Zeit f?r Bordeaux: 1994er im Vergleich

12. Februar 2018

Oft als mittelm??ig bezeichnet, ist 1994 im Bordelais zweifellos ein Jahrgang, der mit einem hei?en Sommer und einer verregneten Lesezeit einige Herausforderungen an die Arbeit des Winzers stellte. Lange Zeit verschlossenene Weine waren keine Seltenheit. Doch nun, nach 24 Jahren, sollte ein genaueres Bild m?glich sein, als es die Kritiker im Brustton der ?berzeugung schon nach den allerersten Stichproben von sich gaben:

Château Pontet-Canet, Pauillac, 1994
Tabak, Blaubeeren, Leder, wirkt sehr frisch, 91 Punkte

Château Haut-Brion, Pessac-Leognan, 1994
S??kirsche, zimtige W?rze, dezent mediterran-kr?utrig, etwas Wacholder, gute Harmonie, 93 Punkte

Château Smith Haut Lafite, Pessac-Leognan, 1994
Graphit, etwas Paprika, Kaffee, leichte Sch?rfe und etwas gr?n wirkend, gez?gelte Kraft, ordentliche Dichte, 91 Punkte

Château Sociando-Mallet, Haut-Medoc, 1994
Sauerkirsche, Nelke, etwas Animalik, wirkt streng, harte Tannine, 88 Punkte

Château Léoville Las Cases, Saint-Julien, 1994
Kirsch, Wacholder, Karamell, Tabakbl?tter, etwas Teer und Himbeer, komplex, geschmeidig und ausgewogen, 95 Punkte

Château Pichon-Longueville-Baron, Pauillac, 1994
Mandelaromatik, dezente Kr?utrigkeit, in der Nase Lik?rnote, geschliffen, harmonisch, ohne ausgepr?gt vielschichtig zu sein, 92 Punkte

 

 

Fr?hburgunder aus W?rttemberg

1. Februar 2018

Zwar f?hrt der Fr?hburgunder ein Nischendasein im Schatten des gro?en Bruders Sp?tburgunder, doch immer mehr Winzer erkennen das Potenzial dieser zwischenzeitlich in Deutschland fast ausgestorbenen Sorte. In W?rttemberg wird diese wenig ertragreiche Sorte auch gerne Clevner genannt und f?hrt teilweise zu beachtlichen Ergebnissen:

Schnaitmann, W?rttemberg, Fr?hburgunder Simonroth 2011
etwas Teer, schwarzer Pfeffer, Lakritz, rotbeerig, Karamell, Wacholder, saftig, charaktervoll mit runden Tanninen, 91 Punkte

B?chner, W?rttemberg, Fr?hburgunder 480 NN 2009
cremige Textur, speckig, etwas Erdbeere, rund und recht glatt, 89 Punkte

Staatsweingut W?rttemberg, Clevner Hades 2007
schwarze Johannisbeere, Butter, stoffig, kr?ftige S?ure als Gegengewicht, insgesamt stimmig, 90 Punkte

 

 

Merlot nach 20 Jahren

14. Januar 2018

Aus der ganzen Welt stammten die Merlots aus dem Jahrgang 1997, die k?rzlich auf der Tagesordnung standen. Die 20 Jahre auf dem Buckel steckten sie alle problemlos weg:

Casa Lapostolle, Merlot „Cuvée Alexandre“, Chile, 1997
etwas Kirsche und Schokolade, dann mit dezenter Liebst?ckelnote. Eleganter Wein mit seidigen Tanninen und feinem Schmelz, auf dem H?hepunkt, 92 Punkte

Casa Emma, „Soloìo“, Toskana, 1997
reife Nase, Josta- und Holundermarmelade, Lakritz, balsamisch, kr?ftige S?ure, etwas wild zum Ende, 90 Punkte

Canoe Ridge Vineyard, Merlot, Washington, 1997
schwarze, konzentrierte Frucht, Lakritz, Minze, mediterrane Kr?uter, leichte Milchs?ureanmutung, in 2. H?lfte eher d?nn, 90 Punkte

Thelema Mountain Vineyards, Merlot, S?dafrika, 1997
fordernde Nase: erst gem?sig, kalkig, dann blutig; stahlig, viel Zwetschge und gr?ne Paprika. Etwas bissig im Abgang, aber charaktervoll, 91 Punkte

Shafer Vineyards, Merlot, Kalifornien, 1997
kr?utrig-buttrig, Kamille, etwas Teer, mit leichter Sch?rfe, dennoch gut ausbalanciert, 91 Punkte

Newton Vineyards, Merlot „unfiltered“, Kalifornien, 1997
dunkelbeerig, w?rzig, dicht, warme und mollige Anmutung, feine, minzige Frische, gute L?nge, 94 Punkte

Sonstiges,
o.W.