Klassiker, die ?berzeugen: Barolo und Meursault

4. Dezember 2010

Zweifel gab es immer wieder. Ein Barolo mit gro?em Namen ist eben nicht automatisch gut. Umso sch?ner, dass es auch gelungene Beispiele gibt: Der Barolo von Corino aus 2003 ist einer, der wieder vers?hnlich stimmt, auch weil er bei seiner Klasse nicht einmal besonders teuer ist.

  • Corino, Barolo 2003
    Schokolade, Brombeere, dunkle Beerenfr?chte, etwas Lakritz, leichte S??e, saftig, festes S?ureger?st, das den Abgang dominiert, 92 Punkte

Ebenfalls zu den exklusiveren Trinkerlebnissen  z?hlen die Chardonnays aus den weltbekannten Appellationen des Burgunds, wie beispielsweise dem Meursault. Was Feinheit bedeutet, kann man von folgendem Vertreter lernen:

  • Vincent Girardin, Meursault Les Genevričres, Premier Cru 2007
    Grapefruit, Apfel, Akazienhonig, kernig, dezentes Holz, etwas grasig und streng in der zweiten H?lfte, dennoch harmonisch, viel Potenzial, 92+ Punkte

Deutscher Rotweinpreis – Pr?sentation der Sieger

21. November 2010

forum-rotweinpreis2010.JPGDie Pr?sentation des Deutschen Rotweinpreises der Zeitschrift Vinum vor der eigenen Haust?r in Ludwigsburg ist nat?rlich Pflicht. H?tte sich aber auch eine weitere Anreise daf?r gelohnt? So ganz ?berzeugt bin ich nicht. Ein paar lohnende Entdeckungen gab es trotzdem. Und die Erkenntnis, dass sich mit allen Siegerweinen gut leben l?sst. Auch wenn es nicht wenige Weine aus Deutschland gibt, die mit den Siegern locker mithalten k?nnten.

Neben den Erst- und Zweitplatzierten in ihren jeweiligen Kategorien boten die einzelnen Weing?ter einen Querschnitt ihres gesamten Sortiments. Einige gelungene Beispiele:

Weingut Burggarten, Ahr, Sp?tburgunder Heimersheimer Burggarten R  Goldkapsel 2008
90 Punkte – bei 42 ? allerdings

Weingut Eckehart Gr?hl, Rheinhessen, Sp?tburgunder Eiswein Blanc de Noirs 2009
der Siegerwein in der Kategorie Edels??. 94 -95 Punkte.

Weingut Karl Haidle, W?rttemberg, Riesling Stettener Pulverm?cher GG 2009
90 Punkte

Weingut Karl Haidle, W?rttemberg, Riesling Eiswein Stettener Pulverm?cher edels?? 2008
92 Punkte

Weingut F?rst zu Hohenlohe ?hringen, W?rttemberg, Sp?tburgunder GG Verrenberger Verrenberg 2008
90 Punkte

Weingut F?rst zu Hohenlohe ?hringen, W?rttemberg,  In Senio 2008
90 Punkte und damit 2 mehr als der Ex flammis orior 2008, Siegerwein  aus dem selben Haus bei den Cuvées

Weingut Krebs, Pfalz, Sp?tburgunder Freinsheimer Schwarzes Kreuz 2009
88 Punkte und damit einer der Preis-Leistung-Sieger bei einem Preis von 8 ?

Weingut Krebs, Pfalz, Sp?tburgunder Freinsheimer Musikantenbuckel Goldkapsel 2007
90+ Punkte bei ebenfalls sehr fairen 15 ?

Weingut Philipp Kuhn, Pfalz, Sp?tburgunder Steinbuckel GG 2007
90 Punkte

Weingut Graf Neipperg, Merlot S.E. 2007
91 Punkte, dennoch alles andere als ein Schn?ppchen

Weingut Graf Neipperg, Lemberger Schwaigerner Ruthe GG 2008
d
er Sieger bei den Lembergern: 91 Punkte

Weingut Rings, Pfalz, Riesling Kallstatter Saumagen 2009
92 Punkte und bei 17 ? tats?chlich ein Schn?ppchen

Weingut Rings, Pfalz, Das kleine Kreuz 2009
91 Punkte f?r 16 ?

Weingut Rainer Schnaitmann, W?rttemberg, Riesling G?tzenberg GG 2009
92 Punkte

Weingut Erich Stachel, Pfalz, Syrah Maikammerer Kirchenst?ck 2007
90 Punkte

Weinslalom mit Hindernissen

18. November 2010

Wieder einmal ist der November ein Highlight im Weintrinkerjahr. Wer diese Zeit im Sp?therbst nur mit Tristesse assoziiert, macht eindeutig etwas falsch. Selten findet man so geballt Termine von Hausmessen und Weinpr?sentationen und ist man an Wochenenden so h?ufig unterwegs wie jetzt. Wer, wie ich, im Einzugsgebiet einer Gro?stadt lebt, hat da gar keine Zeit f?r Tr?bsal und Novemberblues.

Zumal Weintermine auch immer Gelegenheiten f?r interessante Beobachtungen und besondere Erfahrungen sind. Fast schon ein Klassiker unter den st?ndig wiederkehrenden Situationen ist die lebende Blockade.

Variante 1: der „Unverr?ckbar-im-Weg-Stehende“. Garantiert findet man ihn vor jedem Stand, st?ndig mit wieder aufgef?lltem Glas konzentriert ?ber die eigenen Notizen stehend oder den Ausschenker mit banalem Wissen begl?ckend. Geflissentlich ?bersieht dieser Fels in der Brandung, dass er zu Zeiten gr??eren Andrangs mindestens zehn weiteren am Wein Interessierten den Zugang zur Quelle verbaut. Er ist am Ziel. Die anderen sehen das genauso – viel n?her ins Zentrum pers?nlicher Verachtung kann er gar nicht mehr r?cken. Deshalb ist eine wertvolle Erkenntnis die, dass die besten Proben schon am Vormittag beginnen!

Variante 2: Nicht immer braucht es Typus 1, um den Zugang zum gew?nschten Wein zu erschweren. Manch Standbetreuer selbst ist in seiner Leutseligkeit einfach zu anh?nglich um die Umstehenden in gewissen Abst?nden seiner Wahrnehmung zuzuf?hren. Jedenfalls immer dann, wenn dieser einen alten Bekannten trifft. Oder wenigstens einen Gast, der vor etlichen Jahren schon mal auf dem Weingut war und mit dem man sich stundenlang ?ber mittlerweile altershalber oxidierte Sp?tlesen austauschen kann. Das macht dann immerhin zwei Personen gl?cklich.

Nicht immer ist bei Degustationen Hochbetrieb. Umso h?her ist die Kunst derjenigen Ausschenker einzusch?tzen, die es selbst ohne jegliche Ablenkung schaffen, einen Probierwilligen zu ignorieren. Wichtigste Voraussetzung: auff?lliges Vermeiden jeglichen Blickkontakts. Das ist Variante 3. Gut nur, dass es doch noch fast immer gelingt, sich Geh?r zu verschaffen. Und gut auch, dass sehr h?ufig geschultes Agenturpersonal hinter den St?nden steht. Blitzschnell wird das leere Weinglas gesehen und dem Weinwunsch entsprochen. Ohne dass der gespr?chswillige Nachbar in seinen Weisheiten beschnitten werden m?sste. So schafft man dann sogar eine Quote von mehr als zwei Zufriedenen.