Bordeaux von links und rechts

30. Dezember 2022

Zum Jahresende ist es nun schon seit einer Dekade Tradition, eine Probe besonderer G?te zu veranstalten – aus einem im besten Sinne verblichenen Anlass heraus, der aus gutem Grund nicht l?nger mehr strapaziert werden sollte. Schlie?lich geht es um weit Wichtigeres als das Ende aller Dinge. N?mlich um Weine auf dem H?hepunkt. Sechs namhafte Weine aus dem Bordelais, drei vom linken und drei von rechten Ufer, wurden blind verkostet und zeigten ihre wunderbar komplexen Pers?nlichkeiten:

C?mtes de Neipperg, Clos de L’Oratoire, Saint-Emilion Grand Cru 2000
rotbeerig-kirschig, Graphit, Menthol, etwas blutig, samtig und f?llig, 93 Punkte

Ch?teau Montrose, Saint-Est?phe 1995
kr?utrig, Kaffee, dezent gr?ne Paprika, leicht animalisch, stoffig, gute L?nge, 96 Punkte

Ch?teau Sociando-Mallet, Haut-Medoc 2004
herb-rotbeerig, feine R?staromatik, Veilchen, Nelke, Lakritz, ausgewogen und lang, 94 Punkte

Ch?teau La Conseillante, Pomerol 1996
blutig, Holunder und dunkles Fruchtgummi, Chorizow?rze, sch?ne Frische, 95 Punkte

Ch?teau Troplong-Mondot, Saint-Emilion Grand Cru 2004
mediterrane Kr?uter, roter Pfeffer, Himbeere, etwas Kakao und Menthol, 92 Punkte

Ch?teau Lagrange, Saint-Julien 1996
Schlehe, Minze, gr?ne Paprika, blutig, kr?ftiges Tannin, leichte Salzigkeit, 96 Punkte

Reife Pinot Noirs

27. Dezember 2022

Eine Reihe gereifter Pinot Noirs miteinander vergleichen zu k?nnen, ist ein au?erordentliches Vergn?gen, dessen sich k?rzlich einige Fans dieser Rebsorte mit angemessener Passion annahmen. Die entsprechende Probe brachte deutsche Sp?tburgunder im besten Alter aus Baden und der Pfalz mit einem Vertreter aus der Bourgogne zusammen, die blind probiert wurden und ihrer jeweiligen Herkunft zugeordnet werden sollten. Naturgem?? ergaben sich dabei auch einige ?berraschungen.

Weingut Bernhard Huber, Baden,?Sp?tburgunder „Alte Reben“ 2002
mediterran-kr?utrig, Waldhonig, etwas balsamisch, samtig mit toller Harmonie, 94 Punkte

Weingut Koehler-Ruprecht, Pfalz, Philippi Pinot Noir „RR“ 2002
ledrig, dunkelbeerig, Holunder, Kirsche, Lorbeer, 94 Punkte

Domaine Henri Gouges, Bourgogne, Nuit-St-Georges 1er Cru Clos des Porrets St-Georges 2003
etwas Rosmarin, Ankl?nge an Krokant, markante S?ure, straight und elegant, 93 Punkte

Karl H. Johner, Baden, Blauer Sp?tburgunder „SJ“ 2000
D?rrobst, pflaumig, Nelke, etwas apfelige S?ure, nicht ganz im Gleichgewicht, 90 Punkte

Weingut Knipser Johannishof, Pfalz, Gro?karlbacher Burgweg Sp?tburgunder 2004
dicht, f?llig und w?rzig, leicht animalisch, Waldboden, Frische und L?nge, 95 Punkte

Zur Wiedervorlage: Rotwein aus Griechenland

12. Dezember 2022

Griechischer Wein ist hierzulande zwar gern besungen worden und insofern irgendwie in aller Munde, nichtsdestotrotz aber nur selten die Kehle hinuntergeronnen. In den Weinregalen des Handels spielt er auch alles andere als eine prominente Rolle, dennoch lohnt sich der genauere Blick auf die Weine der Wiege der europ?ischen Kultur. Hier eine kleine, nicht repr?sentative Auswahl:

Wine Art Estate, Drama, Techni Alipias 2019
Cuv?e aus Agiorgitiko und Cabernet Sauvignon, Noten von Kaffee und Marzipanschokolade, etwas Minze, sch?ne Tanninstruktur, 89 Punkte

Chateau Porto Carras, C?tes de Meliton 2012
Cuv?e aus Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Limnio und Merlot, kirschig, Vanille, schwarzer Pfeffer, saftig, rauhe Tannine, 88 Punkte

Alpha Estate, Amyndeon, Xinomavro Reserve Vielles Vignes Barba Yannis 2018
mittlerer K?rper, rote Beerenfr?chte, etwas Holunder, markante S?ure, ausgewogen, 88 Punkte

Katog Averoff, Epirus, Rossiu di Munte Cabernet Sauvignon 2017
R?staromatik, etwas medizinal, mittlere F?lle, eher bitteres Tannin und stark adstringierend, 86 Punkte

Ktima Kelesidi, Naoussa, Xinomavro Merhali 2016
Eukalyptus und Sauerkirsche, kr?utrig, stahlig, feine Rauchnote, elegante Textur, 91 Punkte