s??-s?uerliche Abwege – Apfels?fte im Vergleich

27. August 2012

Premiumapfels?fte im VergleichSo richtig funktioniert das nicht mit dem ?bertragen des einge?bten Weinvokabulars auf  die bislang eher beil?ufig zur Kenntnis genommene Welt des Apfelsafts. Dennoch, dass sich Premiums?fte, die strikt aus einer einzigen Reb-, ?h, Apfelsorte und aus einzeln vom Baum gepfl?ckten Fr?chten gewonnen werden, vom ?blichen Supermarktgetr?nk  durch einen viel gr??eren Aromenreichtum unterscheiden, war eigentlich klar. Und trotzdem zu beweisen:

Von der Privatkelterei von Nahmen vom Niederrhein wurde zun?chst der gelungene Kaiser Wilhelm probiert, der rund und aromatisch ist und durch etwas Eisbonbon eine besondere Note aufweist. Sch?ner von Boskoop wirkt herber, Elstar dagegen eher metallisch und vermittelt deutlich weniger Trinkfreude, die Rubinette ist dagegen stoffig, sogar seidig, mit merklicher S??e und wirkt recht gef?llig.

Kohl – Obsthof Troidner aus S?dtirol war mit seinem Gravensteiner (aromatische Nase, spritzig und dabei gleichzeitig erdig) sowie  Jonagold (seidig, Honig, Mirabelle, Birne, elegant) vertreten.

Aus Nieder?sterreich stammen die allesamt ?berzeugenden Apfels?fte von Reinhard und Helga Wetter: der Jonagold (harmonisch, feine Frucht, merkliche S??e), Cox Orange Renette (frische S?ure, dicht, Banane, wei?e Johannisbeere) und James Grieve (sehr kernige S?ure, anhaltend feines Aroma).

Ebenso aus ?sterreich kam ein eher rustikaler Vertreter mit einer deutlicher Musnote, die in Richtung Pfirsich ging: Topaz von Meinklang – Weingut Michlits, Neusiedlersee.

Last but not least der einzige Apfelsaft, der nicht mittels Erw?rmung, sondern durch Kohlens?ure haltbar gemacht wurde: Cox Orange vom Duttenhofer’schen Apfelgut aus dem Nordschwarzwald. Die feine, zarte und elegante Frucht wird allerdings von der Kohlens?ure etwas in den Hintergrund zur?ckgedr?ngt.

Fazit: Wer glaubt, eine alkoholfreie Apfelsaftprobe sei weniger anstrengend als eine Weinprobe, wird sich wundern wie schnell er aufgrund der hohen S?ure seinen S?ttigungsgrad erreicht hat. Gelohnt hat sich diese Erfahrung auf jeden Fall und das nicht nur wegen der drei Sieger: Jonagold und Cox Orange Renette von Wetter sowie Kaiser Wilhelm aus dem Haus von Nahmen. Freunden wirklich kerniger S?ure sei aber der James Grieve nicht weniger ans Herz gelegt.

Kurzbesuch auf Schloss Wackerbarth

3. August 2012

s?chsisches Staatsweingut Schloss WackerbarthVornehm geht es auf Schloss Wackerbarth – Sachsens Staatsweingut in Radebeul – zu, das macht schon allein der Blick auf die Karossen vor dem ansehnlichen Anwesen deutlich. Zu Europas erstem Erlebnisweingut geh?rt ein Restaurant mit sch?nem Au?enbereich  -  eine willkommene Gelegenheit nach Ende der ?ffnungszeiten zumindest einen fl?chtigen Eindruck der Weine zu bekommen. Drei Weine konnte man sich f?r eine Minidegustation aussuchen. Gespannt war ich nat?rlich auf den Wei?burgunder, der wie der Traminer immer mal wieder von der Kritik gelobt wurde. Zu Recht, wie sich herausstellte:

Schloss Wackerbarth, Wei?burgunder Kabinett trocken, 2011
zarte, florale Nase, etwas Weinbergpfirsich und reife Birne, saftig, sehr pr?sent, 86 Punkte

Schloss Wackerbarth, Grauburgunder Kabinett trocken, 2011
etwas verhalten, Aprikose, wirkt ziemlich rests??, dabei fast seifig, 83-84 Punkte

Schloss Wackerbarth, Radebeuler Goldener Wagen Edition 1950, trocken, 2010
merkw?rdige Cuvée aus Traminer, Riesling, Grauburgunder und Silvaner, die zun?chst rosenduftig und sogar kr?utrig daherkommt. Dann setzen sich schnell unangenehme gr?ne Noten durch, gr?ner Spargel, Baumharz, angegorener Grasschnitt. Fast stechend, stumpfe S?ure und insgesamt sehr unharmonisch, 78 Punkte.

 

 

Gl?cksfall Testone

23. Juli 2012

Testone Parusso Nicodemi NeromoroDer Testone von Armando Parusso ist ein wahrhaft au?ergew?hnlicher Wein. Als reiner Cabernet Sauvignon aus dem Piemont und vor allem als einer, den es so nur ein einziges Mal ?berhaupt gab. Produziert wurde er n?mlich nur im Jahrgang 2001, danach wurden die St?cke komplett durch den gebietstypischen Nebbiolo ersetzt. Was mit Cabernet Sauvignon, dem man die gr??tm?gliche Aufmerksamkeit angedeihen lie?, in der ber?hmten Lage Bussia m?glich ist, beweist diese Rarit?t jetzt nach 11 Jahren ziemlich eindrucksvoll:

Armando Parusso, Testone Unico, Langhe 2001
markante Bordeaux-Nase, seidig-samtige Textur, dunkle Beerenfr?chte (v.a. Heidelbeere), Zedernholz, Doldenbl?tler, R?staromen und recht kr?ftige S?ure. Hat noch ein langes Leben vor sich. 92 Punkte

Ihm zur Seite gestellt wurde ein nicht minder interessanter Wein:

Nicodemi, Neromoro, Montepulciano d’Abruzzo, Riserva 2004
stoffiger Wein mit viel Extrakt, Dichte und L?nge. Nougat, Mandel, etwas Tabak, reife Banane, fl?chtige Noten nach gekochten Roten R?ben. Bei aller Opulenz recht zupackend, gutes Trinkalter. 91 Punkte