Genossen k?nnen auch anders: Jungwinzerprojekte auf ProWein vorgestellt

6. April 2011

Sie hei?en Next Generation, Vision Heuchelberg, Junge Winzer oder Vinitiative und sie sind junge Genossen der Weing?rtnergenossenschaften Fellbach, Heuchelberg, Mundelsheim und Lauffen am Neckar. Sie wollen neue Wege gehen, setzen ganz auf Qualit?t und sind dabei ziemlich kompromisslos. Schauen, was m?glich ist, „den Wein auf die Spitze treiben“, ist das Credo der Jungwinzer und dass viele von ihnen bei Ausbildung und Auslandsaufenthalten weit ?ber den Tellerrand der heimischen Genossenschaften hinaus schauen konnten, tut den Weinen ganz sicher gut.
Die Rotweincuvée 2008 der vinitiative Lauffen ist so ein Ergebnis, das spontan beeindruckt. Diese Premiere ist ein sehr dichter, kr?ftiger Wein mit viel Frucht, Schmelz und sch?nen R?staromen, der zeigt was in W?rttemberg m?glich ist, wenn man auf starke Ertragsreduzierung (35 kg/Ar, Halbierung der Trauben) und sehr gesundes Traubengut achtet. Maischeg?rung und Barriqueausbau sind selbstverst?ndlich. Auf die n?chsten Ergebnisse darf man gespannt sein.

Auf der ProWein bei Elio Altare

2. April 2011

Elio Altare auf der ProWein 2011Die meisten St?nde streift nur ein kurzer Blick, bei dem einen oder anderen Anbieter lohnt ein kurzer Abstecher, dann geht es wieder weiter. Nicht so beim Stand der Weinagentur von Elena Altare, die einige namhafte Weine aus dem Piemont pr?sentiert und ihren ber?hmten Vater gleich mitgebracht hat. Erst gibt es nur ein freundliches Gespr?ch mit der Tochter und eine Verkostung, die sich zwischen hervorragenden Barbera und Baroli bewegt, dann betritt Elio Altare selbst die Szene.
Wer einmal erleben m?chte, wieso zur Produktion von Weinen, die regelm??ig in aller Welt zu den besten ihrer Art gez?hlt werden, nicht allein handwerkliches K?nnen und sorgf?ltige Arbeit ausreicht, dem w?re so ein Gespr?ch mit dem „Revolution?r des Barolo“ unbedingt einmal geg?nnt. Eine halbe Stunde ist jedenfalls selten so schnell vergangen.

Gegen den Widerstand seines Vaters hatte der junge Elio, inspiriert vom Burgund, das Weingut radikal modernisiert. Fortan wurde nicht mehr auf Menge produziert und chemische Spritzmittel sowie k?nstliche D?nger radikal aus den Weinbergen verbannt. Den B?den sollte das Leben wieder zur?ckgegeben werden. Das Barriquefass erhielt Einzug und die Weine sollten fr?her zug?nglich werden.
Damals, bei seinem Vater hie? es immer, man m?sse halt einfach viele Jahre warten k?nnen, bis ein Barolo trinkreif w?re. Doch wann war es dann soweit? „Niemals, nie“ ereiferte sich Elio Altare, doch ein guter Wein m?sse jederzeit mit Genuss zu trinken sein.

Wie bei seinen eigenen Baroli: Der Brunate 2007 und der Cerretta aus 2005 (der nach der Abf?llung noch zwei weitere Jahre auf der Flasche reift, bevor er in den Verkauf gelangt – man muss sich also noch etwas gedulden) sind grandiose Weine (95 Punkte).

Dann hat er noch etwas zu der „Unart“ zu sagen, dass heutzutage Weing?ter immer h?ufiger von wohlhabenden Unternehmern oder Anw?lten aufgekauft w?rden. Von „Entrepreneurs“, die meinten, sich so ohne weiteres als „Vignerons“ versuchen zu k?nnen um Topweine – so quasi nebenbei – zu produzieren.
Wenige Augenblicke zuvor ist der frisch gebackene Weingutsbesitzer G?nter Jauch direkt an diesem Stand vorbeimarschiert. Was es wirklich hei?t, guten Wein zu machen, h?tte er hier besser als irgendwo sonst erfahren k?nnen.

Streifz?ge ?ber die ProWein: ?sterreich

31. März 2011

Imperial - HalbturnSonderschauen, Verkostungszonen und Veranstaltungen zu Spezialthemen – wer wirklich einen umfassenden ?berblick vom Gesamtangebot der ProWein bekommen wollte, musste schon extrem gut organisiert sein. Beschr?nkung tut not, das gilt erst recht f?r einen Blog. Deshalb gibt es hier heute nur etwas zum Thema ?sterreich, das sich wieder komplett in einer eigenen Halle pr?sentieren konnte. Auch dieses Jahr wurde zum gemeinsamen Auftritt wieder ein eigener Katalog aufgelegt, etwas, das dem deutschen VdP ?brigens – mangels der Bereitschaft sich fr?hzeitig auf zu verkostende Weine festzulegen – einfach nicht gelingt.

Nun, es war ein ziemlich dicker Katalog und letztlich lie? sich aus dem riesigen Angebot nur ein Bruchteil verkosten. Ein Bruchteil, von dem wiederum nur ein ganz kleiner Teil, n?mlich die absolut hochwertigsten hier erw?hnt werden sollen, obwohl es viele andere gab, die diesen in der Qualit?t kaum nach standen:

Claus Preisinger vom Neusiedlersee hat mit dem Paradigma 2008 eine ausgezeichnete Cuvée aus Blaufr?nkisch und Zweigelt vorgestellt: 92+ Punkte

Einen ganz starken Auftritt legt das Weingut Feilinger-Artinger aus dem Neusiedlersee-H?gelland hin, das sechs Weine mit 90 oder mehr Punkten dabei hatte, allen voran die rote Cuvée Solitaire aus 2008 mit 93 Punkten.

?hnlich ?berzeugend Grassl aus dem Carnuntum. Der B?rnreiser 2009 (Zweigelt, Merlot, Cabernet Sauvignon, Blaufr?nkisch) bekam 94 Punkte.

Zwar waren bei Kollwentz (Neusiedlersee) die Chardonnays aus 2008 nicht ganz so ?berragend wie aus dem Jahr zuvor, doch verdient der D?rr Pinot Noir 2008 mit 93 Punkten schon ein sehr gro?es Lob.

H?chste Zeit ?ber den besten dieses Jahr auf der ProWein probierten Wei?wein zu sprechen. Der gro?e Meister F.X. Pichler war dieses Jahr dabei und ihm ist nicht nur mit dem Gr?nen Veltliner „M“ Smaragd 2010 ein Volltreffer gelungen. Doch die 95+ Punkte f?r diesen Wein sind halt einfach herausragend und ?bertreffen auch einen Honivogl von Hirtzberger (92 P. f?r 2010), der wie nur wenige andere Erzeuger gekonnt mit dieser Rebsorte umgehen kann.

Ernst Triebaumer ist daf?r der Blaufr?nkisch-Spezialist aus dem Neusiedlersee-H?gelland. Der legend?re Blaufr?nkisch Marienthal (2008) ist mit 92-93 Punkten unbestritten einer der besten Vertreter seiner Art und soll hier auch schon die kleine Reihe der besten Beispiele aus ?sterreich beenden.
Mehr von dieser ProWein in K?rze!