Fruchts??e Eleganz – faszinierende Auslesen vom Riesling

8. September 2014

Ein spannungsvolles S??e-S?ure-Spiel macht den Charme vieler nicht-trockener, deutscher Riesling Sp?t- und Auslesen aus. Dass manche dieser Weine auch nach 17 Jahren noch sehr jugendlich und von der Frische gepr?gt sind, ist dann aber keineswegs selbstverst?ndlich. Zwei hervorragend gelungene Beispiele gab es neulich zu probieren:

M?ller-Catoir, Pfalz, Haardter B?rgergarten Riesling Auslese 1997
Pfirsich, Akazie, Mandarine, etwas Ovomaltine, Korinthen, eine Spur Honig, bei aller ?ppigkeit ein schlanker Wein, 92 Punkte

Joh. Jos. Pr?m, Mosel, Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese 1997
sehr hellfarben und erstaunlich frisch, feine Zitrusnote, Aprikose, reife Mirabelle, etwas Petrol, sehr gute Balance, 93 Punkte

In memoriam Bernhard Huber

1. September 2014

Ein Gastbeitrag von Matthias Schwerdtle

Dass der k?rzlich an einem Krebsleiden verstorbene Bernhard Huber gro?artige Weinmonumente erzeugt hat, muss ernsthaft keinem halbwegs wein-affinen Genussmenschen mehr erkl?rt werden. Besonders mit seinen legend?ren Sp?tburgundern bewegte er sich in Dimensionen, die in Deutschland lange Zeit unerreichbar schienen, und begegnete so regelm??ig seinen Vorbildern, den gro?en Weinen des Burgund, auf Augenh?he. Dass Bernhard Huber aber auch hervorragende Sekte produzierte, ger?t aufgrund dieser Tatsache manchmal etwas in den Hintergrund. Mit einem 2005er Schlossberg Rosé brut nature (aktueller Jahrgang!), dem Topprodukt des Hauses, wurde in kleinem Kreise auf das Lebenswerk Hubers angesto?en. Dieser Einzellagensekt aus der Rebsorte Sp?tburgunder, der mehrere Jahre auf der Champagnerhefe reifte, ist aufgrund seiner knochentrockenen und puristischen Machart sicher nicht Everybody`s Darling, begeisterte jedoch durch zarten Schmelz und seine Balance aus Finesse und Kraft. Chapeau!

Bernhard Huber war kein Mann der lauten T?ne, er lie? lieber seine Weine f?r sich sprechen. Da seine Topweine zu den langlebigsten aus deutschen Landen geh?ren, wird sein Verm?chtnis noch lange zu genie?en sein – wohl dem, der davon die ein oder andere Preziose in seinem Keller liegen hat!

Hoch hinaus mit M?ller Thurgau

26. August 2014

Vom h?chstgelegenen Weinberg S?dtirols stammt ein Wein, der sonst eher weniger mit hohen Anspr?chen in Verbindung gebracht wird: M?ller Thurgau. Bei einem Preis von mehr als 20 ? ist das ein Versprechen, das wohl ziemlich einzigartig sein d?rfte. Doch nur auf den ersten Blick gen?gt dieser Wein dann auch den hohen Erwartungen:

Tiefenbrunner, S?dtirol, Feldmarschall von Fenner zu Fennberg M?ller Thurgau 2011
breit angelegte Frucht, wei?e Johannisbeere, Mirabelle, auch etwas Mandarine, etwas dropsig, bl?tenpollig, ein wenig Honigmelone, reifer Apfel und eine dezente Pfeffernote. Auf Dauer s?ttigend, letztlich unpr?zise, verliert deutlich nach dem zweiten Glas. 87 Punkte

Diesem M?ller Thurgau wurde ein S?dtiroler Riesling ebenfalls aus Hochlagen (650 – 750 H?henmeter) zur Seite gestellt:

Unterortl Azienda Agricola di Reinhold Messner, S?dtirol, Castel Juval Riesling 2010
intensive Mineralit?t, beinahe kreidig, dezente Botrytisnote, wei?er Pfirsich, Grapefruit, etwas wei?e Schokolade, fein, pr?zise und frisch. Im Abgang mit L?nge, aber recht hart und von der Grapefruit dominiert, 88 Punkte