Rote Riesen aus Sardinien

22. Dezember 2008

Sardinien von seiner besten Seite…

sardische_wp…was den Wein angeht, das ist es, was eine kleine und besonders feine Probe dreier gro?er Rotweine auf das Sch?nste gezeigt hat. Turriga von Agiolas 1997, Terre Brune, Carignano del Sulcis Superiore 1997 von Cantina Sociale di Santadi und Barrua 2002 von der Fattoria Mauritania.  Alle drei Weine ?berzeugten durch gro?e L?nge und Dichte, bewiesen dabei aber auch viel Individualit?t auf h?chstem Niveau. Die Verkostungsnotizen im einzelnen:

Turriga: Eukalyptus, Haselnuss, kr?utrig, kr?ftige Tannine, 94 Punkte

Terre Brune: Kr?uter, Leder, Kakaobohne, 92 Punkte

Barrua: Schmelz, buttrig, dunkle Fr?chte: Cassis, Brombeere, S??kirsche, 96 Punkte

B?rklin-Wolf Grand Cru Jahrgangsvertikale

22. Dezember 2008

Die Grand Cru Rieslinge des pf?lzischen Weingutes B?rklin Wolf geh?ren sicherlich zu den feinsten in Deutschland ?berhaupt. Das qualitativ wie quantitativ (90 Hektar) ganz oben mitspielende Weingut aus Wachenheim hat seit 2005 komplett auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt. Eine Vertikalprobe von neun der interessantesten Jahrg?nge dieses qualitativ wie quantitativ – ca. 90 Hektar – ganz oben mitspielenden Weinerzeugers aus Wachenheim versprach jedenfalls sehr interessant zu werden. Die ohnehin sehr hohen Erwartungen der acht Teilnehmer wurden dann auch keineswegs entt?uscht.

Bei den Weinen aus den Lagen Gaisb?hl, Pechstein, Kalkofen und Kirchenst?ck gab es f?r die meisten Teilnehmer vor allem zwei Favoriten, beide aus dem Jahr 1998: Gaisb?hl und Kirchenst?ck. War der Gaisb?hl vor allem durch F?lle und L?nge bei Noten von Orange, Rhabarber und Ankl?ngen an Quitte und Petrol gekennzeichnet (94 Punkte), war dem Kirchenst?ck noch eine ?berraschend lebhafte S?ure anzumerken. Butter, Kaffee und eine geradezu anspringende Pr?senz machten auch diesen Wein au?erordentlich interessant (93).

Mit sehr frischen Aromen wusste der jugendliche 2007er Gaisb?hl zu begeistern – zarte Noten von Weinbergpfirsich und Limonen standen neben einer knackigen S?ure (91). Aus der selben Lage bewies der Jahrgang 2003 warum er f?r Wei?weine oft so schwierig war. Das extrem hei?e und trockene Jahr hatte hier einen eher schwerf?lligen und bereits leicht oxidierten Wein hervorgebracht (88). Im Gegensatz zu seinem Jahrgangskollegen aus dem Pechstein. Ebenfalls sehr stoffig bot dieser neben starken mineralischen Noten Aprikose und Eiskonfekt in der Nase (92). Zitrus- und etwas Kokosaromen bei leichten Bittert?nen kennzeichneten den Pechstein 1999 (91) wohingegen man dem zwei Jahre ?lteren Lagenvertreter seine gesunde Reife anmerkt (reifer Apfel, Zimt, Honig). Der Kollege aus dem Kirchenst?ck 2005 war da nicht ganz so ?berzeugend, etwas unharmonisch und s?uredominiert besitzt er Mineralit?t und Feigenaromen (89).

Alles in allem eine sehr gelungene Probe auf hohem Niveau, die einmal gezeigt hat welch unterschiedliche Weincharaktere bei unterschiedlichen Jahrg?ngen und Lagen auf einem einzigen Weingut m?glich sind.

