Sp?t zur Spitze

21. Juni 2019

Damit Kunden m?glichst bald erfahren, was sie von einem Jahrgang erwarten k?nnen, werden schon sehr fr?h  Daumen gehoben und gesenkt und Aussagen ?ber das Entwicklungspotenzial von Weinen getroffen. Doch diese haben halt oft ihren eigenen Kopf und verlassen manchmal die prognostizierten Wege. So geschehen im Falle des Jahrgangs 2008 – nicht nur bei den k?rzlich getrunkenen Rieslingen von Wachauer Winzern. Deren vergleichsweise hohe S?ure f?hrte zu einer skeptischen Einsch?tzung, die mittlerweile eindeutig von der Wirklichkeit ?berholt wurde: Die Jahre der Reife taten den 2008ern so gut, dass sie heute an vielen hochgejubelten Rieslingen vermeintlich gr??erer Jahrg?nge vorbeiziehen.

Franz Prager, Wachau, Riesling Achleiten Smaragd 2008
gelbfruchtig, getrocknete Ananas, bl?tenduftig, wei?er Flieder, etwas Honig in der Nase, Birne, feine W?rze, leichtes Bitterl, schlank und pr?zise, 96 Punkte

F.X. Pichler, Wachau, Riesling Kellerberg Smaragd 2008
gelbe Fr?chte, mineralisch, zunehmend Apfelnoten, dezent, aber keineswegs aufdringlich dropsig, weich und rund, 94 Punkte

Emmerich Knoll, Wachau, Riesling Ried Pfaffenberg Selection 2008
intensive Mangofrucht, wei?e Johannisbeere, etwas Zimt, saftig, druckvoll und lang, 96 Punkte

 

Au?ergew?hnliche Sch?tzchen entkorkt

29. Mai 2019

Wieder einmal hat sich eindrucksvoll gezeigt, dass sich langes Warten wirklich lohnen kann. Gro?artige, vom Cabernet Sauvignon dominierte Weine, sch?n gereift und zum Gro?teil aus dem Bordelais, gab es k?rzlich zu verkosten:

Château Pichon Comtesse de Lalande, Pauillac 1995
viel gr?ne Paprika, etwas Heidelbeer – und Schokonoten, samtig, f?llig, weiche und runde Tannine, sch?ne Tiefe und Dichte, 95 Punkte

Château Palmer, Margaux 1994
Kakaobohne, etwas Menthol, Veilchen, Zedernholz, sehr elegant, gro?e L?nge, 97 Punkte

Dominus Estate, Dominus, Napa Valley 1991
Brombeere und Blaubeere, Kirschkonfit?re, Lorbeer, Zimt und Holunder, angenehm rauchig, 95 Punkte

Château Grand Puy Ducasse, Pauillac 2000
gr?ner Pfeffer und Paprika, etwas Wacholder, R?staromen, dabei zupackend, 93 Punkte

Château Talbot, St. Julien 2001
Pflaume, etwas Zedernholz, kr?utrig, sch?ne S?ure, jugendliche Tannine, 93 Punkte

 

Neues von der Domaine Leflaive

12. Mai 2019

Manchmal hat der Weinblogger Gl?ck und wird mit Flaschen bemustert, die noch gar nicht im Handel sind. So geschehen im Falle der weltber?hmten Domaine Leflaive, des wahrscheinlich bekannten Wei?weingutes des Burgunds.  2004 erwarb die Domaine Weinberge im Mâconnais, die im jetzt auf den Markt kommenden Jahrgang 2017 erstmals als Lagenweine erh?ltlich sein werden – biodynamisch erzeugt, wie alle Weine der Domaine seit 1999.

Domaine Leflaive, Mâcon-Verzé „Les Chênes“ 2017
bis ins Jahr 1935 reichen die Reben zur?ck, der Ausbau erfolgt zu 85 % im Zementtank und zu 15 % in Barriques. Aromen von Zimt, Mirabelle, Brioche, kr?uterw?rzig, rund, 91 Punkte

Domaine Leflaive, Mâcon-Verzé „Le Monte“ 2017
Ausbau zu 2/3 in gebrauchten Barrique, 1/3 im Edelstahl. Feiner Schmelz, Apfelnote, gelbfruchtig, viel Eleganz und Nachhall, 93+ Punkte