Rotweinpreis 2012 – von heimlichen Siegern und Verlierern

15. November 2012

Bei den Pr?sentationen des deutschen Rotweinpreises bieten die Weing?ter neben ihren Siegerweinen stets auch einen Querschnitt ihrer anderen Weine zum Verkosten an. Hier lohnt es sich immer, etwas genauer hinzuschauen:  Was ist der Stil des Hauses? Wie pr?sentieren sich die unterschiedlichen Jahrg?nge? Lassen sich St?rken und Schw?chen herausfinden? Nat?rlich stellt sich so ein Bild von Jahr zu Jahr immer etwas anders da, doch ein paar aufschlussreiche Tops und Flops – im Folgenden ausschlie?lich auf die Rotweine bezogen – konnte man dieses Jahr in Fellbach schon besichtigen.

So war der Siegerwein vom Weingut F?rst zu Hohenlohe-?hringen (2. Platz Lemberger – Lemberger Verrenberger Verrenberg GG 2010, 87+ Punkte) genauso ein Gro?es Gew?chs wie unverst?ndlicherweise auch der Sp?tburgunder Verrenberger Verrenberg GG 2009: unklare Nase, s?uerlich, ausgesprochen unharmonisch, 83-84 Punkte. Nicht mal der 2010er Ex flammis orior konnte diesmal so ?berzeugen, wie man es bei seinem Preis eigentlich erwarten sollte (immerhin 88 Punkte). Eine eher durchwachsene Kollektion stellten auch die Weing?rtner vom Collegium Wirtemberg vor – allen voran der Sp?tburgunder Réserve Kult! 2009 entt?uschte (84 P.). Hier konnte man sich aber wenigstens auf die Lemberger verlassen: Neben dem eigentlichen Sieger ist hier der ein Jahr ?ltere Lemberger Grande Réserve Kult! 2008 mit 89 Punkten zu nennen. Auch sonst fanden sich in den Kollektionen einige Weine, die ihre im selben Haus erzeugten Siegerweine ?bertrafen:
Drautz-Able, W?rttemberg, Jodokus „Hades“ 2009 – 89+ Punkte
Philipp Kuhn, Pfalz, Pinot Noir „Steinbuckel“ GG 2009 – 91 Punkte
Lauffener Weing?rtner, W?rttemberg, „Vinitiative“ 2009 – 90 Punkte
Ruppert-Deginther, Rheinhessen, Dornfelder 2010 – 88 Punkte
Eine Erw?hnung wert ist in jedem Fall – auch wenn nicht ganz in diese Reihe passend, da die Wertung des drittplatzierten Sp?tburgunders Simonroth R nicht ganz erreichend – der formidable Rainer Schnaitmann Merlot*** 2011 mit 90+ Punkten. Interessanterweise ist dieses Jahr einer der teuersten deutschen Rotweine leer ausgegangen: Zwei Jahrg?nge des Sp?tburgunder RRR vom Weingut Seeger aus Leimen/Baden haben es trotz des stolzen Preises von 120 ? diesmal nicht auf das Treppchen geschafft. F?r eine lobende Erw?hnung in der aktuellen „Vinum“ hat es dennoch gereicht und die Hoffnung darauf, dass diese Weine einfach etwas sp?ter durchstarten, ist ja vielleicht gar nicht so unrealistisch wie der Kaufpreis.

Siegerweine Deutscher Rotweinpreis 2012

10. November 2012

Eine bunte Weinauswahl von 17 Weing?tern aus W?rttemberg, der Pfalz,  Rheinhessen und Baden gab es jetzt bei der Pr?sentation der Siegerweine des 26. Deutschen Rotweinpreises in Fellbach zu probieren. Viele gute, aber nur wenige wirklich begeisternde Weine fanden sich unter den Siegern (Preissegment von 5,50 ? – 42 ?)  – die Entdeckungen im ?brigen Sortiment folgen in K?rze.

1. Platz Lemberger
Collegium Wirtemberg, W?rttemberg, Lemberger Réserve Kult! 2009
feiner, ausgewogener Wein, rote Fr?chte, leichte Rauchnote, 88+ Punkte

2. Platz Lemberger
F?rst zu Hohenlohe-?hringen, W?rttemberg, Lemberger Verrenberger Verrenberg Gro?es Gew?chs 2010
eher leichtgewichtig, frisch, trotz einer gewissen Samtigkeit von der S?ure dominiert, 87+ Punkte

1. Platz Sp?tburgunder
Eckehart Gr?hl, Rheinhessen, Pinot Noir Oppenheimer Herrenberg 2009
dicht und konzentriert, noch gr?ne Noten, es fehlt etwas an klarer Ausdruckskraft, 88+ Punkte

Philipp Kuhn, Pfalz, Pinot Noir Laumersheimer Kirschgarten Gro?es Gew?chs 2009
sch?ne Konzentration, etwas Waldbeeren und Kirsche, 89 Punkte

3. Platz Sp?tburgunder
Rings, Pfalz, Sp?tburgunder Gottes Berg 2009 (Gemeinschaftswein mit Wageck-Pfaffmann)
Dichte, fast tintig, L?nge und Eleganz, 90 Punkte

