Tag 3 – Auf die andere Andenseite ins Valle Central

16. März 2010

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Nicht gerade ein Tagesausflug, aber mit etwas mehr Zeit absolut lohnend: ein Besuch des Valle Central mit der Hauptstadt Santiago de Chile. Vor allem, weil man das gr??te Weingut Chiles, Concha y Toro in Pirque, nur ein paar Kilometer ?stlich Santiagos, besuchen kann. Die 72 Millonen Liter verkauften Weins (2008), die das Weingut zu den 10 gr??ten der Welt z?hlen l?sst, werden allerdings nur zu einem kleinen Teil an diesem Standort produziert. Hier gibt es, neben einem sehr ausgedehnten Park und den historischen Villen, einige sch?ne Barriquekeller zu sehen und eine computergesteuert tr?pfchenbew?sserte Jungweinanlage. Ein hoher technischer Standard ist hier, wie so oft, ganz selbstverst?ndlich.

Das Premium-Besucherpaket kostet stolze 35 US$ und beinhaltet neben einer ausf?hrlichen F?hrung eine Verkostung von 4 ausgezeichneten Weinen:

Marqués de Casa Concha, Merlot 2007
lang, dicht, dunkelbeerig, Bitterschokolade, Kaffee,
frz. Eiche, 91 P.

Marqués de Casa Concha,Carmenère 2007
Erdbeere, Himbeere, weicher trotz merklicher Gerbstoffe, Kaffee, 89 Punkte

Marqués de Casa Concha, Shiraz 2007
Pfeffer, Minze, Eukalyptus, elegant, 89 Punkte

Marqués de Casa Concha,Cabernet Sauvignon 2007
Pflaume, Holunder, Leder, Lakritz, 90 Punkte

Interessant ist auch das ganze touristische Treiben. So sind st?ndig verschiedene Besuchergruppen in verschiedenen Tourkategorien mit ihren F?hrern in unterschiedlichen Sprachen unterwegs. Kein Wunder, dass sich manchmal Wartezeiten vor dem Degustationsgeb?ude bilden und die Zeit f?r Fragen und Proben limitiert ist. Im Restaurant und dem Au?enbereich spielt das zum Gl?ck dann keine Rolle mehr. Aber auch hier: Wine matters!

Amelia, Chardonnay 2007: expressiv, Mango, etwas grobschl?chtig, Barrique, langer Abgang, 88 Punkte

Terrunyo, Sauvignon Blanc 2008: etwas Stachelbeere, recht grasig, 87 Punkte

Beinahe unn?tig zu erw?hnen, dass hier in einem ziemlich gro?en Shop nicht nur die Bed?rfnisse nach Wein befriedigt werden. Auch Literatur, Bekleidung jeglicher Art und sonstige Merchandising-Artikel buhlen um die Aufmerksamkeit der Besucher. Einige Stunden kann man f?r Concha y Toro also schon einplanen.

Tag 2 – Luján de Cuyo

15. März 2010

Diesmal sind wir einer anderen Empfehlung gefolgt, die uns qualitativ besser munden sollte. Auch im allgemein-kulinarischen Sinne war das ein deutlicher Schritt nach vorne.

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Clos de Chacras (http://www.closdechacras.com.ar) ist ein eher kleiner Betrieb („Boutique Winery“), der ausnahmsweise nicht wie eine Festung mit Mauern und Wachmannschaft gesichert ist, daf?r aber ein wunderbares Restaurant mit idyllischem Au?enbereich und italienisch gepr?gter K?che zu bieten hat. Die Gelegenheit zum perfekten Essen auch gleich ein paar Weine auszuprobieren und unser Interesse an F?hrung und Probe anzumelden.

Auch hier gibt es ganz selbstverst?ndlich jemanden, der spontan auf Englisch durch den historischen Gew?lbekeller f?hren und die Weine erl?utern kann. Schlie?lich erschlie?t sich das kleine Weingut allm?hlich neue M?rkte im Ausland und ist auf Expansionskurs. Diverse Auszeichnungen beim Hyatt Wine Award f?r den Premiumwein, den Gran Estirpe Malbec, sind da sicher hilfreich. Auch bei den anderen Weinen merkt man diesen Anspruch.

Es gibt gute Basisweine der Linie Cavas de Crianza, dazu z?hlen ein Blend und die reinsortigen Malbec, Cabernet Sauvignon und Merlot. Der Cabernet gelingt nicht nur hier recht gut, sondern auch in der n?chsten Qualit?tsstufe:

Clos de Chacras, Cabernet Sauvignon 2007

Schoko, Walderdbeere, Menthol, kr?ftige Tannine, 87+ P.

