Zum Jahresende ist es nun schon seit einer Dekade Tradition, eine Probe besonderer G?te zu veranstalten – aus einem im besten Sinne verblichenen Anlass heraus, der aus gutem Grund nicht l?nger mehr strapaziert werden sollte. Schlie?lich geht es um weit Wichtigeres als das Ende aller Dinge. N?mlich um Weine auf dem H?hepunkt. Sechs namhafte Weine aus dem Bordelais, drei vom linken und drei von rechten Ufer, wurden blind verkostet und zeigten ihre wunderbar komplexen Pers?nlichkeiten:
C?mtes de Neipperg, Clos de L’Oratoire, Saint-Emilion Grand Cru 2000 rotbeerig-kirschig, Graphit, Menthol, etwas blutig, samtig und f?llig, 93 Punkte
Eine Reihe gereifter Pinot Noirs miteinander vergleichen zu k?nnen, ist ein au?erordentliches Vergn?gen, dessen sich k?rzlich einige Fans dieser Rebsorte mit angemessener Passion annahmen. Die entsprechende Probe brachte deutsche Sp?tburgunder im besten Alter aus Baden und der Pfalz mit einem Vertreter aus der Bourgogne zusammen, die blind probiert wurden und ihrer jeweiligen Herkunft zugeordnet werden sollten. Naturgem?? ergaben sich dabei auch einige ?berraschungen.
Weingut Bernhard Huber, Baden,?Sp?tburgunder „Alte Reben“ 2002 mediterran-kr?utrig, Waldhonig, etwas balsamisch, samtig mit toller Harmonie, 94 Punkte
Domaine Henri Gouges, Bourgogne, Nuit-St-Georges 1er Cru Clos des Porrets St-Georges 2003 etwas Rosmarin, Ankl?nge an Krokant, markante S?ure, straight und elegant, 93 Punkte
Karl H. Johner, Baden, Blauer Sp?tburgunder „SJ“ 2000 D?rrobst, pflaumig, Nelke, etwas apfelige S?ure, nicht ganz im Gleichgewicht, 90 Punkte
Weingut Knipser Johannishof, Pfalz, Gro?karlbacher Burgweg Sp?tburgunder 2004 dicht, f?llig und w?rzig, leicht animalisch, Waldboden, Frische und L?nge, 95 Punkte