2004er Cru Bourgeois

6. Juni 2021

Zwar steht der Jahrgang 2004 im Bordelais etwas im Schatten anderer, hochgepushter Jahrg?nge, die dann entsprechend teuer ausfallen, daf?r verspricht er aber klassische, langlebige und bezahlbare Weine. Cabernet-dominierte Cru Bourgeois‘ links der Gironde standen bei dieser Probe im Vordergrund – Weine, die sich gr??tenteils sehr sch?n entwickelt haben:

Château Les Ormes Sorbet, Medoc, Cru Bourgeois Superieur 2004
vollreife S??kirsche und herbe Aronia, Piment und ein Hauch Wacholder, w?rzig und gut balanciert, 92 Punkte

Château D’Arsac, Margaux, Cuvée Le Colombier, Cru Bourgeois 2004
Holunder, Zwetschge, Leder, stoffig, deutlich herb in der 2. H?lfte, 91 Punkte

Château Ségur de Cabanac, Saint Estèphe, Cru Bourgeois 2004
rotbeerig, Zigarrenkiste, kr?utrig, etwas Eukalyptus, dezent buttrig, druckvoll am Gaumen, 94 Punkte

Château D’Agassac, Haut-Médoc, Cru Bourgeois Superieur 2004
etwas balsamisch, malzige Note, erinnert ein wenig an Malt Whisky und gebrannte Mandeln, 86 Punkte

Château Charmail, Haut-Médoc, Cru Bourgeois Superieur 2004
Eukalyptus, Brombeere, Graphit, zupackend, fordernd, herber Abgang, 92 Punkte

W?rze mit W?rde – Italiens S?den zu Besuch

22. Mai 2021

Zwei Festlanditaliener aus dem S?den und zwei Insulaner leisteten dem Weinblogger k?rzlich hoch willkommene Gesellschaft und zeigten sich von ihrer besten Seite: Der eigenen Kraft und ihrem feurigen Temperament wohl bewusst, verspr?hten sie dabei einiges an Charme und verliehen dem Abend die richtige W?rze um in Erinnerung zu bleiben. Ein w?rdevoller Auftritt durch und durch.

Vigneti del Vulture, Basilikata, Piano del Cerro Aglianico del Vulture 2009
?ppige Heidelbeer- und Kaffeenoten, auch Kakaobohne und etwas blutig, gutes S?uregrundger?st, 91 Punkte

Agricola Punica, Sardinien, Barrua Isola Dei Nuraghi 2005
Lakritz, dunkelbeerig, intensive Kakao- und Mokkanoten, etwas gr?ne Walnussschale, dicht, saftig, animierend – auch durch ein ganz leichtes Bitterl am Schluss, sch?ne L?nge, 94 Punkte

Firriato, Sizilien, Camelot 2010
gr?ner Paprika, Liebst?ckel, blutig, erdig, anhaltende S??holzw?rzigkeit, unreife Walnuss, weich und kraftvoll, 91 Punkte

Conti Zecca, Salento, Nero 2004
Nusszopf und Kaffer?staromen, Karamell, aber auch etwas Erdbeere, Blaubeere und Berberitze, dabei mit kr?ftiger S?ure und Frische, 93 Punkte

Beyond Words

6. Mai 2021

Wein mit Worten zu beschreiben ist eigentlich immer ein hoffnungsloses Unterfangen. Oft genug ist es nat?rlich auch gar nicht so wichtig, einem gelungenen oder eben auch misslungenen Wein verbal Dauer zu verleihen. Eine grobe Einordnung, versehen mit einer Punktzahl, ist schlie?lich einfach eine Momentaufnahme und dient der groben Orientierung anderer oder der eigenen Erinnerung und ist als solche meist v?llig ausreichend. Manchmal w?nscht man sich dann aber doch, dem wundersamen Wesen eines gro?en Weins mit Worten wirklich nahe zu kommen, einfach weil sich so vielleicht doch etwas davon ?ber die Zeit retten lie?e. Wein so wahrhaftig beschreiben zu k?nnen wird in der Regel aber ein unerf?llbarer Traum bleiben – gibt es doch einfach unbeschreiblich feine Gen?sse, die sich jeglicher Sprache entziehen. Und die man einfach hatte. Oder eben auch nicht. Dieser war real:

Château Latour, Premier Grand Cru Classé Pauillac 2001
in der Nase nicht nur expressiv sondern auch schon enormen Druck und Dichte versprechend, Zigarrenkiste, hochfeine R?staromen, Kakao, Leder, dunkelbeerig, Orangenzeste, auch etwas kr?utrig, gro?artige Tiefe und sehr sch?ne L?nge, 97 Punkte