Rainer Schnaitmann, W?rttemberg, Sp?tburgunder Simonroth R Fellbacher L?mmler, Gro?es Gew?chs 2008
bester Sp?tburgunder der Probe, rotbeerig, dabei mit Schmelz und Cremigkeit, etwas Leder, sehr klar im Ausdruck, kr?ftige S?ure, die aber hervorragend eingebunden ist, 92-93 Punkte

1. Platz Cuvées
Lauffener Weing?rtner, W?rttemberg, Vinitiative 2010
kraftvoll, gut eingebundenes Holz, samtig, fast schon seidige Textur, 89-90 Punkte

2. Platz Cuvées
Manz, Rheinhessen, „M“ 2009
dezent gr?ne Paprika vom Cabernet Dorsa Anteil, rotbeerig, insgesamt stimmig – kein gro?er, aber ein durchweg gelungener Wein, 88 Punkte

1. Platz Klassische deutsche Sorten
Drautz-Able, W?rttemberg, Samtrot „R“ „Hades“ 2008
duftig, filigran und druckvoll – 89 Punkte

2. Platz Klassische deutsche Sorten
Philipp Kuhn, Pfalz, Fr?hburgunder Reserve 2008
klare Aromatik, konzentriert, lang, 89 Punkte

1. Platz Neuz?chtungen
Privatkellerei Hirsch, W?rttemberg, Cabernet Mitos 2008
klare Fruchtnoten, gute Konzentration und L?nge, 89 Punkte

2. Platz Neuz?chtungen
Karl Haidle, W?rttemberg, Dornfelder 2009
etwas buttrig und rauchig, Himbeer, feine Textur, recht kurz, 88 Punkte

1. Platz Untersch?tzte Sorten
Rings, Pfalz, Portugieser Réserve 2009
Ein kraftvoller, ordentlich gemachter, sortentypischer Portugieser, leider auch mit der typischen Portugieseraufdringlichkeit, 86 Punkte

2. Platz Untersch?tzte Sorten
Neumann, W?rttemberg, Trollinger dry 2011
sauberer, typischer und federleichter Trollinger, Erdbeerfrucht, reint?nig und kurz, 85 Punkte

1. Platz Klassische internationale Sorten
Stachel, Pfalz, Syrah Kirchenst?ck 2010
zeigt nach etwas Anlaufzeit klare Fruchtaromen von Holunder und Schlehe, 89 Punkte

2. Platz Klassische internationale Sorten
Ruppert-Deginther, Rheinhessen, Cabernet Sauvignon Hesslocher Liebfrauenberg 2009
ziemlich gr?n, viel gr?ne Paprika, Dichte, 87+ Punkte

1. Platz Edels??
Frey, Pfalz,  Sp?tburgunder Blanc de Noir Beerenauslese Essinger Osterberg 2011
Trotz viel Honig und S??e zeigt sich der Sp?tburgunder h?chst lebendig, 91+ Punkte

2. Platz Edels??
Winzergenossenschaft B?tzingen, Baden, Pinot Noir Blanc de Noir  Eiswein 2010
lebhafter Wein mit Struktur und sch?nem S??e-S?ure-Spiel, 92-93 Punkte

Finca La Emperatriz intensiv

3. November 2012

Finca La Emperatriz

Gleich nach der Arbeit zum Afterwork-Tasting – daran k?nnte sich wohl so mancher gew?hnen. Zumal, wenn ein so feines Weingut wie die Bodegas Finca La Emperatriz vorgestellt wird, das – aufmerksame Leser dieses Blogs wissen das nat?rlich – bereits zweimal den L.E.-Sieger stellen konnte. Doch nicht nur die Crianza konnte in ihrer Preisklasse erneut ?berzeugen, auch die gr??eren Br?der und Schwestern verdienen Beachtung. Auf einer H?he von 570 m ?ber NN  gedeihen hier im Rioja Alta auf  ?ber 100 Hektar  durchweg ausdrucksstarke Charakterweine.

Finca La Emperatriz, Viura Cepas Viejas 2010
Neun Monate in amerikanischer und franz?sischer Eiche gereift zeigt dieser Wei?e eine feine Barriquenote in der Nase, dazu etwas Pfirsich, Himbeere und mineralische Noten. Eher leichter bis mittlerer K?rper, ausgewogen. 88+ Punkte

Finca La Emperatriz, Crianza 2007
rotbeerig, samtig, kr?utrig, etwas Butter, gute Struktur durch festes S?ureger?st, 88 Punkte

Finca La Emperatriz, Reserva 2004
Fruchtgummi, Holunder, Teer, kr?ftige S?ure, die im Abgang dominiert, 88 Punkte

Finca La Emperatriz, terruño 2007
Leder, Lakritz, Kaffee, sch?ne F?lle und Fleischigkeit, 91 Punkte

Finca La Emperatriz, Parcela No 1 2007
zun?chst etwas Rumtopf, dann Orange+Butter, sehr konzentriert, hervorragend eingebundene S?ure, Tiefe+Eleganz, 92-93 Punkte

Finca La Emperatriz, Garnacha Cepas Viejas 2007
kr?utrige Frische, Graphit,  Pflaume, etwas Rauch, samtig, schlank, L?nge, 90 Punkte

terruño