Auf der ProWein bei Elio Altare

2. April 2011

Elio Altare auf der ProWein 2011Die meisten St?nde streift nur ein kurzer Blick, bei dem einen oder anderen Anbieter lohnt ein kurzer Abstecher, dann geht es wieder weiter. Nicht so beim Stand der Weinagentur von Elena Altare, die einige namhafte Weine aus dem Piemont pr?sentiert und ihren ber?hmten Vater gleich mitgebracht hat. Erst gibt es nur ein freundliches Gespr?ch mit der Tochter und eine Verkostung, die sich zwischen hervorragenden Barbera und Baroli bewegt, dann betritt Elio Altare selbst die Szene.
Wer einmal erleben m?chte, wieso zur Produktion von Weinen, die regelm??ig in aller Welt zu den besten ihrer Art gez?hlt werden, nicht allein handwerkliches K?nnen und sorgf?ltige Arbeit ausreicht, dem w?re so ein Gespr?ch mit dem „Revolution?r des Barolo“ unbedingt einmal geg?nnt. Eine halbe Stunde ist jedenfalls selten so schnell vergangen.

Gegen den Widerstand seines Vaters hatte der junge Elio, inspiriert vom Burgund, das Weingut radikal modernisiert. Fortan wurde nicht mehr auf Menge produziert und chemische Spritzmittel sowie k?nstliche D?nger radikal aus den Weinbergen verbannt. Den B?den sollte das Leben wieder zur?ckgegeben werden. Das Barriquefass erhielt Einzug und die Weine sollten fr?her zug?nglich werden.
Damals, bei seinem Vater hie? es immer, man m?sse halt einfach viele Jahre warten k?nnen, bis ein Barolo trinkreif w?re. Doch wann war es dann soweit? „Niemals, nie“ ereiferte sich Elio Altare, doch ein guter Wein m?sse jederzeit mit Genuss zu trinken sein.

Wie bei seinen eigenen Baroli: Der Brunate 2007 und der Cerretta aus 2005 (der nach der Abf?llung noch zwei weitere Jahre auf der Flasche reift, bevor er in den Verkauf gelangt – man muss sich also noch etwas gedulden) sind grandiose Weine (95 Punkte).

Dann hat er noch etwas zu der „Unart“ zu sagen, dass heutzutage Weing?ter immer h?ufiger von wohlhabenden Unternehmern oder Anw?lten aufgekauft w?rden. Von „Entrepreneurs“, die meinten, sich so ohne weiteres als „Vignerons“ versuchen zu k?nnen um Topweine – so quasi nebenbei – zu produzieren.
Wenige Augenblicke zuvor ist der frisch gebackene Weingutsbesitzer G?nter Jauch direkt an diesem Stand vorbeimarschiert. Was es wirklich hei?t, guten Wein zu machen, h?tte er hier besser als irgendwo sonst erfahren k?nnen.

Streifz?ge ?ber die ProWein: ?sterreich

31. März 2011

Imperial - HalbturnSonderschauen, Verkostungszonen und Veranstaltungen zu Spezialthemen – wer wirklich einen umfassenden ?berblick vom Gesamtangebot der ProWein bekommen wollte, musste schon extrem gut organisiert sein. Beschr?nkung tut not, das gilt erst recht f?r einen Blog. Deshalb gibt es hier heute nur etwas zum Thema ?sterreich, das sich wieder komplett in einer eigenen Halle pr?sentieren konnte. Auch dieses Jahr wurde zum gemeinsamen Auftritt wieder ein eigener Katalog aufgelegt, etwas, das dem deutschen VdP ?brigens – mangels der Bereitschaft sich fr?hzeitig auf zu verkostende Weine festzulegen – einfach nicht gelingt.

Nun, es war ein ziemlich dicker Katalog und letztlich lie? sich aus dem riesigen Angebot nur ein Bruchteil verkosten. Ein Bruchteil, von dem wiederum nur ein ganz kleiner Teil, n?mlich die absolut hochwertigsten hier erw?hnt werden sollen, obwohl es viele andere gab, die diesen in der Qualit?t kaum nach standen:

Claus Preisinger vom Neusiedlersee hat mit dem Paradigma 2008 eine ausgezeichnete Cuvée aus Blaufr?nkisch und Zweigelt vorgestellt: 92+ Punkte

Einen ganz starken Auftritt legt das Weingut Feilinger-Artinger aus dem Neusiedlersee-H?gelland hin, das sechs Weine mit 90 oder mehr Punkten dabei hatte, allen voran die rote Cuvée Solitaire aus 2008 mit 93 Punkten.

?hnlich ?berzeugend Grassl aus dem Carnuntum. Der B?rnreiser 2009 (Zweigelt, Merlot, Cabernet Sauvignon, Blaufr?nkisch) bekam 94 Punkte.

