27. Januar 2010
Eine kleine Vergleichsprobe sollte zeigen, wie es an der vermeintlichen Spitze eines eher speziellen Weinthemas aussieht. Drei Zweigelt-Weine standen zur Verkostung, alle schon mit einigen J?hrchen auf dem Buckel – zweimal ?sterreich, einmal W?rttemberg. Um es vorweg zu nehmen: ein eindeutiger Sieger konnte nicht benannt werden, alle waren auf einem recht hohen Niveau (alles andere w?re bei diesen Namen auch eine Entt?uschung gewesen).
Weingut Johann Schwarz, Schwarz Rot, Neusiedlersee 2000:
Jod, Menthol, Kakao, Liebst?ckel, deutliche S?ure, dabei sch?n fett, 91 Punkte
Weingut Josef Umathum, Zweigelt Reserve, Neusiedlersee 2000
reichhaltige Nase: Holunder, Apfel, getrocknete Banane, daf?r trockene Tannine und etwas kurzer Abgang, 89 Punkte
Weingut J?rgen Ellwanger, Zweigelt-Rebe Hades, W?rttemberg 2000
verleugnet seine Herkunft nicht, erinnert an Lemberger, Bittermandel, Himbeer, Marzipan, rund und gef?llig, 90 Punkte
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7. Dezember 2009
Welch Ironie: der beste Winzer W?rttembergs macht seine Weine nur nebenbei, im Nebenerwerb. Da m?gen sich Aldinger, Schnaitmann und Co noch so anstrengen, an Albrecht Schweglers gro?e Rotweine aus Korb im Remstal kommen sie einfach nicht heran. Auch wenn das Eichelmann und Gault Millau nicht ganz so streng sehen, der Erkenntnis, dass Schwegler mit seinem Granat, der nur in den besten Jahren erzeugt wird, ganz oben in Deutschland mitspielt, kann sich niemand verweigern. Der 2006er Granat besteht aus Zweigelt, Merlot und Cabernet Franc und ist mit 45 ? zwar preislich top, bekommt aber auch 93+ Punkte. Sein Kollege aus 2003 ist schon weiter entwickelt und zeigt neben gro?er Dichte und Komplexit?t auch ein unglaubliches Cassisaroma (93). Der Saphir, 2006, aus Zweigelt und Merlot ist mit seinen kr?ftigen Holzaromen eigentlich ein heruntergestufter Granat und deutet sein gro?es Potenzial deutlich an (90). Der Beryll ist dagegen ein leichterer Barrique-Wein mit sch?ner Frucht und Eleganz (88). Bemerkenswert ist auf jeden Fall auch ein Wein, der seine Entstehung einer Katastrophe verdankt: Ein intensiver Hagel hat vom Jahrgang 2008
zun?chst kaum etwas ?brig gelassen. Aus den Zweigelttrauben, die danach noch gewachsen sind, zauberte Schwegler einen Blanc de Noir mit – wenig ?berraschend – sehr viel S?ure, die dem ?u?erst feingliedrigen Wein aber sehr gut steht (Hagelschlag 30.5.08, 87-88 Punkte). Desweiteren wurde im Jahr 2007 auch ein Kerner in einer feinherben (86) und einer s??en Variante (86+) produziert und au?erdem d’r Oifache in der Literflasche (85). Diese ordentliche Cuvèe aus Trollinger, Zweigelt und Regent ist der deutlich g?nstigste Rotwein und schont den Geldbeutel, ohne zu entt?uschen.
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12. November 2009
M?venpick Stuttgart feiert sein 10-j?hriges Jubil?um – sehr zur Freude der Kunden – seit Wochen mit verschiedenen Extra-Weinproben. Darunter auch ein echtes Highlight: der Bordeaux Parcours mit René Gabriel. Ob er der Robert Parker Europas sei, wurde der Bordeaux-Experte und Autor einst gefragt, wohl eher sei dieser „der René Gabriel Amerikas“, so der ?u?erst launige Schweizer. Blockweise stellte der M?venpick-„Consultant“ seine Auswahl an unterschiedlichen Bordeaux-Weinen vor, bevor den gut 100 G?sten Gelegenheit zum Verkosten gegeben wurde.
Entdeckungen abseits von Medoc und St. Emilion konnte man ebenso machen, wie den gro?en Namen begegnen. Doch vielleicht war es gerade so ein gro?er Name, bzw. die damit verbundene hohe Erwartung, die dazu f?hrte, von einem sehr guten Wein dann doch etwas entt?uscht zu sein. Aus der Karaffe wurde eine Doppelmagnum von Mouton-Rothschild aus 2001 gereicht, die sich zwar unglaublich dicht, fein gewebt mit sch?nen kr?utrigen und ledrigen Aromen pr?sentierte, sich aber keineswegs von seinen weit g?nstigeren „Kollegen“ deutlich absetzen konnte (91-92 Punkte). Gleichwertig oder fast gleichwertig waren Chateau Ferrière 2006, Margaux („ein Traumwein“) und Chateau Tronquoy Lalande, 2005 (ein Cru Bourgeois!) aus St. Estephe. Eher entt?uschend dagegen der 12. und letzte Wein des Abends, ein Sauternes von Chateau Coutet, 2001, aber das ist f?r jemanden, der deutsche Riesling-Beerenauslesen und TBA’s sch?tzt, nicht wirklich verwunderlich.
Das Gros der Weine lag ?brigens in einem ?u?erst moderaten Preisrahmen, zwischen 11 ? (der gelungene Ch. La Tuilière, Les Armoiries“, 2004) und 30 ?. Die Weine aus dem Bordelais bieten einfach, auch ohne teuer zu sein, ein sehr charakteristisches Geschmacksbild, viel mehr als „einen Fr?chtekorb“, den man „viel billiger als Bordeaux“ haben kann, so Gabriel. Quasi aus erster Hand dann noch das Versprechen auf den 2009, der ein ganz au?erordentlich gelungener Jahrgang, „der beste vielleicht“ seit sehr langer Zeit, sein werde. Man darf gespannt sein.
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