„Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy?“ begeht Jubil?um

2. Mai 2010

Ein Gastbeitrag von Matthias Schwerdtle

Einst als spontane Idee f?r eine einzige Veranstaltung geboren, erlebte die „Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy?“ am 16.04.2010 bereits ihre f?nfte Auflage und konnte somit zumindest ein kleines Jubil?um feiern.  Neun Rotweine, die es bei zahlreichen Vorproben bis ins Finale geschafft hatten, wurden dabei im Rahmen einer finalen Dégustation von einer fachkundigen Jury verkostet und bewertet.

Ziemlich schnell stellte sich hierbei heraus, dass der Sieg nur ?ber die 2006er Crianza der Bodega y Vińedos Solabal und den 2007er Shiraz „Terra Barossa“ von Thorn Clarke Wines gehen w?rde, zwei ?berragenden Vertretern ihrer Preisklasse, die sich bis zum Schluss ein Kopf an Kopf Rennen lieferten. Eigentlich h?tten beide den ersten Platz verdient gehabt, da dies die Regularien aber nicht vorsehen geht der Titel in diesem Jahr nach einer Millimeterentscheidung an den „Terra Barossa“ vor dem Thorn Clarke. Die Bronzemedaille eroberte sich schlie?lich der 2007 „Trio“ Merlot-Carménčre-Cabernet Sauvignon von Vina Concha y Toro und best?tigte damit auch einen Trend: W?hrend bei der Premierenveranstaltung Weine aus ?bersee sowohl qualitativ als auch quantitativ nur eine Nebenrolle spielten und die Europ?er die ersten Pl?tze unter sich ausmachten, nahm ihr Anteil im Finale ?ber die Jahr kontinuierlich zu. Dies manifestiert sich besonders auch dadurch, dass s?mtliche Sieger der letzten drei Jahre Weine der s?dlichen Hemisph?re waren.

Alle Juroren waren sich ?ber das hervorragende Durchschnittsniveau der Weine der Endrunde einig, etwas entt?uschend allerdings der Gewinner der Kategorie „bestes Preis-/Leistungsverh?ltnis“ im aktuellen „Gambero Rosso“, der 2007er Aglianico Riserva „Contado“ von Di Majo Norante, welcher seine Qualit?ten aus der Vorrunde leider nicht best?tigen konnte.

Nachfolgend s?mtliche Weine der Finalrunde (in Klammern die Durchschnittsbewertungen der Juroren):

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  1. 2007er Shiraz “Terra Barossa”, 14.5%
    Thorn Clarke Wines / South Australia
    (87,78 Punkte)

  1. 2006er Crianza, 14.5%
    Bodega y Vińedos Solabal / Rioja – Espańa (87,69 Punkte)

  1. 2007er Merlot-Carménčre-Cabernet Sauvignon Reserva “Trio”, 14%
    Vi
    ńa Concha y Toro / Rapel Valley – Chile (87,09 Punkte)

  1. 2007er Dominio de Valdepusa “lesegut”, 14%
    Marqučs de Gri
    ńon / Malpica de Tajo, Toledo – Espańa (86,93 Punkte)

  1. 2007er Shiraz “Magna”,14.5%
    Bodegas Callia / San Juan – Argentina (86,70 Punkte)

  2. 2007er „Leonor“, 15%
    Domaine de Cascavel / Côtes du Ventoux – France
    (86,50 Punkte)

  1. 2007er “Rufo”, 14.5%
    Lemos
    & van Zeller – Quinta Vale Dona Maria / Douro – Portugal (86,30 Punkte)

  1. 2007er Colección “Quatro”, 14.5%
    Vi
    ńa MontGras / Colchagua Valley – Chile (85,86 Punkte)

  1. 2007er Aglianico Riserva „Contado“, 13.5%
    Di Majo Norante / Campomarino – Italia (85,00 Punkte)

 

Ach ja, die ProWein

25. März 2010

…gab’s ja auch noch. Zwei Tage, zwei Hallen – mehr war nicht drin. Trotz gro?er Beschr?nkung auf die vermeintlichen Highlights und ungewohnt viel Disziplin (Ausspucken, Wegleeren, ab zum n?chsten…). Einige echte H?hepunkte waren so wenigstens kaum zu verfehlen. Die Wiederentdeckung gro?er Gr?ner Veltliner (z.B. von Hirtzberger) und die Bekanntschaft mir bislang unbekannter Gro?er Gew?chse (Rieslinge von Clemens Busch…) z?hlen da ganz sicher dazu. Vor allem aber auch die spontane und intensive Freundschaft zu einem Schweizer Schwergewicht, das sich aber leider kaum drum scheren d?rfte und meine Wege h?chstwahrscheinlich nicht mehr kreuzen wird: Gantenbein Chardonnay, 97 Punkte, bester trockener Wei?wein an den ich mich in meinem Weintrinkerleben ?berhaupt erinnern kann.

