Riesling – Gro?e Gew?chse der letzten 15 Jahre

9. September 2012

Riesling Go?e Gew?chseReife Gro?e Gew?chse vom Riesling trinken zu k?nnen ist einfach ein Genuss, vor allem wenn sie noch so hervorragend dastehen wie die meisten der hier verkosteten Gew?chse:

Freie Weing?rtner Wachau, Spitzer Singerriedel Smaragd 1999
Petrolnote, reifer Apfel, wei?e Johannisbeere, deutlich mineralisch, etwas kr?utrig. Mit frischer S?ure, am Gaumen aber wenig kraftvoll, 89 Punkte

Dr. B?rklin-Wolf, Pfalz, Deidesheimer Kalkofen, Grand Cru 1999
bereits oxidativ, Firn, kraftvoll, buttrig, Karamell, Nougat, 90-91 Punkte

Josmeyer, Elsass, Hengst, Grand Cru 2000
getrocknete Aprikosen, Zitrusfr?chte, leichte Kaffeenote, hat Power und S?ure, 92 Punkte

Albert Boxler, Elsass, Sommerberg, Grand Cru 2000
voll auf dem H?hepunkt, viel Extrakt, Botrytis, Honig, Zimt, keinerlei Firn, sehr elegant, 94-95 Punkte

Freiherr Heyl zu Herrnsheim, Rheinhessen, Nierstein Pettental 1997
Frische und Schmelz, mineralisch, etwas Erdbeere, gewinnt deutlich mit Luft, gro?er Nachhall, 93 Punkte

Weingut K?nstler, Rheingau, Hochheimer H?lle Goldkapsel 2005
dichter Wein, kr?ftige S?ure, Grapefruit, leichte Bitternote, Karamell, 92 Punkte

s??-s?uerliche Abwege – Apfels?fte im Vergleich

27. August 2012

Premiumapfels?fte im VergleichSo richtig funktioniert das nicht mit dem ?bertragen des einge?bten Weinvokabulars auf  die bislang eher beil?ufig zur Kenntnis genommene Welt des Apfelsafts. Dennoch, dass sich Premiums?fte, die strikt aus einer einzigen Reb-, ?h, Apfelsorte und aus einzeln vom Baum gepfl?ckten Fr?chten gewonnen werden, vom ?blichen Supermarktgetr?nk  durch einen viel gr??eren Aromenreichtum unterscheiden, war eigentlich klar. Und trotzdem zu beweisen:

Von der Privatkelterei von Nahmen vom Niederrhein wurde zun?chst der gelungene Kaiser Wilhelm probiert, der rund und aromatisch ist und durch etwas Eisbonbon eine besondere Note aufweist. Sch?ner von Boskoop wirkt herber, Elstar dagegen eher metallisch und vermittelt deutlich weniger Trinkfreude, die Rubinette ist dagegen stoffig, sogar seidig, mit merklicher S??e und wirkt recht gef?llig.

Kohl – Obsthof Troidner aus S?dtirol war mit seinem Gravensteiner (aromatische Nase, spritzig und dabei gleichzeitig erdig) sowie  Jonagold (seidig, Honig, Mirabelle, Birne, elegant) vertreten.

Aus Nieder?sterreich stammen die allesamt ?berzeugenden Apfels?fte von Reinhard und Helga Wetter: der Jonagold (harmonisch, feine Frucht, merkliche S??e), Cox Orange Renette (frische S?ure, dicht, Banane, wei?e Johannisbeere) und James Grieve (sehr kernige S?ure, anhaltend feines Aroma).

Ebenso aus ?sterreich kam ein eher rustikaler Vertreter mit einer deutlicher Musnote, die in Richtung Pfirsich ging: Topaz von Meinklang – Weingut Michlits, Neusiedlersee.

Last but not least der einzige Apfelsaft, der nicht mittels Erw?rmung, sondern durch Kohlens?ure haltbar gemacht wurde: Cox Orange vom Duttenhofer’schen Apfelgut aus dem Nordschwarzwald. Die feine, zarte und elegante Frucht wird allerdings von der Kohlens?ure etwas in den Hintergrund zur?ckgedr?ngt.

Fazit: Wer glaubt, eine alkoholfreie Apfelsaftprobe sei weniger anstrengend als eine Weinprobe, wird sich wundern wie schnell er aufgrund der hohen S?ure seinen S?ttigungsgrad erreicht hat. Gelohnt hat sich diese Erfahrung auf jeden Fall und das nicht nur wegen der drei Sieger: Jonagold und Cox Orange Renette von Wetter sowie Kaiser Wilhelm aus dem Haus von Nahmen. Freunden wirklich kerniger S?ure sei aber der James Grieve nicht weniger ans Herz gelegt.

Kurzbesuch auf Schloss Wackerbarth

3. August 2012

s?chsisches Staatsweingut Schloss WackerbarthVornehm geht es auf Schloss Wackerbarth – Sachsens Staatsweingut in Radebeul – zu, das macht schon allein der Blick auf die Karossen vor dem ansehnlichen Anwesen deutlich. Zu Europas erstem Erlebnisweingut geh?rt ein Restaurant mit sch?nem Au?enbereich  -  eine willkommene Gelegenheit nach Ende der ?ffnungszeiten zumindest einen fl?chtigen Eindruck der Weine zu bekommen. Drei Weine konnte man sich f?r eine Minidegustation aussuchen. Gespannt war ich nat?rlich auf den Wei?burgunder, der wie der Traminer immer mal wieder von der Kritik gelobt wurde. Zu Recht, wie sich herausstellte:

Schloss Wackerbarth, Wei?burgunder Kabinett trocken, 2011
zarte, florale Nase, etwas Weinbergpfirsich und reife Birne, saftig, sehr pr?sent, 86 Punkte

Schloss Wackerbarth, Grauburgunder Kabinett trocken, 2011
etwas verhalten, Aprikose, wirkt ziemlich rests??, dabei fast seifig, 83-84 Punkte

Schloss Wackerbarth, Radebeuler Goldener Wagen Edition 1950, trocken, 2010
merkw?rdige Cuvée aus Traminer, Riesling, Grauburgunder und Silvaner, die zun?chst rosenduftig und sogar kr?utrig daherkommt. Dann setzen sich schnell unangenehme gr?ne Noten durch, gr?ner Spargel, Baumharz, angegorener Grasschnitt. Fast stechend, stumpfe S?ure und insgesamt sehr unharmonisch, 78 Punkte.