Argentinier gewinnt die 4. „Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy®“

6. Mai 2009

Ein Gastbeitrag von Matthias Schwerdtle

Am 11.04.2009 war es wieder so weit: die Sieger der „Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy®“, die heuer bereits in die vierte Runde ging, wurden gek?rt. Qualifizieren konnten sich trockene Rotweine, deren Endverbraucherpreis unter 10 Euro liegt und die zum Zeitpunkt der Veranstaltung auch noch k?uflich erh?ltlich sein m?ssen. S?mtliche Kandidaten mussten auf dem Weg in die Endrunde die Vorrunde ?berstehen, in der eine Jury, bestehend aus Profis aus der Weinbranche sowie ambitionierten Laien, die Spreu vom Weizen zu trennen versuchte. ?brig blieben am Schluss 10 hervorragende Weine, unter denen im Rahmen einer finalen Dégustation ein neuer Titeltr?ger ermittelt wurde. Folgende Kandidaten hatten sich f?r das Finale qualifiziert und stellten sich dem Votum der Juroren (in Klammern jeweils die Durchschnittsnoten der individuellen Bewertungen aller Teilnehmer):

 Der erste zu verkostende Wein war der 2007er „ Fayard” Côtes du Ventoux AC von der Domaine de Fondrèche. Er ?berzeugte durch seine samtige, deutlich von der Grenachetraube gepr?gte Textur und seine vollmundige Kirschnote (87,36 Punkte). Als Zweiter an der Reihe war der 2007er „Benuara“ IGT vom sizilianischen Weingut Cusumano. Diese Cuvée aus Nero d`Avola und Syrah ist kraftvoll,erdig und schmeckt nach dunklen Fr?chten (86,72 Punkte). Spanien stellte in diesem Jahr mit 3 Weinen die meisten Teilnehmer, die danach direkt hintereinander ausgeschenkt wurden. Der erste davon war der 2003er Reserva „Castillo de Almansa Selección” von den Bodegas Piqueras aus der Region La Mancha. Er pr?sentierte sich vollmundig, ?ppig und mit feiner Holznote(87,08 Punkte). Als n?chstes der 2003er „Dehesa la Granja“ von der Bodega y Viñedos Fernández Rivera aus Castilla y León, welcher bei mittlerem K?rper nach Vanille und reifen Beeren schmeckte (86,14 Punkte). Der 2000er Reserva „Viña Sardasol” von der Bodega Virgen Blanca aus Navarra musste, da fehlerhaft und keine Ersatzflasche zur Verf?gung stand, leider aus der Wertung genommen werden. Erfreulicher ging es mit 2 Weinen von ein und demselben Produzenten, den Bodegas Callia aus San Juan in Argentinien, weiter – ein Novum in der bisherigen Geschichte dieser Veranstaltung. Der 2006er Malbec-Merlot aus der Linie „Magna” brillierte durch sein kr?ftiges Beerenaroma und seinen saftigen Schmelz (87,78 Punkte). Der 2006er Shiraz „Magna” konterte mit w?rzigen Pflaumen- und Schokonoten (86,78 Punkte). Aus dem Nachbarland Chile stammten die n?chsten beiden Kandidaten: der 2007er „Quatro” von Viña MontGras, bestehend aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Carmenière und Malbec, und der 2006er „Trio“ von Viña Concha y Toro, eine Cuvée aus Merlot, Carmenère und Cabernet Sauvignon. W?hrend ersterer mit der f?r Chile typischen Cassisaromatik und seiner Eleganz punktete (86,08 Punkte), bestach zweiterer durch samtige F?lle und seine Reichhaltigkeit (87,22 Punkte). Als letzter pr?sentierte sich schlie?lich der 2005er Shiraz “Terra Barossa” vom australischen Weingut Thorn Clarke Wines, der durch sein pfeffrig, beeriges Aroma und seine Komplexit?t voll zu ?berzeugen wusste (87,72 Punkte).

 Nach Auswertung der von den Juroren vergebenen Einzelnoten stand somit fest: Gewinner der 4. „Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy®“ ist der 2006er Malbec-Merlot „Magna” von der Bodegas Callia, und zwar mit hauchd?nnem Vorsprung vor dem 2005er Shiraz “Terra Barossa” von Thorn Clarke Wines. Die Bronzemedaille verdiente sich der 2007er „ Fayard” von der Domaine de Fondrèche, aber auch die anderen Weine entt?uschten keineswegs, und so kann allen Finalisten ein exzellentes Preis- / Leistungsverh?ltnis bescheinigt werden!

