Gro?es Kino aus Frankreich

29. Juli 2013

Zugegeben: ?ber zwei hoch angesehene und herausragende Wei?weine schreiben zu d?rfen, ist kein unl?sbares Problem. Eher schon ein Luxusproblem im eigentlichen Wortsinne und dazu eines, das sich leider viel zu selten stellt.
Der Marsanne eines Pioniers des biodynamischen Weinbaus im Tal der n?rdlichen Rhone und der Chardonnay eines gro?en K?nners aus dem Burgund sind so eigenst?ndige wie fordernde Monumente franz?sischer Winzerkunst:

M. Chapoutier, Ermitage de L’Orée, 2005
stammt von 50 – 70 Jahre alten Marsanne-Rebst?cken; wirkt bei aller intensiven W?rzigkeit, Extrakts??e und feiner Honigaromatik keineswegs schwer. Starke Mineralik, Jasmin, Aprikosen, N?sse, reife ?pfel, etwas Brennnessel, 93 Punkte.

Domaine des Comtes Lafon, Meursault Charmes, 1er Cru, 2005
hochintensive und konzentrierte mineralische Noten, viel Grapefruit, fein entwickelte Holznote, gelbe Fr?chte, dezente Ankl?nge an Kakaobohnen, schlank und elegant mit einem feinen Schmelz. Enorme L?nge, hat noch viel Potenzial. 94 Punkte.

Mit Grauburgunder auf Rekordjagd

11. Juli 2013

Mit stolzen 915 Gramm Leergewicht war der Grauburgunder SJ vom Weingut Johner aus dem Kaiserstuhl eindeutig das gr??te Schwergewicht dieser Probe.  Beim Inhalt hatten allerdings zwei weitere gewichtige Weine beiderseits des Rheins ein W?rtchen mitzureden. Ausdauer war hier gefragt, schlie?lich geht nicht nur so manchem Grauburgunder nach mehr als 10 Jahren schon mal die Puste aus.

Karl H. Johner, Baden, Grauer Burgunder „SJ“ 2000
etwas D?rrobst, Aprikose, gelbfruchtig, etwas Eiskonfekt, f?llig, kr?utrig, dezent an Harz und Kakaonoten erinnernd, hat noch eine feine, frische S?ure. 92 Punkte

Dr. Heger, Baden, Achkarrer Schlossberg Grauburgunder Auslese*** 2001
sowohl Orange als auch Grapefruit, etwas Ananas, cremig und elegant, besitzt ein langes Finish. 93 Punkte

Domaine Zind-Humbrecht, Elsass, Herrenweg de Turckheim Pinot Gris 2002
Beim Thema Alkohol mit unglaublichen 16,5 % der Sieger. Wirkt deutlich gereift, Pflaumenmus, getrocknete Ananas, D?rrobst, Aprikose, Nadelwald und Honig, Harznote. Weniger frisch und finessereich als die Weine von Heger und Johner. 90 Punkte

Gro?e Rieslinge aus ?sterreich

18. Juni 2013

Wie gro?artig trockener Riesling aus ?sterreich sein kann, bewies ein Vergleich von vier Weinen, die sich allesamt in Hochform pr?sentierten:

Nigl, Kremstal, Riesling Privat 2005
f?llig, Pflaumennoten, dezent kr?utrige W?rze, etwas Grapefruit, mit der Zeit auch exotische Fr?chte, etwas Tannenhonig, ausgepr?gte Mineralit?t, cremige, sehr ausgewogene Textur, ganz leicht bittere Note im Abgang, 92 Punkte.

Fred Loimer, Kamptal, Riesling Seeberg 2005
zun?chst Noten von gr?nen, sp?ter reifen ?pfeln, frische S?ure, schon etwas Honig, Eiskonfekt, geradlinig, weniger mineralisch und vielschichtig, 90 Punkte.

Prager, Wachau, Riesling Bodenstein, Smaragd 2005
ein eigenst?ndiger und komplexer Weincharakter aus der Versuchsanlage: kr?ftige Wachauer Mineralik, fast schon animalisch, enorme Extraktf?lle, veredelt durch eine kaum merkliche Bitternote, gelbfruchtig, v.a. Pfirsich, auch etwas Schafgarbe in der Nase. Bei aller Kraft sehr elegant, 93-94 Punkte.

Hirtzberger, Wachau, Riesling Singerriedel, Smaragd, 2004
Erst Ende November gelesen zeigt dieser Rieslingklassiker bei aller Vielschichtigkeit eine gro?e Klarheit; dichte, cremige Textur, etwas Grapefruitabrieb, ein Hauch Dill und eine dezente Senfkornaromatik runden diesen vornehmen Wein, der seine Pr?zision bis zum Ende beh?lt, hervorragend ab. 94 Punkte.