Lemberger mit langer Laufzeit

16. März 2014

Leider hat es sich in Deutschland l?ngst noch nicht ?berall herumgesprochen, dass aus der w?rttembergischen Paradesorte Lemberger hervorragende Rotweine mit Komplexit?t und Tiefgang entstehen k?nnen. Doch ob diese nach ?ber 10 Jahren Reifung immer noch f?r echte Begeisterung sorgen k?nnten, war dann doch eher ungewiss. Umso mehr wurden bei der j?ngsten Weinprobe dann die Erwartungen ?bertroffen, da sich tats?chlich die gro?e Mehrheit der angestellten Weine in ausgezeichneter Verfassung pr?sentierte. Verkostet wurden je drei Lemberger aus den Regionen Remstal / Stuttgart und dem Heilbronner Unterland.

Remstal / Stuttgart:

Weinmanufaktur Untert?rkheim, Lemberger *** 2003
etwas Graphit und Bittermandel, leichte Animalik, gez?gelte Kraft, besitzt eine gewisse Strenge, gut strukturiert; langer Nachhall, 91 Punkte

Weingut Aldinger, Fellbacher L?mmler Lemberger *** 2003
sehr dunkelfarbig, viel Waldbeeren, auch Graphit, Kaffee und Schokolade, geschmeidig und kantig zugleich, wirkt noch recht jugendlich, 91 Punkte

Weingut Karl Haidle, Lemberger 2003
tintig, erdig, Rumtopf, dennoch eher schlank, mit etwas Bittermandel und leichter Senfnote, gute Harmonie, 90 Punkte

Unterland:

Weingut Drautz-Able, Lemberger „RD“ 2003
viel Brombeere, Mandel, etwas Holunder, Butter-und R?staromen, recht weich am Gaumen, 89 Punkte

Weingut G. A. Heinrich, Lemberger „Experiment Reserve XR“ 2003
komplex, aber nicht ganz ausgewogen – Pflaume, gr?ner Pfeffer, dunkler Fruchtgummi, etwas senfig, kernig, wirkt nicht harmonisch, etwas Klebstoff,  leichte Reifenote. Der Gewinner des Vinum Rotweinpreis 2009 war der schw?chste Vertreter der Reihe: 87 Punkte

Weing?rtnergenossenschaft Grantschen, „Grandor“ 2003
reint?nig, blaubeerig, dicht, komplex, gute Harmonie, geschliffene Tannine, k?hle Eleganz, sehr trinkanimierend, gute L?nge, 92 Punkte

Cabernet von Down Under

7. März 2014

Aus der Region rund um Adelaide stammen sechs Cabernet Sauvignons des Jahrgangs 1998, die k?rzlich verkostet wurden:

Charles Melton Wines, Barossa Valley, Cabernet Sauvignon 1998
Pflaume und gr?ne Paprika, kr?utrig, etwas Lakritz, erinnert eher an einen Italiener, Portweinnote, zu Beginn mit guter Harmonie, deutlich fortgeschrittene Reife, 89 Punkte

D’Arenberg Wines, „The Coppermine Road“, Mc Laren Vale, Cabernet Sauvignon 1998
sehr dunkel, Minze, Leder, Kaffee, ein Hauch Liebst?ckel, gute Dichte, am Gaumen merkt man den Alkohol, 91 Punkte

Haselgrove Wines, „H“, Mc Laren Vale, Cabernet Sauvignon 1998
Bordeaux-Style, feine Rauch- bzw. Aschenote, wirkt zun?chst etwas animalisch, leichter Jodton, dennoch mit sch?ner Frische, schlank, gute L?nge, 93 Punkte

Fox Creek Wines, Mc Laren Vale, Cabernet Sauvignon „Reserve“ 1998
weich und mundf?llend, sch?ne Butternote, Holunder, Kakao, etwas streng im Abgang, 91 Punkte

Peter Lehmann Wines, „Mentor“, Barossa Valley 1998
schwarzer Tee, deutlich Paprika, alkoholisch, leichtgewichtig am Gaumen, wirkt zwar ?ppig, ist aber eher banal, 88 Punkte

Clarendon Hills Vineyard, „Sandown Vineyard“, Adelaide Hills, Cabernet Sauvignon 1998
viel Brombeere, Kirschschnapspraline, s??lich, Teer, gute Harmonie, 89 Punkte

Sekt der Extraklasse: Raumland Mon Rose

24. Februar 2014

Die Erwartungen waren hoch – schlie?lich ist der Mon Rose vom Gault Millau als bester Sekt Deutschlands gefeiert worden. Die 10 Jahre w?hrende Flaschenreifung  hat diesem ebenso vorz?glichen wie ungew?hnlichen deutschen Schaumwein aus Pinot Noir, Pinot Meunier (Schwarzriesling) und Chardonnay zweifellos gut getan:

Sekthaus Raumland, Rheinhessen, Mon Rose, 2001 Brut
sehr pr?sente, pointierte Nase. Kakao, nussig, malzig, erinnert sogar etwas an gro?e Single Malts, besitzt auch Aromen von Aprikose, wei?er Johannisbeere sowie Honigmelone; mit einer fein-dezenten Rauchnote, zugleich druckvoll und filigran. 94 Punkte