Pers?nliche ProWein-Premiere und nicht mal ann?hernd die H?lfte dessen erlebt und mitgemacht, was eigentlich geplant war. Dennoch, das was war, war schon was. Auch die Stadt abends zu erleben: D?sseldorf fest im Griff tausender ProWein-Besucher, die einfach nicht genug bekommen … 🙂

Tag 4 – Zur?ck in Mendoza

17. März 2010

 tag4_comp.jpg

Es gibt auch Weinorte mit einem idyllischen Ortskern. Jedenfalls gilt das f?r den westlichen Teil von Luján de Cuyo, der sich durch besonders viele B?ume, Restaurants und Bars auszeichnet. Und in dem es sich auch besonders h?bsch ?bernachten l?sst – in unserem Fall ganz in der N?he des schon bekannten Weinguts Clos de Chacras.

Nicht ganz so nah liegt das Weingut Terrazas de Los Andes (http://www.terrazasdelosandes.com), das uns im Gegensatz zu Norton gerne empfing und auch wieder ganz spontan eine F?hrung mit Degustation f?r uns drei Ausl?nder zusammengestellt hat. Auch hier wieder eine Menge unterirdischer Betontanks, temperaturkontrollierter Edelstahltanks und Barriquef?sser, die Betonung der Handarbeit bei der Lese und des Terroirs. Hoch hinaus geht es f?r manche Rebsorten. Der Malbec w?chst in Lagen von ca. 1070m H?he, der Merlot bei etwa 1150m und der Chardonnay gar bei 1200m ?ber dem Meeresspiegel. Eine Fassprobe wurde mit einem fertigen Wein verglichen, eine Werkstatt f?r Barriquef?sser besucht und auch bei der Degustation im Besucherraum ging man ungew?hnliche Wege. Beim Herausfinden der typischen Aromen der Weine konnte man sich mit den entsprechenden Aromafl?schen helfen lassen.

Einer der besten und teuersten Weine des Weinguts ist der Afincado, der aber nicht ganz zu ?berzeugen wusste:

Afincado Single Vineyard, Cabernet Sauvignon 2005
Auf 980 m gewachsen, 100% frz. Eiche, 2,7 – 3 t / Hektar
buttrig,komplex, wenig Frucht, gr?nes Holz, Lakritz, Kakao, Pflaume, Liebst?ckl, pfeffrig, etwas penetrante Milchs?urenote, 89 P.

Nachdem es bei Navarro Correas dasselbe Problem f?r uns gab wie bei Norton, entschlossen wir uns f?r den etwas weiteren Weg nach Maipu, zu Familia Zuccardi. Dieser gro?e Erzeuger (http://www.familiazuccardi.com) bot eine der fachkundigsten F?hrungen, die wir je erlebt hatten. HighTech (z.B. Horizontalfermentation in italienischen Rotationstanks) wurde genauso gezeigt wie die Vorrichtungen f?r Handarbeit (manuelles Aussortieren der einzelnen Trauben f?r die Spitzenqualit?ten). Ein Drittel der Lagen werden ?kologisch bewirtschaftet, bei den Wei?weinen wird teilweise mit Spontanverg?rung gearbeitet und mit f?r S?damerika sehr exotischen Sorten experimentiert, wie z.B Nero d`Avola, Grenache, Mourvčdre, Touriga Nacional, Arinarnoa…

Zu probieren gab es nat?rlich auch was, u.a.

Malamado, Malbec Fortificado
Portweinstil mit 19%, Feige, dunkle Fr?chte, Zimt, viel Volumen und L?nge, 90 P.

Santa Julia Viognier 2008
Maischeg?rung mit Reinzuchthefen
, tropische und reife Fr?chte, Zitrus, 88+

Im originellen Shop des Hauses entsprechend eingedeckt ging es dann auch schon wieder zur?ck in die Capital Federal, nach Buenos Aires.
Aber auch dort ist Wein das bevorzugte Getr?nk…