Wahre Eleganz: Auslesen von der Mosel

9. Juni 2013

Die Erkenntnis ist zwar nicht ganz neu, dass fruchtige Auslesen von der Mosel zum feinsten geh?ren, was dieser Planet an Weinen zu bieten hat, doch solche Preziosen dann tats?chlich zu verkosten, bringt einen unweigerlich zum Staunen. So geschehen bei vier Auslesen, die alle ?ber eine sehr ausgepr?gte Individualit?t verf?gen:

Dr. F. Weins-Pr?m, Wehlener Sonnenuhr, Riesling Auslese 2006
zarte gelbfruchtige Aromen, Mirabelle, etwas Ananas, Grapefruit, auch florale Noten, Karamell im Abgang. Sch?ne F?lle, ohne ausgepr?gte Mineralit?t. 90 Punkte

Dr. Hermann, Erdener Pr?lat, Riesling Auslese 2006
von dichter Textur, druckvoll und geschliffen, Weinbergpfirsich, feine Zitrusnote, dezente Kr?uteraromen, etwas Graphit und ein Hauch Kakaobohne, ausgezeichnete Balance, 93 Punkte

Heymann-L?wenstein, Uhlen „Roth Lay“, Riesling Auslese „R“ 2007
viel Extrakt, ein ausgepr?gtes S??e-S?ure-Spiel, wirkt durch die lebhafte S?ure wunderbar frisch, viel Ananas, etwas Pfirsich, au?erordentlich saftig, 94 Punkte

Clemens Busch, P?ndericher Marienburg, Riesling Auslese ‚Lange Goldkapsel‘ 2005
?berbordende Aromenf?lle, exotische Fr?chte, Quitte, Nadelwald, Rosinen, sahnig, fast ?lig mit feiner W?rze, 95 Punkte

Grever Grandezza vom Feinsten

19. Mai 2013

Hohe Erwartungen weckte die Ank?ndigung, einige ?ltere Jahrg?nge von einem der gr??ten Weine aus der Toskana miteinander vergleichen zu k?nnen. Erwartungen, die nicht entt?uscht wurden, wie sich bei der Vertikalprobe des Camartina vor kurzem zeigte.

Das Weingut Querciabella betreibt mit seinem biologisch produzierten Topwein aus Sangiovese und Cabernet Sauvignon von Anfang an einen enormen Aufwand: Die streng selektierten Trauben werden  ohne Pressung in die G?rtanks gebracht, sp?ter – nach wie vor nach Rebsorten getrennt – in teils neuen, teils einj?hrigen franz?sischen Barriques ausgebaut, dann nach einem Jahr und einer weiteren Selektion schlie?lich zu einer Cuvée zusammengef?hrt, die noch weitere 8 bis 12 Monate im Holz reifen darf. Bei den degustierten Weinen aus den Neunzigern war Sangiovese die Hauptsorte – ein Sortenverh?ltnis, das sich zur Jahrtausendwende dann umkehrte.

Querciabella, Camartina 1990
Zigarrenkiste in der Nase, schwarze Kirschen, Holunder, etwas Teer, Leder, sch?ne F?lle, Kraft, dabei zupackend mit einer gut eingebundenen S?ure, au?erordentlich harmonisch, 95 Punkte

Querciabella, Camartina 1993
dezentes Mandelaroma, Lakritz, Kakaobohne, Noten von gelber Senfsaat, w?rzig,  91 Punkte

Querciabella, Camartina 1994
Zimt, Pflaume, feines Mandelaroma, Karamell, wirkt etwas verschlossen, aristokratisch vornehm, hat noch viel Potenzial, 93 Punkte

Querciabella, Camartina 1995
sehr konzentriert und dicht, etwas Zedernholz, Nelke, ein Hauch feinster Bourbon, immer noch zupackend mit gro?er L?nge und starkem Nachhall, 95 Punkte

Querciabella, Camartina 1996
wirkt geschliffen, Averna, schwarze Kirsche, etwas alkoholisch, adstringierend, ohne festen Unterbau, 90 Punkte

Querciabella, Camartina 1997
leider, leider Kork, dennoch merkt man diesem Spitzenjahrgang noch seine gro?e Kraft an.

Zum Schluss dann noch ein mehr als erw?hnenswerter s??er Trost:

J.J. Pr?m, Wehlener Sonnenuhr, Riesling Auslese 2006
95 Punkte


Die „Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy?“ tanzt Tango!

5. Mai 2013

Ein Gastbeitrag von Matthias Schwerdtle

Bereits zum 8. Mal wurden die besten Rotweine, die f?r weniger als 10 ?uro zum Zeitpunkt der Veranstaltung noch k?uflich erh?ltlich sein m?ssen, im Rahmen der „Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy?“ gek?rt. W?hrend der Vorproben zeichnete sich schnell ab, dass sich das Teilnehmerfeld der Endrunde deutlich von dem des letzten Jahres unterscheiden w?rde, da einige Schwergewichte, die in den Vorjahren regelm??ig im Finale vertreten waren, die Juroren in den aktuell am Markt erh?ltlichen Versionen nicht bzw. nicht v?llig ?berzeugen konnten. Von den 8 Weinen, die im Rahmen der Schlussdégustation von einer kompetenten Jury auf Herz und Nieren gepr?ft wurden, waren 6 erstmals dabei, was beweist, dass es sich bei der „Schwieberdinger L.E.-Rotweintrophy?“ um eine h?chst lebendige Veranstaltung handelt! Obwohl die europ?ischen Vertreter entgegen des langj?hrigen Trends heuer quantitativ deutlich in der Mehrheit waren, landeten doch beide s?damerikanischen Gew?chse auf dem Treppchen, und die Krone aufsetzen durfte sich schlie?lich verdienterma?en ein argentinischer Wein, n?mlich der 2011er Malbec 1300” der Andeluna Cellars aus Mendoza.

Nachfolgend die Weine der Finalrunde (in Klammern die Durchschnittsbewertungen der Juroren):

1. 2011er Malbec 1300”, 14%
Andeluna Cellars / Mendoza – Argentina (87,75 Punkte)

2. 2007er Syrah – Cabernet Franc – Tempranillo – Merlot „Terral”, 13.5%
Bodegas Sumarroca / Penedčs – Espańa (87,58 Punkte)

3. 2007er Cabernet Sauvignon – Merlot – Cabernet Franc Aljibes”, 13.5%
Bodega Los Aljibes / Castilla – Espańa (87,50 Punkte)

3. 2011er Cabernet Sauvignon – Carmenčre – Malbec – Syrah Quatro”, 14%
MontGras / Colchagua Valley – Chile (87,50 Punkte)

5. 2011er Nero d´Avola – Syrah „Benuara”, 14.5%
Cusumano / Sicilia – Italia (86,92 Punkte)

6. 2009er Barbera d`Alba Superiore, 14.5%
Azienda Agricola Valdinera / Piemonte – Italia (86,00 Punkte)

7. 2007er Monastrell – Petit Verdot Crianza, 13.5%
Bodegas y Vińedos Casa de la Ermita / Jumilla – Espańa (85,83 Punkte)

8. 2009er Limnio – Cabernet Sauvignon „Agathon”, 13.5%
Evangelos Tsantalis / Agion Oros Athos – Hellas (85,67 Punkte)