Abseits des Mainstreams – wie im Nebenerwerb Charakterweine entstehen

29. März 2009

kopp-lembergerNicht jeder Wengerter in Gemmrigheim (W?rttemberg/Neckar) ist Genosse.  Michael Kopp liefert als einziger Weinbauer aus dem Ort nicht in der WG Hessigheim ab und erm?glicht so seinen Weinen eine eigene Handschrift. Zwar ist der Weinbau mit wenig mehr als einem halben Hektar Rebfl?che f?r ihn nur Nebenerwerb, aber keineswegs Nebensache.  Kopps Weine sind alle trocken und vor allem maischevergoren, also nicht, wie bei den meisten seiner Kollegen, maischeerhitzt. Bei einer Fassweinprobe wird auch schnell klar, dass ihnen das sehr gut tut: Die Frucht und der Charakter der verschiedenen Rebsorten stehen hier im Vordergrund. Trollinger, Lemberger und Schwarzriesling  sind bei Michael Kopp die wichtigsten Sorten und werden im Stahltank ausgebaut. Cabernet Cubin und die rote Cuvée stammen dagegen aus dem Barriquefass und haben, wie alle seine Weine, ein ?berragendes Preis-Leistungsverh?ltnis. Der sympathische Winzer versteht es au?erdem auch einen wirklich trockenen Secco aus Trollinger und Muskattrollinger zu machen, ebenso wie Essig und verschiedene Br?nde. Ein ?beraus gelungener Besuch!

Remstal Revisited

14. März 2009

Weintreff kelter

Vom 14. bis 15. Februar stand Fellbach wieder ganz im Zeichen des Weins. Der 13. Weintreff  pr?sentierte in der Alten Kelter insgesamt 51 Winzer und Weing?rtnergenossenschaften aus dem Remstal, aber auch aus Stuttgart und Esslingen. Wie im Vorjahr auch (s. Weinblog 2/08) gab es an beiden Tagen Sonderverkostungen mit Nathalie Lumpp und Rudolf Knoll (Vinum) die sich bestimmten Rebsorten und Cuvées widmeten. Anbei nur eine kurze Bewertung der interessantesten Weine:

87 Punkte:

  • Friedrich Zimmerle, Korb, Wei?wein-Cuvée „Triologie“ 2007
  • Doreas, Remshalden-Grunbach, „Symphonie in Rot“ 2006; Zweigeltrebe „Symphonie“ 2006
  • Markus Heid, Fellbach, Sauvignon Blanc trocken Auslese 2008; Lemberger ***2006; Cuvée M 2006 (rot)
  • Medinger, Kernen-Stetten, Cuvée „M“ (rot)
  • J?rgen Ellwanger, Winterbach, Nicodemus Hades 2006 (rot)
  • Rainer Schnaitmann, Fellbach, Sauvignon Blanc 2008***
  • Kuhnle, Weinstadt-Str?mpfelbach, Shiraz 2007
  • Jochen Beurer, Kernen-Stetten, Riesling Kieselsandstein tr. 2007
  • Gerhard Aldinger, Fellbach, Riesling Gro?es Gew?chs tr. 2007
  • Collegium Wirtemberg Lemberger „Kult“ 2007
  • Kusterer, Esslingen, Blauer Zweigelt 2006; Sp?tburgunder Auslese 2006
  • Konzmann, Kernen-Stetten, Stettener Cuvée III 2006 (rot)
  • Klopfer, Weinstadt-Gro?heppach, Modus K 2006 (rot)

88 Punkte:

  • Markus Heid, Fellbach, Sp?tburgunder*** 2006
  • J?rgen Ellwanger, Winterbach, Riesling Gro?es Gew?chs tr. 2007
  • Karl Haidle, Kernen-Stetten, Rotwein-Cuvée „Ypsilon“ 2006
  • Jochen Beurer, Kernen-Stetten, Riesling „Junges Schwaben“tr. 2007
  • Gerhard Aldinger, Fellbach, Merlot*** 2007

89 Punkte:

  • Medinger, Kernen-Stetten, Lemberger 2006
  • Rainer Schnaitmann, Fellbach, Sp?tburgunder*** Junge Reben“; Cuvée MC „Simonroth“ 2007
  • Hans-Peter W?hrwag, Stuttgart, Pinot Noir 2007