Tempranillo Regionalcheck Teil 1: Toro

16. Januar 2021

In der nordwestspanischen Region Castilla y León gelegen hat der Weinbau im Anbaugebiet Toro nicht nur eine lange Tradition, sondern, der Prognose vieler Fachleute nach, vor allem eine gl?nzende Zukunft vor sich. Tinta de Toro nennt sich dort die kr?ftige Variante der roten, spanischen Hauptrebsorte Tempranillo. Hei?e Sommer, aber auch kalte Winter sorgen f?r die regionaltypische Auspr?gung, der Weine, die meist zwischen 600 und 800 m H?he auf ca. 5500 Hektar Fl?che angebaut werden. Absolut lohnend, wie eine hervorragende Stichprobe zeigte:

Hacienda Terra d’Uro, Toro, Uro 2011
saftige, extrakts??e Kirsche und Zwetschge, feingewobenes, seidiges, herbes Tannin, das gut eingebunden ist, rassig und druckvoll, gut balanciert, 94 Punkte

Bodegas Dos Victorias, Toro, 2V Premium 2005
kr?utrige S??e, etwas Holunder, w?rzig, tintig, dicht, 93 Punkte

Bodegas Pintia, Toro, Pintia 2006
Die urspr?nglich aus dem legend?ren Haus Vega Sicilia hervorgegangene Bodegas Pintia produziert hier einen kraftvollen Roten, der durch Aromen von Nelken und Butter besticht, sch?ne R?stnoten und Dichte bietet, aber in puncto Tiefe und Nachhall noch etwas Luft nach oben hat. 93 Punkte.

Amarone elegant

31. Dezember 2020

Intensiv, w?rzig, s?? am Gaumen wirkend, dennoch trocken: An Amarone scheiden sich die Geister. Der Rotwein aus dem Valpolicella-Gebiet wird ?berwiegend aus Corvinatrauben gekeltert, die vorab getrocknet werden, um Wasser verdunsten zu lassen und gleichzeitig die Geschmacksstoffe zu konzentrieren. Bei aller Opulenz m?ssen nat?rlich keineswegs plumpe, eindimensionale Weine entstehen, wie folgende zwei Exemplare beweisen.

Zeni, Amarone della Valpolicella 1995
Pflaumenmus, Kirsche, blutig, f?llig, aber nicht ?berladen, reife, nussige Noten, feine Gerbstoffe, gute Balance, 92 Punkte

Cesari, Amarone della Valpolicella Bosan 2000
dunkle Beerenfr?chte, Veilchen, Schlehe, feurige W?rme, dicht, gute L?nge, 94 Punkte

Bordeaux geht immer

21. Dezember 2020

Bordeaux zu trinken ist nie eine schlechte Idee. Dieses Mal drei vom Merlot dominierte Weine in guter Form. Teilweise sogar in bestechender:

Comtes de Neipperg Château D’Aiguilhe, Côtes de Castillon Bordeaux 2005
dunkle Beerenfrucht, v.a. Heidelbeere und Schlehe, sehr straff und gleichzeitig stoffig, dicht und stahlig, 94 Punkte

Château Moulin Haut-Laroque, Fronsac 2010
warme Aromatik, Kirsche, getrocknete Pflaume, Leder und Schokolade, samtig-weich, w?rzig, strukturierte, elegante F?lle, 96 Punkte

Château Gros Caillou, St. Emilion 2002
rote Johannisbeerfrucht, etwas Graphit, sch?ne Rauchigkeit, blutig und speckig, 92 Punkte