Die Aufkl?rung des Trendtrinkers

5. Januar 2009

Eigentlich ist das Weintrinken ganz einfach. Man sucht sich einen Wein, der gerade zu der Stimmung passt, in der man Lust auf eine sch?ne Flasche bekommen hat und ?ffnet diese.

Gl?cklich, wer im Keller so best?ckt ist, s?mtlichen, dem Konsum zugeneigten Zwischent?nen des Gem?ts das passende Getr?nk zuzuordnen. Gl?cklich vor allem, weil er sich ?berhaupt zu Kaufentscheidungen durchringen konnte, obwohl sie einem vermeintlich so leicht gemacht wurden, wie es der orientierungslose Trinker bis in die neunziger Jahre nie zu hoffen wagte. Schlie?lich bekam dieser ja nicht durch s?mtliche bekannte und bis dato unbekannte Weinversandh?ndler verbalkonzentrierten Mailing-Wind von den neuesten Geheimtipps und Trends. Nur jetzt zu einem besonders g?nstigen Preis zu erstehen. Denn unausweichlich spr?chen sich diese sensationellen Qualit?ten bald herum. Und dann noch aus diesem Jahrhundertjahrgang…

Seltsam, dass dieser in immer k?rzeren Abst?nden wieder auftaucht. Mit viel Kauforientierung wird man halt offensichtlich auch in atemberaubenden Tempo ?lter. Aber man ist bekanntlich nur so alt, wie man sich vereppelt f?llt. Oder ernst genommen f?hlt?

Bei so viel Irrungen und Wirrungen hilft am besten ein vern?nftiger Schluck eines Lieblingsweines, dessen ?berzeugungskraft noch immer ganz nonverbal ist.

1994er Bordeaux – heute durchwachsen bis gut

4. Januar 2009

Als Spitzenjahr galt 1994 im Bordelais nie. Allerdings als ordentlicher Jahrgang nach drei sehr m??igen Jahren und als der letzte mit noch bezahlbaren Weine auch in der Spitze. Um diese Spitze ging es bei einer Weinprobe mit 10 Kandidaten links und rechts der Gironde.

Bordeaux 1994Dabei gab es kaum einen Ausfall, die Zur?ckhaltung bei den ?lteren Parker-Bewertungen scheint aber noch heute angebracht. H?ufig mit viel S?ure ausgestattet und ohne gro?e L?nge waren die Weine aber auch immer wieder von schlanker Eleganz, Komplexit?t und Dichte gepr?gt, bei jeweils ganz eigenen Charakteren. Angestellt wurden Chateau Le Gay und Chateau La Conseillante aus dem Pomerol, Ch. Beau Séjur Bécot und Ch. Cheval Blanc aus St. Emilion, Ch. Sociando Mallet aus dem Haut Medoc, Ch. Grand-Puy-Ducasse, Ch. Pichon-Longueville Baron und Ch. Pontet Canet aus Pauillac, Ch. Léoville Las Cases aus St. Julien und Haut Brion (Pessac Leognan).

Bei den 10 Teilnehmern hat sich, zumindest was die vorderen Pl?tze angeht, ein recht einheitliches Bild gezeigt. Bei allen waren Cheval Blanc (dicht, komplex, Kirsche, Lakritz, Marzipan, eig. Bewertung 91 Punkte), Léoville Las Cases (deutliche R?staromen, festfleischig, rotbeerig, kr?ftige Tannine, 92) und Haut Brion (saftig, schlank, etwas Haselnuss 91-92) bei den drei besten Weinen dabei.

Rote Riesen aus Sardinien

22. Dezember 2008

Sardinien von seiner besten Seite…

sardische_wp…was den Wein angeht, das ist es, was eine kleine und besonders feine Probe dreier gro?er Rotweine auf das Sch?nste gezeigt hat. Turriga von Agiolas 1997, Terre Brune, Carignano del Sulcis Superiore 1997 von Cantina Sociale di Santadi und Barrua 2002 von der Fattoria Mauritania.  Alle drei Weine ?berzeugten durch gro?e L?nge und Dichte, bewiesen dabei aber auch viel Individualit?t auf h?chstem Niveau. Die Verkostungsnotizen im einzelnen:

Turriga: Eukalyptus, Haselnuss, kr?utrig, kr?ftige Tannine, 94 Punkte

Terre Brune: Kr?uter, Leder, Kakaobohne, 92 Punkte

Barrua: Schmelz, buttrig, dunkle Fr?chte: Cassis, Brombeere, S??kirsche, 96 Punkte