Gro?e Weine aus dem Napa-Valley

27. September 2014

Gerade in k?hlen Jahren  gelingen tanninreiche Weine aus Bordeaux-Rebsorten aufgrund der dickeren Beerenh?ute und langer Vegetationsperioden  besonders gut. 1991 war ein solches Jahr in Kalifornien. Damals entstanden nicht nur hervorragende Weinqualit?ten, sondern in der Spitze auch au?erordentlich lagerf?hige Weine. 23 Jahre sp?ter eine Reihe der herausragenden Gew?chse aus dem Napa-Valley probieren zu d?rfen, war ein au?ergew?hnliches Genusserlebnis, das sich nur schwer zu toppen l?sst. Ein Pirat aus Bordeaux war auch dabei und sorgte f?r viel mehr als nur eine thematisch passende Abrundung.

Robert Mondavi & Baron Philippe de Rothschild, „Opus One“ 1991
kernig-kraftvoll, Nelke, rote Johannisbeere, Orangenschale, gute Balance und druckvoll am Gaumen, 94 Punkte

Stag’s Leap Wine Cellars, „Cask 23“ Cabernet Sauvignon 1991
Rosmarin, Datteln, Kakaobohne, siruphafte Anmutung, nicht komplett rund, adstringierend im Abgang, 91 Punkte

Beringer Vineyards, „Private Reserve“ Cabernet Sauvignon 1991
opulent, Tabak, etwas buttrig, Kakaobone, dunkle Noten, rund, lang, verliert am Schluss etwas seine Stringenz, 92 Punkte

La Jota Vineyards, „10th Anniversary Release“ Cabernet Sauvignon 1991
jugendliche Frische, viel Dichte und Eleganz, Minze, Schlehenaromatik, gro?e Pr?zision, 95 Punkte

Heitz Wine Cellars, „Martha’s Vineyard“ Cabernet Sauvignon 1991
seidige Tannine, diffuse Aromatik: Rote Bete, Sauerkirsch-Konfit?re, Schafgarbe, Bratenso?e, 89 Punkte

John Daniel Society, „Dominus“ 1991
eigenst?ndiger Weincharakter: Bitterschokolade, dunkle Fr?chte, malzig-w?rzige Noten, etwas Lakritz, getrocknete Pilze, Kraft und Potenzial, 92 Punkte

Chateaux Talbot, Bordeaux 1986
reife Pflaume, etwas Teer in der Nase, Hagebuttenmus, Leder und Tabak, sp?ter kr?utrig, sehr samtig und rund, gro?e Dichte und L?nge, 95 Punkte

Fruchts??e Eleganz – faszinierende Auslesen vom Riesling

8. September 2014

Ein spannungsvolles S??e-S?ure-Spiel macht den Charme vieler nicht-trockener, deutscher Riesling Sp?t- und Auslesen aus. Dass manche dieser Weine auch nach 17 Jahren noch sehr jugendlich und von der Frische gepr?gt sind, ist dann aber keineswegs selbstverst?ndlich. Zwei hervorragend gelungene Beispiele gab es neulich zu probieren:

M?ller-Catoir, Pfalz, Haardter B?rgergarten Riesling Auslese 1997
Pfirsich, Akazie, Mandarine, etwas Ovomaltine, Korinthen, eine Spur Honig, bei aller ?ppigkeit ein schlanker Wein, 92 Punkte

Joh. Jos. Pr?m, Mosel, Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese 1997
sehr hellfarben und erstaunlich frisch, feine Zitrusnote, Aprikose, reife Mirabelle, etwas Petrol, sehr gute Balance, 93 Punkte

In memoriam Bernhard Huber

1. September 2014

Ein Gastbeitrag von Matthias Schwerdtle

Dass der k?rzlich an einem Krebsleiden verstorbene Bernhard Huber gro?artige Weinmonumente erzeugt hat, muss ernsthaft keinem halbwegs wein-affinen Genussmenschen mehr erkl?rt werden. Besonders mit seinen legend?ren Sp?tburgundern bewegte er sich in Dimensionen, die in Deutschland lange Zeit unerreichbar schienen, und begegnete so regelm??ig seinen Vorbildern, den gro?en Weinen des Burgund, auf Augenh?he. Dass Bernhard Huber aber auch hervorragende Sekte produzierte, ger?t aufgrund dieser Tatsache manchmal etwas in den Hintergrund. Mit einem 2005er Schlossberg Rosé brut nature (aktueller Jahrgang!), dem Topprodukt des Hauses, wurde in kleinem Kreise auf das Lebenswerk Hubers angesto?en. Dieser Einzellagensekt aus der Rebsorte Sp?tburgunder, der mehrere Jahre auf der Champagnerhefe reifte, ist aufgrund seiner knochentrockenen und puristischen Machart sicher nicht Everybody`s Darling, begeisterte jedoch durch zarten Schmelz und seine Balance aus Finesse und Kraft. Chapeau!

Bernhard Huber war kein Mann der lauten T?ne, er lie? lieber seine Weine f?r sich sprechen. Da seine Topweine zu den langlebigsten aus deutschen Landen geh?ren, wird sein Verm?chtnis noch lange zu genie?en sein – wohl dem, der davon die ein oder andere Preziose in seinem Keller liegen hat!