hohe Mostgewichte. 2012 galt in Baden, wie in ganz Deutschland, als exzellenter Jahrgang und wurde meist h?her als 2013 bewertet. Doch man sollte vorsichtig damit sein, daraus abzuleiten, dass diese Weine heute deshalb automatisch mehr Spa? machen. Drei Jahrg?nge des gleichen Sp?tburgunders aus dem Kaiserstuhl machten in der Tat zwar Freude, unterschieden sich aber doch recht deutlich:

Bercher, Baden, Burkheimer Feuerberg Sp?tburgunder GG 2013
rotbeerig, Veilchen, Hagebutte, sehr pr?sent in der Nase, kernig, etwas gr?n wirkend, aber gleichzeitig samtig, sch?ne L?nge, 93 Punkte

Bercher, Baden, Burkheimer Feuerberg Sp?tburgunder GG 2012
Mandelaroma, weiche Anmutung, aber auch mit eher gr?nen Tanninen und leichter Bitternote, weniger Spannung als 2013, 91 Punkte

Bercher, Baden, Burkheimer Feuerberg Sp?tburgunder GG 2011
kirschig, speckig, schwarzer Tee, etwas Lakritz und Wacholder, sch?ne W?rze, gute Balance, 95 Punkte