Dennoch lie? sich der gute Gesamteindruck vom n?chsten Weingut noch toppen. Bei diesem Namen nicht wirklich eine ?berraschung: Alta Vista.

International bekannt ist dieser Weinerzeuger (http://www.altavistawines.com) arg_altavista1.jpgschon lange, nicht nur wegen seines au?ergew?hnlichen Topweines Alto. Kein Problem war es auch auf diesem beeindruckenden und gepflegten Anwesen unangemeldet eine Verkostung zu bekommen. Ein echter Pluspunkt ist au?erdem, dass mehr als nur die einfachen Qualit?ten ausgeschenkt wurden:

Alta Vista, Classic, Torrontes 2008

typ. rosige Noten, dabei sehr feingliedrig und trocken, 87 P.

 Alta Vista, Premium, Malbec 2007

80% frz. Eiche, 20% amerik. Eiche, Drittbef?llung
rauchig, Leder, komplex, Kirsche, Vanille, 88 P.

 Alta Vista, Terroir Selection, Malbec 2007

frz. Eiche zweitbef?llt, Blend aus vier verschiedenen Lagen
Mineralit?t, kr?ftig, harmonisch, 91 P.

Alta Vista, Alto 2006

ca. 13.000 Flaschen, 75% Malbec, 25 Cabernet Sauvignon, 100 % neue frz. Eiche, nach drei Jahren im Verkauf
Leder, Edelschokolade, Kaffee, Butter, Kakao, unglaublich dicht und lang, 94-95 P.

Tag 1 – Maipu und Vines of Mendoza

13. März 2010

Weintouren haben nicht immer etwas mit Wein zu tun. Ein Veranstalter einer nachmitt?glichen Weintour nach Maipu, einem weit in die Fl?che ausgedehnten Weinort s?dlich Mendozas, hat Verschiedenes im Programm: eine Finca, bei der man bei der Mandelernte zuschauen und Tomatenkonfit?re kaufen kann, eine Oliven?lm?hle und – immerhin – zwei Weing?ter. Die Bodega Baudron hat eine Produktion von ca. 4 Millionen Liter, einige ordentliche aber nicht nennenswerte Basisweine (zwei gab es zu probieren)  und einen Cadillac im Fasskeller.  F?r die drei einzigen ausl?ndischen Touristen gab es unerwarteterweise eine englischspachige Betriebsf?hrung. Genau wie im n?chsten Weingut: Cavas de Don Arturo. Auch hier waren die riesigen, teils unterirdischen Betontanks zu sehen, die so typisch f?r die Gegend sind. arg_rebzeile2.jpgEbenso typisch sind die Bew?sserungsgr?ben zwischen den Rebzeilen, schlie?lich herrscht ein Halbw?stenklima vor. Der Vorteil der Trockenheit ist daf?r, dass man in Mendoza weitgehend auf Pestizide verzichten kann. Im Falle von Cavas de Arturo verwendet man sogar ?berhaupt keine chemische Spritzmittel.

Auch bei der Weinbereitung unterscheidet man sich von anderen Erzeugern: die Weine kommen erst nach f?nf Jahren auf die Flasche. Den probierten Qualit?ten hat das jedenfalls nichts genutzt. Ob Cabernet, Malbec oder Merlot – Ankl?nge an Gips waren bei allen dominant. Die vermeintlich besseren Qualit?ten gab es leider nicht zu probieren und sind au?erhalb des Weinguts ?brigens auch nirgends zu kaufen. Es sind die Besucher von Busausfl?gen, ?ber die der Verkauf ausschlie?lich l?uft. Ein Kuriosum, das ganz offensichtlich funktioniert.

H?chste Zeit f?r guten Wein. The Vines of Mendoza hat das dann auch in H?lle und F?le zu bieten. Das erste Degustationszentrum  S?damerikas und das einzige dieser Art ist mitten in Mendoza gelegen und bietet den stilvollen Rahmen f?r viele hervorragende Weine. Darunter zahlreiche, die in Europa weitgehend oder v?llig unbekannt sind.

Bei Temperaturen, die auch nachts oft nicht unter 25? Grad sinken, sind k?hle Wei?e genau das richtige. An dieser Stelle nur zwei hervorragende Vertreter:

Lorca Poético Viognier, Valle de Uco, 2008

Karamell, kr?utrig, Melone und wei?er Pfirsich, kr?ftig, zu 40% Barrique, 60% Stahltank, 90 Punkte

Bressia Lagrima Canela, Valle de Uco, 2007

70% Chardonnay 30% Semillon, viel Karamell- und R?staromen, Zimt, Pfefferminz,14 Monate neues Barrique, 89 P.