Traubensaft trotzt Trockenheit

22. Juli 2015

Um der derzeitigen gro?en D?rre wirkungsvoll zu begegnen, helfen nur noch gro?e Gesch?tze. Gro?e Gew?chse, zwar nur zwei an der Zahl, konnten wenigstens kurzfristig f?r etwas Erleichterung sorgen:

Geheimer Rat von Bassermann-Jordan, Pfalz, Riesling Hohenmorgen GG 2004
einerseits Karamell und braune Butter, andererseits Gr?ner Tee und Brennesselnoten, dazu Bl?tenpollen und etwas alte Holzkiste. Extraktreich mit feiner S?ure – kein Herzensbrecher, aber ein Charakterkopf. 90 Punkte

Georg Mosbacher, Pfalz, Riesling Freundst?ck GG 2005
harmonisch und druckvoll, Zitrus und dezente Honignote, wei?er Pfirsich und Flieder, Fichtennadeln, reifer Apfel, sch?ne Tiefe, 92 Punkte

Craft-Biere aus W?rttemberg

24. Juni 2015

Nicht nur die Weinwelt unterliegt Trends, auch beim Thema Bier besinnen sich die Erzeuger immer mehr auf Qualit?t und Charakter. Neue Produkte in meist kleiner Auflage, die sich durch einen individuellen Geschmack von oft uniformen Fernsehbieren abgrenzen, werden h?ufig als Craft-Biere bezeichnet. Viele der Brauereien experimentieren mit speziellen Malzkombinationen und Hefen um ungew?hnliche und eigenst?ndige Aromen zu schaffen – innerhalb des deutschen Reinheitsgebots, teilweise aber auch au?erhalb. Einige au?ergew?hnliche Craft-Biere aus W?rttemberg gab es k?rzlich zu verkosten.

„Heubacher Strong Ale“, Hirschbrauerei Heubach, 6,5%
das oberg?rige, dunkle Starkbier mit seiner Mahagonifarbe hat eine kr?utrig-malzige Note, ist samtig und schlank und hat eine feine Bittere im Abgang, 87 Punkte

„Heubacher Chocolate Bock“, Hirschbrauerei Heubach, 7,0%
eine Bockbierspezialit?t, die 6 Wochen auf ganzen Kakaobohnen reifte. Filigran, mit Kakaonote, aber auch Heu und etwas Minze, 88 Punkte

„H?rkules“, Brauerei Clemens H?rle, Leutkirch, 7,5%
s?mtliche Zutaten stammen aus der Gemarkung Leutkirch;  Zitrus, Tee- und Karamellaromen, klare, frische und trinkanimierende Stilistik, 90 Punkte

„14“ Green Label, Hirsch-Brauerei Honer Wurmlingen, 7,5%
Bockbier aus drei verschiedenen Aromahopfen. Erinnert etwas an schweizer Kr?uterzucker, Waldmeister, auch Mandarine, eher d?nn, 87 Punkte

„13“ Silver Label, Hirsch-Brauerei Honer Wurmlingen, 9%
das flaschengereifte Weizenbock ?berzeugt durch seine Stoffigkeit bei gleichzeitiger Frische; feine Zitrus- und Aprikosennoten, 92 Punkte

„Ambrosius“ Abtei-Bier 2011, Alpirsbacher Klosterbr?u Glauner, 7,7%
weich im Antrunk, Blockmalz, feine Hopfennote, merkliche Bittere bei ordentlicher L?nge, 88 Punkte

„Alb-Bourbon“ 2013, Brauhaus Zollernalb Albstadt-Ebingen, 7,7%
ein 7 – 9 Monate in frisch entleerten Bourbonf?ssern gereifter Doppelbock an dem sich die Geister schieden. Deutliche Karamellt?ne, auch etwas gelbfruchtig, perlig-zitronig, dabei mit einer unerwarteten Kapernnote, 89 Punkte

Toskanas Weinelite Teil 3 – viel mehr als nur Solaia

7. Juni 2015

Nach zwei Top-Degustationen der toskanischen Rotweinelite stand nun eine dritte Testreihe des Jahrgangs 1995 an: Weine aus dem Landesinnneren modernen Zuschnitts ganz oder ?berwiegend aus Cabernet Sauvignon.

Marchesi de`Frescobaldi „Mormoreto“ 1995
in der Nase reichhaltiger als am Gaumen, braune Butter, Leder, Rumschokolade, Blut und Paprika, 90 Punkte

Azienda Agricola Poliziano „Le Stanze“ 1995
Lakritz, Holunder, sch?ne Mineralit?t, dabei fleischig mit runden Tanninen, 92 Punkte

Fattoria Villa Cafaggio „Cortaccio“ 1995
beerenfruchtig, v.a. Heidelbeere, Sanddorn, Tabak, dezente Kr?utrigkeit, Karamell, sehr elegant und stimmig, kraftvoller und f?lliger Stoff, dabei seidiges Tannin, 95 Punkte

Isole e Olena „Collezione de Marchi“ 1995
Backpflaumen, Leder, rosa Pfeffer, feine W?rze, reifer Paprika, ausgewogen, 92 Punkte

Tenuta Col d`Orcia „Olmaia“ 1995
extrem dicht, Teer, Liebst?ckl, Kaffee, Pfeffer, Wacholder, hervorragende L?nge, 94 Punkte

Marchesi Antinori „Solaia“ 1995
der teuerste Wein war auch der schw?chste: bei aller Wucht auch Noten von Meerrettich und Kartoffeln, ziemlich vegetabil bis in den Abgang, etwas Pappe, wirkt recht hart, 87 Punkte