Grever Grandezza vom Feinsten

19. Mai 2013

Hohe Erwartungen weckte die Ank?ndigung, einige ?ltere Jahrg?nge von einem der gr??ten Weine aus der Toskana miteinander vergleichen zu k?nnen. Erwartungen, die nicht entt?uscht wurden, wie sich bei der Vertikalprobe des Camartina vor kurzem zeigte.

Das Weingut Querciabella betreibt mit seinem biologisch produzierten Topwein aus Sangiovese und Cabernet Sauvignon von Anfang an einen enormen Aufwand: Die streng selektierten Trauben werden  ohne Pressung in die G?rtanks gebracht, sp?ter – nach wie vor nach Rebsorten getrennt – in teils neuen, teils einj?hrigen franz?sischen Barriques ausgebaut, dann nach einem Jahr und einer weiteren Selektion schlie?lich zu einer Cuvée zusammengef?hrt, die noch weitere 8 bis 12 Monate im Holz reifen darf. Bei den degustierten Weinen aus den Neunzigern war Sangiovese die Hauptsorte – ein Sortenverh?ltnis, das sich zur Jahrtausendwende dann umkehrte.

Querciabella, Camartina 1990
Zigarrenkiste in der Nase, schwarze Kirschen, Holunder, etwas Teer, Leder, sch?ne F?lle, Kraft, dabei zupackend mit einer gut eingebundenen S?ure, au?erordentlich harmonisch, 95 Punkte

Querciabella, Camartina 1993
dezentes Mandelaroma, Lakritz, Kakaobohne, Noten von gelber Senfsaat, w?rzig,  91 Punkte

Querciabella, Camartina 1994
Zimt, Pflaume, feines Mandelaroma, Karamell, wirkt etwas verschlossen, aristokratisch vornehm, hat noch viel Potenzial, 93 Punkte

Querciabella, Camartina 1995
sehr konzentriert und dicht, etwas Zedernholz, Nelke, ein Hauch feinster Bourbon, immer noch zupackend mit gro?er L?nge und starkem Nachhall, 95 Punkte

Querciabella, Camartina 1996
wirkt geschliffen, Averna, schwarze Kirsche, etwas alkoholisch, adstringierend, ohne festen Unterbau, 90 Punkte

Querciabella, Camartina 1997
leider, leider Kork, dennoch merkt man diesem Spitzenjahrgang noch seine gro?e Kraft an.

Zum Schluss dann noch ein mehr als erw?hnenswerter s??er Trost:

J.J. Pr?m, Wehlener Sonnenuhr, Riesling Auslese 2006
95 Punkte


Die „Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy?“ tanzt Tango!

5. Mai 2013

Ein Gastbeitrag von Matthias Schwerdtle

Bereits zum 8. Mal wurden die besten Rotweine, die f?r weniger als 10 ?uro zum Zeitpunkt der Veranstaltung noch k?uflich erh?ltlich sein m?ssen, im Rahmen der „Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy?“ gek?rt. W?hrend der Vorproben zeichnete sich schnell ab, dass sich das Teilnehmerfeld der Endrunde deutlich von dem des letzten Jahres unterscheiden w?rde, da einige Schwergewichte, die in den Vorjahren regelm??ig im Finale vertreten waren, die Juroren in den aktuell am Markt erh?ltlichen Versionen nicht bzw. nicht v?llig ?berzeugen konnten. Von den 8 Weinen, die im Rahmen der Schlussdégustation von einer kompetenten Jury auf Herz und Nieren gepr?ft wurden, waren 6 erstmals dabei, was beweist, dass es sich bei der „Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy?“ um eine h?chst lebendige Veranstaltung handelt! Obwohl die europ?ischen Vertreter entgegen des langj?hrigen Trends heuer quantitativ deutlich in der Mehrheit waren, landeten doch beide s?damerikanischen Gew?chse auf dem Treppchen, und die Krone aufsetzen durfte sich schlie?lich verdienterma?en ein argentinischer Wein, n?mlich der 2011er Malbec 1300” der Andeluna Cellars aus Mendoza.

Nachfolgend die Weine der Finalrunde (in Klammern die Durchschnittsbewertungen der Juroren):

1. 2011er Malbec 1300”, 14%
Andeluna Cellars / Mendoza – Argentina (87,75 Punkte)

2. 2007er Syrah – Cabernet Franc – Tempranillo – Merlot „Terral”, 13.5%
Bodegas Sumarroca / Penedčs – Espańa (87,58 Punkte)

3. 2007er Cabernet Sauvignon – Merlot – Cabernet Franc Aljibes”, 13.5%
Bodega Los Aljibes / Castilla – Espańa (87,50 Punkte)

3. 2011er Cabernet Sauvignon – Carmenčre – Malbec – Syrah Quatro”, 14%
MontGras / Colchagua Valley – Chile (87,50 Punkte)

5. 2011er Nero d´Avola – Syrah „Benuara”, 14.5%
Cusumano / Sicilia – Italia (86,92 Punkte)

6. 2009er Barbera d`Alba Superiore, 14.5%
Azienda Agricola Valdinera / Piemonte – Italia (86,00 Punkte)

7. 2007er Monastrell – Petit Verdot Crianza, 13.5%
Bodegas y Vińedos Casa de la Ermita / Jumilla – Espańa (85,83 Punkte)

8. 2009er Limnio – Cabernet Sauvignon „Agathon”, 13.5%
Evangelos Tsantalis / Agion Oros Athos – Hellas (85,67 Punkte)

Vom Bl?hen und Welken – Riesling 2005

29. April 2013

Wie unterschiedlich sich gro?e trockene Rieslinge entwickeln k?nnen, zeigte neulich ein Vergleich zweier Top-Gew?chse aus dem Jahrgang 2005.  W?hrend das Alter dem einen schon merklich zu schaffen machte, stand der andere noch voll im Saft.

Leitz, Rheingau, Riesling Alte Reben R?desheimer Berg Rottland 2005
fast bernsteinfarben, feine kr?utrige W?rze, Brennnessel, D?rrobst, Karamell, etwas Honig, ziemlich reif, hat schon etwas Jod, sch?ne Mundf?lle aber ohne gro?e L?nge, 88 Punkte

Bassermann-Jordan, Pfalz, Riesling Gro?es Gew?chs Deidesheimer Hohenmorgen 2005
sch?ner Frischeeindruck, gelbe Fr?chte, reife Ananas, feine Brennnesselw?rze, Extrakt und S?ure sind gut ausbalanciert, bei aller Schlankheit dicht gewirkt, gute L?nge, noch l?ngst nicht am Ende der Entwicklung, 92 Punkte