Die vergangenen gut zwei Jahrzehnte haben diese beiden roten Topgew?chse bestens ?berstanden, ohne dass ihnen das Alter auch nur im mindesten zugesetzt h?tte:
Manincor, S?dtirol, Castel Campan 2001 Die Top-Cuv?e des Hauses besteht aus Merlot und Cabernet Franc, ?beraus komplex, Pflaume, Sauerkirsche, Veilchen, Wacholder, kr?utrig, herbe Frische, aber auch sch?n saftig, dicht mit sehr guter L?nge, 96 Punkte
Domaine Courbis, Rh?ne, Cornas La Sabarotte 2001 Syrah mit roten Beerenfr?chten, S??holz in der Nase, Waldboden, wilde W?rze, auch etwas brotig, zwar streng, aber auch geschliffen, sch?ne L?nge, 93 Punkte
Zweifellos eine besondere Gelegenheit: Ein einst stolzer Weinkeller durfte ein letztes Mal aufbl?hen, bevor er sich endg?ltig aufl?ste. Drei letzte, w?rdevoll gealterte Rotweine kamen in kleiner Runde auf den Tisch, der selbstredend Passendes aus der feinen K?che dazu bot. Das konnte sicherlich ?ber eine m?glicherweise aufkommende Wehmut ein wenig hinweghelfen – und auch dar?ber, dass der ideale Trinkzeitpunkt zum Teil wohl schon verstrichen war. Sei`s drum, genussvoll war es trotzdem:
Clos du Val, Kalifornien, Merlot Napa Valley 1983 verhalten, aber durchaus komplex: Graphit, etwas Zigarrenkiste, kr?uterw?rzig, Baisernote, mittlerer K?rper, gut balanciert, 92 Punkte
Vignerons des St. Tropez, C?tes de Provence, La Dame des Bois 1993 Leder, Brombeere, etwas Lakritz, warme Aromatik, immer noch mit straffem, festen K?rper, 92 Punkte
Comte de Malet Roquefort, Saint-Emilion, Clos La Gaffeli?re 1991 etwas Zedernholzduft, ziemlich vegetabil, mit Senfton, trotz einiger Kraft eher stumpf, wenig harmonisch, 87 Punkte
… sei badischer Wein, so ein bekannter Werbespruch. Der Zusammenhang zwischen Sonne und Traubenreife ist evident, aber f?r Trinkfreude bedarf es mehr als hohe Mostgewichte. 2012 galt in Baden, wie in ganz Deutschland, als exzellenter Jahrgang und wurde meist h?her als 2013 bewertet. Doch man sollte vorsichtig damit sein, daraus abzuleiten, dass diese Weine heute deshalb automatisch mehr Spa? machen. Drei Jahrg?nge des gleichen Sp?tburgunders aus dem Kaiserstuhl machten in der Tat zwar Freude, unterschieden sich aber doch recht deutlich:
Bercher, Baden, Burkheimer Feuerberg Sp?tburgunder GG 2013 rotbeerig, Veilchen, Hagebutte, sehr pr?sent in der Nase, kernig, etwas gr?n wirkend, aber gleichzeitig samtig, sch?ne L?nge, 93 Punkte
Bercher, Baden, Burkheimer Feuerberg Sp?tburgunder GG 2012 Mandelaroma, weiche Anmutung, aber auch mit eher gr?nen Tanninen und leichter Bitternote, weniger Spannung als 2013, 91 Punkte
Bercher, Baden, Burkheimer Feuerberg Sp?tburgunder GG 2011 kirschig, speckig, schwarzer Tee, etwas Lakritz und Wacholder, sch?ne W?rze, gute Balance, 95 Punkte