Im Degustationsdelirium. Ein Rundgang ?ber die Weinpr?sentation im Zeppelinhotel Stuttgart

23. November 2008

F?r die einen ist der November ja nur ein Monat der Tristesse und Traurigkeit, den es so gut wie m?glich zu ?berleben gilt. Andere lieben ihn gerade aus eben diesem Grunde. F?r den Weintrinker ist es dagegen Arbeit. Freudvolle Arbeit nat?rlich. Es gibt eine Vielzahl an Weinproben, meist von Fachgesch?ften, die das Weihnachtsgesch?ft im Blick haben. Eine andere Veranstaltung war die j?hrlich stattfindende Pr?sentation vom 2. November im Steigenberger Hotel Graf Zeppelin in Stuttgart. Im noblen Ambiente stellte sich, wie in den Jahren zuvor, ein Teil der deutschen Weinelite dem geladenen Publikum vor: Dr. Heger, Salwey, Schloss Proschwitz, K?hling-Gillot, Knipser, Schloss Saarstein, K?nstler, Wirsching, Aldinger und Drautz-Able.

Viel Licht und viel Schatten gab es dabei zu „besichtigen“.  Viel Grund, den hochgelobten 2007er Jahrgang so herauszuheben, wie es in den Medien teilweise geschah, gab es jedenfalls nicht. Einige  erfreuliche Highlights seinen hier kurz angef?hrt,     selbstverst?ndlich ohne vollst?ndig sein zu wollen oder  den Anspruch zu haben, irgendjemandem gerecht zu     werden.

Von Aldinger wussten das Cuvée A, 2007 aus Chardonnay und Wei?burgunder, das unverkennbar im Barrique ausgebaut wurde und der Fellbacher L?mmler Sp?tburgunder**, gleicher Jahrgang, zu ?berzeugen (beide 89 Punkte). Sein W?rttemberger Kollege Drautz-Able konnte da nur mit dem Jodokus Rotwein Hades 2005 einigerma?en mithalten (88). Wirsching aus Franken hat vor allem einen Preis-Leistungssieger zu bieten: die trockene Scheurebe Sp?tlese 2007 f?r 11,50 ? (88). Die gleiche Bewertung bei acht Euro mehr bekam der Riesling Gro?es Gew?chs aus dem Julius-Echter-Berg. Weine aus einem insgesamt niedrigeren Preissegment bot Schloss Saarstein, konnte dabei aber auch besser ?berzeugen als manch anderer Kollege. Herausgehoben sei nur die Riesling Sp?tlese feinherb 2007 mit 89 Punkten. Ebenso in der Breite ?berzeugend war das Weingut Salwey aus Baden. Die gro?en Gew?chse aus Grau- und Wei?burgunder waren gleicherma?en gro?artig (91).
K?hling-Gillots zwei gro?e Gew?chse vom Riesling (Sacktr?ger und ?lberg, 2007) sind zwar preislich ein St?ck auseinander, jedoch nicht beim Trinkspa?, den sie bieten (beide 90). Auf ?hnlichem Niveau bei g?nzlich anderer Geschmacksrichtung sind die Scheurebe Auslese edels?? von Schloss Proschwitz, 2007 und bei Rotwein Dr. Hegers Sp?tburgunder Ihringer Winklerberg, Barriqueausbau 2005 (89) anzusiedeln.
Knipser ist zwar eigentlich Rotweinspezialist, erw?hnt werden sollen aber zwei aktuelle Wei?weine: Riesling Sp?tlese trocken Kalkmergel und das Gro?e Gew?chs, Himmelreich mit jeweils 89 Punkten. Zu loben w?re noch, wen wundert´s, das Weingut K?nstler aufgrund der Goldkapsel Riesling trocken vom Hochheimer Kirchenst?ck 2007 (90 Punkte).

Das sei es dann auch gewesen mit dem Parforce-Ritt durch eine doch recht umfangreiche Pr?sentation. Im Einzelfall wurde zwar die eine oder andere Hoffnung etwas entt?uscht, andererseits verspricht das gute Potenzial vieler Weine fraglos einen hohen Trinkgenuss in einigen Jahren. Die n?chste Zukunft erst einmal aber noch einige spannende Verkostungen, dem November sei Dank.