Ausrufezeichen im S?dwesten

1. Juni 2017

Die Weinregion Sud Ouest fasst eine Vielzahl kleiner, im S?dwesten Frankreichs gelegener Weinbaugebiete (au?er Bordeaux) zusammen und bietet eine geschmackliche Vielfalt, die sich kaum auf einen Nenner bringen l?sst. Aus dem Bergerac gab es jetzt eine vom Merlot dominierte Cuvée und aus dem Madiran einen Tannat, beide Weine so verschieden wie vielschichtig:

Château Tour des Gendres Bergerac „Anthologia“ 2000
Leder und Graphit, dazu Zwetschge, etwas Paprika, erinnert auch ein wenig an Oliven, w?rzig, samtig, dezente R?staromen, zeigt sich schon etwas reif und morbide, 92 Punkte

Château Montus Madiran „XL“ 1996
sehr w?rzig, Pflaume, Lakritz, vor allem Graphit, straff und dennoch geschmeidig, hervorragende L?nge, 95 Punkte

Barolos aus 2003

7. Mai 2017

Barolo 2003Auch im Piemont war das Jahr 2003 von au?ergew?hnlicher Hitze und langen Trockenheitsphasen gepr?gt. Die Winzer standen vor gro?en Herausforderungen was zum Beispiel das Auseinanderklaffen von physiologischer Traubenreife und Zuckergehalt angeht. Zwar gab es aus 2003 viele schon relativ jung zug?ngliche Weine, aber auch Barolos, die sich nach mehr als 13 Jahre Reife in klassischer Manier und guter Balance pr?sentieren, wie folgende Probe verdeutlichte.

Cavallotto Barolo „Bricco Boschis“ 2003
rotbeerig, Piment, etwas Lakritz, frisch, etwas kantig im Abgang, insgesamt stimmig, 91 Punkte

Elvio Cogno Barolo „Vigna Elena“ 2003
guter Gaumendruck, kr?utrig, Datteln, leicht rauchig und speckig, kraftvoll mit L?nge, 92 Punkte

Oddero Barolo „Vigna Rionda“ 2003
fruchtig-saftig, Schnapskirsche, spitze, minzige Noten, glatt und auch etwas metallisch, 89 Punkte

Corino Giovanni di Corino Giuliano Barolo „Vigna Giachini“ 2003
dunkle Beerenfrucht, etwas Wacholder, fortgeschrittene Reife, gute Dichte und L?nge, 91 Punkte

Melchisedec zu Ehren

25. April 2017

Markus Heid aus Stuttgarts Nachbarstadt Fellbach hatte seiner roten Topcuvée urspr?nglich den Namen seines vor mehr als 350 Jahren geborenen Urahnen Melchisedec gegeben. Mittlerweile firmiert dieser aus Lemberger, Sp?tburgunder und etwas Regent bestehende Wein schlicht als Cuvée M, der hohe Anspruch aber ist geblieben. Sechs Jahrg?nge von 2003 bis 2008 zeigten das K?nnen des Fellbacher Winzers, der sich auch unter die Gewinner des Deutschen Rotweinpreises einreihen darf:

Heid, W?rttemberg, Cuvée M 2003
Waldbeeren, etwas Teer, Rumtopf und Fruchtgummi, feine S?ure, gute Balance, 90 Punkte

Heid, W?rttemberg, Cuvée M 2004
elegante Sp?tburgundernote, geradlinig und geschmeidig, L?nge, 90 Punkte

Heid, W?rttemberg, Cuvée M 2005
expressive Nase, dunkle Beerennoten, etwas Leder und Nelke, Sp?tburgunderaromatik, 91 Punkte

Heid, W?rttemberg, Cuvée M 2006
Kaffee, kr?utrig, rotbeerig, Wacholder, wirkt in der Nase recht reif, dabei schlank, etwas wild, 88 Punkte

Heid, W?rttemberg, Cuvée M 2007
Pfeffer, pflaumig-kirschig, dunkelbeerig, fleischig, geschliffen, sch?ne Frische, sehr gutes Gleichgewicht, L?nge, 93 Punkte

Heid, W?rttemberg, Cuvée M 2008
Johannisbeernoten, r?staromatisch, w?rzig, kraftvoll, dabei elegant, ordentliche L?nge, 91 Punkte