Zwar waren bei Kollwentz (Neusiedlersee) die Chardonnays aus 2008 nicht ganz so ?berragend wie aus dem Jahr zuvor, doch verdient der D?rr Pinot Noir 2008 mit 93 Punkten schon ein sehr gro?es Lob.

H?chste Zeit ?ber den besten dieses Jahr auf der ProWein probierten Wei?wein zu sprechen. Der gro?e Meister F.X. Pichler war dieses Jahr dabei und ihm ist nicht nur mit dem Gr?nen Veltliner „M“ Smaragd 2010 ein Volltreffer gelungen. Doch die 95+ Punkte f?r diesen Wein sind halt einfach herausragend und ?bertreffen auch einen Honivogl von Hirtzberger (92 P. f?r 2010), der wie nur wenige andere Erzeuger gekonnt mit dieser Rebsorte umgehen kann.

Ernst Triebaumer ist daf?r der Blaufr?nkisch-Spezialist aus dem Neusiedlersee-H?gelland. Der legend?re Blaufr?nkisch Marienthal (2008) ist mit 92-93 Punkten unbestritten einer der besten Vertreter seiner Art und soll hier auch schon die kleine Reihe der besten Beispiele aus ?sterreich beenden.
Mehr von dieser ProWein in K?rze!

Die Freien Weinbauern S?dtirol unterwegs

5. März 2011

Freie Weinbauern S?dtirol - StuttgartEinen Wegweiser zu 77 Weing?tern, die sich zu den „Freien Weinbauern S?dtirol“ zusammengeschlossen haben, gab es gleich zu Anfang – auf einer Landkarte im Ma?stab 1:192.000. Schneller voran ging es in 1:1. Denn immerhin 21 S?dtiroler Winzer haben den Weg nach Stuttgart auf sich genommen und pr?sentierten dort in der Weinhandlung Nicolay & Schartner ihre Weine. ?berzeugende Weine und Anregungen f?r den n?chsten S?dtirolurlaub gab es f?r die G?ste genug. Ein kleiner Rundgang:

Zu wenig S?ure bekamen die Weine  in 2009 ab, klagten einige der Winzer, f?r die Wei?weinproduktion ist das nat?rlich schon eine Herausforderung. Dennoch sind einige Wei?e sehr sch?n gelungen. Zum Beispiel die Wei?burgunder vom Bessererhof und vom Klosterhof Andergassen (Wei?burgunder Trifall aus dem Akazienfass) mit jeweils 87 Punkten. Pranzegg aus Bozen hat aus dem selben Jahrgang den gro?artigen, vom Chardonnay gepr?gten Wei?wein „Caroline“ produziert (89 Punkte), der Glassierhof, der nach Mondphasen arbeitet, den Sauvignon „Gebach“ (88 P.) und der Erbhof Unterganzner stellte zwei ?berzeugende Vertreter vor: den Sauvignon „Platt & Pignat“ (87+) und den Chardonnay „Platt & Pignat“ (88 P. ).

Rotweine bzw. Rotweincuvées aus franz?sischen Sorten waren recht breit ges?t: Rot „Belleus“ 2008 vom Messnerhof (90 P.), der Cabernet-Merlot „Erah“ 2006 von Haderburg (89+ P.), der Merlot „Fihl“ und und der Merlot-Cabernet Sauvignon „Iugum“, beide 2006, vom Weingut Dipoli mit jeweils 89 Punkten, ebenso wie der Cabernet-Merlot „Palestina“ von H. Lentsch. Der Griesbauernhof machte 2008 einen Merlot „Spitz“ (89 P.) und einen wunderbaren Cabernet Sauvignon in 2007 (91+ P.).

Das ?koweingut Manincor mit 50 Hektar Rebfl?che ist der mit Abstand gr??te unter den eingeladenen Erzeugern. Hier konnten vor allem die dichte und langanhaltende Cuvée „Cassiano“ 2007 aus Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah und Tempranillo mit 90+ Punkten ?berzeugen. Dasselbe Weingut erzeugt auch den Lagrein „Rubatsch“ 2008 mit 89 Punkten. ?berhaupt Lagrein: Von der S?dtiroler Spezialit?t gab es nat?rlich schon einige, die sich wirklich lohnen. Zum Beispiel von H. Lentsch den Lagrein „Morus“, 2005 (88 P.), vom Pfannenstielhof die Riserva aus 2008 (90 Punkte), die Riserva 2007 vom Messnerhof (89+), die Riserva 2008 von Ansitz Waldgries (88 P.) und vom Glassierhof der Lagrein „Glassier“ 2009 (89-90 P.)